Um- und Ausbau geplant

Mehr staatliches Milchvieh in Achselschwang

Georg Hammerl, der Leiter des Staatsguts Achselschwang
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Sitzung im Stall: Georg Hammerl, der Leiter des Staatsguts Achselschwang, erläuterte den Uttinger Gemeinderäten die geplanten Baumaßnahmen für einen vergrößerten Milchviehbestand von 300 Tieren.
  • Dieter Roettig
    VonDieter Roettig
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Utting/Achselschwang – Seit der Amtseinführung des neuen Bürgermeisters und Gemeinderats musste das Gremium Corona-bedingt in der Turnhalle der Grundschule tagen. Die wird jetzt für das kommende Schuljahr fit gemacht und die Kommunalpolitik spielt sich im ehemaligen Braunviehstall von Achselschwang ab. Eine gute Gelegenheit für den Leiter Georg Hammerl, gleich bei der ersten Gemeinderatssitzung die Ausbaupläne für das Staatsgut Achselschwang zu erläutern.

Landwirtschaftsoberrat Georg Hammerl, Chef von Achselschwang mit den Außenstellen Hübschenried, Engenried und Westernschondorf, stellte die Um- und Ausbaupläne vor, die in den kommenden Jahren Schritt für Schritt umgesetzt werden sollen. Auf den Wiesen östlich des Staatsgutes will man neue Viehställe errichten. Ziel sei ein Milchviehbestand von 300 Tieren inklusive Kälberaufzucht in tierfreundlichen Haltungsformen.

Die Erhöhung von derzeit 180 auf 300 Tiere sei notwendig, um für die Versuche eine gesicherte statistische Auswertung zu gewährleisten. Die Ställe werden dabei CO²-neutral und emissionsarm betrieben. Daher ist auch eine Biogasanlage zur Vergärung von Gülle und Mist eingeplant. Noch in diesem Jahr werde man einen Kälberaufzuchtstall bauen, da hier dringender Handlungsbedarf bestehe.

In Achselschwang wird die Aus- und Fortbildung junger Landwirtinnen und Landwirte aus ganz Bayern im Sinne einer nachhaltigen Landbewirtschaftung sowie speziell in der artgerechten Tier- und Rinderhaltung vermittelt. Mit den Erkenntnissen der wissenschaftlichen Versuche trage man ganz erheblich zum Fortschritt in der Landwirtschaft bei, so Leiter Georg Hammerl.

Das Gut Achselschwang kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Erstmals erwähnt wurde es 760 in einer Urkunde, wonach die Einnahmen an das Kloster Wessobrunn gehen mussten. Im Rahmen eines Tauschgeschäfts kam Achselschwang 1388 in den Besitz des Klosters Dießen.

Königlich-bayerisch

Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Gut schließlich von schwedischen Truppen geplündert und später wieder in Betrieb genommen. 1803 wurde dann im Zuge der Säkularisation das ganze Inventar versteigert. Aber bereits 1813 wurde hier ein Militärfohlenhof eingerichtet. 1863 wurde das Königlich-Bayerische Stammgestüt nach Achselschwang verlegt und erst 1952 wieder aufgelöst.

Seit dem Jahr 1953 befand sich auf dem Gutsgelände das Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum für Milchvieh- und Rinderhaltung des Bayerischen Staates.

Am 1. Januar 1972 wurde das Gut aus Hechenwang nach Utting am Ammersee eingemeindet. Und seit dem Jahr 2020 gehört Achselschwang zu den Bayerischen Staatsgütern und wurde umbenannt in „Versuchs- und Bildungszentrum Rinderfütterung Staatsgut Achselschwang“ mit eigenem Internat und Tagungsbereich.

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