Naturschutz hat Vorrang

Schwalben stoppen Abbruch

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Der Abbruch dieses Stalles ist vorläufig gestoppt worden. Der Grund dafür sind 14 Nester von geschützten Rauchschwalben.

Denklingen – Auf einer früheren Hofstelle in Denklingen werden Wohnungen gebaut. Für eine Anlage mit sechs Einheiten haben die Gemeinderäte neulich ihr Einverständnis gegeben. Doch ganz so schnell wie geplant geht es mit dem Vorhaben nicht voran, das Landratsamt hat es vorübergehend gestoppt. Grund: Rauchschwalben nisten in dem Stall und die sind geschützt.

Realisiert werden soll das Vorhaben auf einem Grundstück auf einer Hofstelle an der Birken­straße, die dem früheren Gemeinderat Johannes Schelkle gehörte. Wie im KREISBOTEN berichtet, hatte er im Januar seinen Rücktritt aus dem Gremium erklärt. Zu dem jetzt genehmigten Bauvorhaben konnte er auf Nachfrage keine Angaben machen; Schelkle verwies vielmehr auf den Gewerbetreibenden Stefan Friebe. Der Handwerker aus Kinsau sei neuer Eigentümer des Geländes.

Eine schriftliche Anfrage an den Bauherren direkt indes blieb bis zum Redaktionsschluss unbeantwortet. Zu der kürzlich erworbenen Hofstelle gehört auch der große Stall auf der Ostseite, der schon abgebrochen werden sollte. Auf dem Dach wurden schon Platten und Latten entfernt , doch dann kam aus Landsberg ein „Stopp!“, wie auch Bürgermeister Andreas Braunegger bestätigt. Grund dafür sind die Belange des Naturschutzes. Im Stall haben Rauchschwalben genistet – in insgesamt 14 Nestern. Und Rauchschwalben sind streng geschützt. Der Abbruch könne erst weitergehen, wenn die gefiederten Flugkünstler komplett ausgeflogen sind, erklärt dazu Wolfgang Müller, Sprecher des Landsberger Landratsamtes. Dem Bauherrn sei empfohlen worden, dazu das Gutachten eines Sachverständigen einzuholen.

40 oder 50 Einheiten?

Wie viele Wohnungen auf der früheren Hofstelle an der Birkenstraße errichtet werden, ist unklar. Dazu gibt es unterschiedliche Stimmen. Manche Nachbarn sprechen gar von 40 bis 50 Einheiten. Bürgermeister Braunegger erklärt, dazu könne er nichts Genaues sagen. Es heiße „abwarten“, ob da noch weitere Bauanträge kommen. Für den Wandel vom landwirtschaftlichen Anwesen mit Stall, Halle und großer Garage zu einem Wohngebiet bedürfe es keiner Änderung des Bebauungsplanes, gibt der Denklinger Rathauschef zu verstehen.

Johannes Jais

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