Mehr Übernachtungen, weniger Privatunterkünfte

Mehr Touristen im Landkreis

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Dieses Jahr wird das Landsberger Ruethenfest sicher wieder viele Touristen in den Landkreis locken – die aber eher Unterkünfte für einen Kurzaufenthalt suchen werden. Ein Problem für die privaten Vermieter.

Landkreis – Der Tourismus im Landkreis entwickelt sich positiv – zumindest, was die Zahl der Übernachtungen in gewerblichen Beherbergungsbetrieben angeht. Diese verzeichneten im vergangenen Jahr einen Anstieg von fast 3,5 Prozent auf rund 277.000 Übernachtungen. Anders sieht es im Bereich der Privatunterkünfte aus. Ihre Anzahl sinkt.

Die zum Teil zweistelligen Rückgänge der Übernachtungen in einzelnen Orten – fast 16 Prozent in Utting, gut elf Prozent in Schondorf – spiegelten aber nicht die tatsächlichen Verhältnisse wieder, betonte Geschäftsführerin Ira Wild bei der Mitgliederversammlung des Tourismusverbands Ammersee-Lech im Gasthof Eberhardt in Eching. Private Vermieter beziehungsweise Betriebe mit weniger als zehn Betten seien nicht verpflichtet, ihre Zahlen bekanntzugeben. Da es in den Ammerseegemeinden weder eine Kurabgabe noch elektronische Gästekarten gibt, werde im Landkreis schlicht nicht jeder Gast erfasst. „Es ist unheimlich schwierig, an verlässliche Zahlen zu kommen“, so Wild. Und da das BVS-Bildungszentrum in Holzhausen mit seinem großen Zimmerkontingent nicht mehr Mitglied des Tourismusverbands ist, fehlen dessen Zahlen in der Statistik.

Mehr Kurzurlaube

In Schondorf ist die Zahl der Unterkünfte von 28 im Jahr 2017 auf aktuell 19 gesunken, weil einige private und gewerbliche Betriebe ihre Vermietertätigkeit aufgegeben haben – entweder aus Altersgründen, oder weil ehemalige Ferienunterkünfte dem Wohnungsmarkt zugeführt und verkauft werden. Um Reisenden trotzdem ein möglichst umfangreiches Gastgeberverzeichnis anbieten zu können, bemühe sich der Tourismusverband laufend um die Akquise neuer Vermieter, so Wild. Doch einfach sei das nicht. „Die Zahl derer, die aus Altersgründen aufhören, können wir nicht auffangen.“

Problematisch für private Vermieter ist die weiterhin steigende Nachfrage nach Kurzaufenthalten, weil dadurch die vorhandenen Zimmer nicht ausgelastet werden. Die Zeiten langer Buchungen gehören jedoch der Vergangenheit an. Die durchschnittliche Verweildauer lag 2018 bei unter drei Tagen. Unklar ist, welchen Anteil die Campingplätze an den Übernachtungszahlen haben.

Luxus Camping

Dass Camping kein „Arme-Leute-Urlaub“ mehr ist, hat der Vorsitzende des Tourismusverbands, Landsbergs Oberbürgermeister Mathias Neuner, jüngst bei zwei privaten Kurztrips an den Bodensee und ins Allgäu festgestellt. Camper reisten inzwischen mit teuren Wohnmobilen, die kleinen Einfamilienhäusern gleichen, und übernachteten auf Campingplätzen mit Panorama-Sauna und morgendlichem Brötchen-Service, berichtete Neuner.

Dem immer stärker werdenenden Trend zum Radl-Tourismus wird auch in der Region Rechnung getragen. Als erster Radweg in Oberbayern kann sich der durch die Ammerseeregion führende Ammer-Amper-Radweg mit der Vier-Sterne-Zertifizierung des ADFC schmücken. Die Urkunde für den Landkreis nahmen Andreas Graf aus dem Landratsamt und Stephanie Solankar vom Tourismusverband im Februar bei der Münchner Reise- und Freizeitmesse f.re.e entgegen.

Der Tourismusverband hat heuer noch einen weiteren Grund zum Feiern – er wird 50 Jahre alt. Im Herbst soll das Jubiläum mit einem Festakt im Historischen Rathaus in Landsberg begangen werden, kündigte Neuner an.

Ulrike Osman

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