Parken auf zwei Etagen

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Auf der Fläche vor dem Toilettenhäuschen soll die überdachte und ausgeleuchtete doppelstöckige Fahrrad-Abstellanlage mit 64 Plätzen errichtet werden.

Kaufering – Endlich mehr Platz für Fahrräder am Kauferinger Bahnhof. Der Marktgemeinderat beschloss in seiner jüngsten Sitzung den Bau einer überdachten Fahrradabstellanlage. Der Clou: Die Fahrradabstellanlage ist doppelstöckig. Insgesamt entstehen so auf der Fläche nördlich der WC-Anlage 64 Einstellmöglichkeiten. „Easy-lift+“ nennt sich das System des Doppelstockparkens für die Drahtesel. Dabei soll es sich um ein benutzerfreundliches Parksystem handeln, das ohne großen Kraftaufwand auch das Parken in der oberen Reihe ermöglicht. Eine ausgefeilte Technik mit Gasfedern unterstützt das Hochheben und Absenken.

Die Marktgemeinde hatte den „Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club“ (ADFC) mit in die Planungen einbezogen. Der hatte eine ausführliche Markterkundung für Doppelstock-Systeme durchgeführt und kam zu dem Schluss, dass das „easylift+“-System zu den besten und am leichtesten zu bedienenden Abstellsystemen zählt, die bei einem Radabstand von 50 Zentimeter alle Forderungen des ADFC an gute Fahrradabstellanlagen erfüllten.

Durch den Bau des neuen Bahnhofs-WCs im Jahr 2013 war eine Reihe von Fahrradstellplätzen entfallen, die dringend wieder hergestellt werden sollten. Der örtlichen ADFC hatte auf der Bahnhofsnordseite einen Bedarf von mindestens 50 Stellplätzen ermittelt. Die Skepsis überwog, als sich 2013 die Marktgemeinderäte über das doppelstöckige Abstellsystem informierten. Diese Zweifel seien inzwischen ausgeräumt, heißt es in der Vorlage der Verwaltung. Auch im Planungs- und Umweltausschuss wurde die Anschaffung allgemein befürwortet.

Einem späteren barrierefreien Ausbau des Kauferinger Bahnhofes steht nach Aussage der Verwaltung die neue Fahrradabstellanlage nicht im Wege. Die Gesamtkosten wurden mit insgesamt rund 40000 Euro ermittelt. Darin enthalten sind auch die Nebenkosten für Pflaster, Überdachung und Beleuchtung. Das Easylift+-System für 64 Abstellplätze schlägt mit 17200 Euro zu Buche. Pro Stellplatz müssen somit 625 Euro aufgewendet werden. In der Vorlage für die Marktgemeinderäte heißt es, dass „üblicherweise für einen überdachten Fahrradstellplatz von 1000 Euro je Stellplatz ausgegangen werden muss, sodass die geplante doppelstöckige Anlage als sehr günstig angesehen werden kann“.

Die Überdachung wird aus einer optisch leicht wirkenden feuerverzinkten Stahlkonstruktion mit Wellblechdach gebaut. Den seitlichen Abschluss zum Mahnmal hin soll eine Lärchenholzwand bilden. Für den Neubau von überdachten B&R-Anlagen sind Zuschüsse bis zu 60 Prozent durch die Regierung von Oberbayern möglich.

Siegfried Spörer

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