Mehr zahlen fürs Grab

Die Grabgebühren für den Friedhof in Kinsau werden teurer: Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung einer Erhöhung zugestimmt. Teurer werden vor allem Familiengräber und Leichenhausnutzung. Generell gilt ein gemeindlicher Friedhof als „kostenrechnende Einrichtung“ – was bedeutet, dass eine Gemeinde darauf schauen muss, dass alle Kosten, die im Bereich des Bestattungswesen anfallen, durch Entgelte gedeckt werden. Wie bereits viele andere Gemeinden im Landkreis Landsberg, stand jetzt auch Kinsau vor der Entscheidung, die Gebühren entsprechend anzupassen.

Der Gemeinderat habe sich jedoch nicht für eine volle Kostendeckung entschieden, teilte Bürgermeister Hermann Reinhard auf Anfrage mit. Die Mehrheit der Räte habe den Bürgern keine so hohen Gebühren, die ein volle Kostendeckung gewährleisten würden, zumuten wollen. Dies gelte besonders für die Leichenhausnutzung: Dafür hätte man, wenn alles umgelegt würde, in Zukunft 466 Euro verlangen müssen – statt bisher 30 Euro. In diesen 466 Euro wären dann die Ausgaben für den Anbau, die Toiletten und den Geräteraum eingerechnet gewesen. Eine solch drastische Erhöhung hätte dem Bürger jedoch nicht vermittelt werden können, räumte der Bürgermeister ein. Daher kam der Rat zu dem Schluss, die Leichenhausgebühr auf vergleichsweise moderate 150 Euro anzuheben. Was die Gräber angeht, wird die Fundamentgebühr, die 250 Euro beträgt, künftig nur noch bei Bedarf erhoben. Bisher wurden diese 250 Euro in jedem Falle auf die Nutzungsgebühr aufgeschlagen. Gemäß dem Beschluss des Gemeinderates kostet ein Familiengrab jetzt für die Dauer von 20 Jahren 700 Euro ohne Fundament beziehungsweise 950 Euro mit Fundament. Bisher wurden generell 510 Euro verlangt. Mit der Erhöhung für die Familiengrab-Nutzung blieben die Räte aber immer noch unter dem Satz von 1020 Euro, der für eine komplette Kostendeckung nötig gewesen wäre. Beim Einzelgrab werden in Zukunft einschließlich Fundament 500 Euro (ohne Fundament: 250 Euro) statt bisher 405 Euro fällig. Für Urnengräber steigen die Nutzungsgebühren auf 250 Euro, und für Kindergräber bleiben sie bei 100 Euro (in beiden Fällen gegebenenfalls zuzüglich 250 Euro für das Fundament). Der Entscheidung sei eine längere Diskussion vorausgegangen, erklärte Reinhard. Was die festgesetzten Gebühren betrifft, meinte der Bürgermeister: „Ich denke, wir haben einen vernünftigen Kompromiss getroffen.“

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