Die "mehrhäusige" Schule soll’s sein

Die Mittelschule soll die Zukunft der Hauptschule sein, so will es Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle. Und weil die auch in unserem Landkreis Landsberg immer kleiner werdenden Hauptschulen allein die Voraussetzungen zur Mittelschule oft nicht erfüllen können gibt es die Idee, Schulverbünde zu gründen. Wie diese Verbünde aussehen könnten, darüber ist im Landratsamt am Montag beim Dialogforum „Mittelschule“ diskutiert worden.

Die Hauptschule ist nicht überlebensfähig, denn ihre Schülerzahlen sinken. Der Direktor des Schulamtes Landsberg, Konrad Lemnitzer, sprach von einem Trend, bei dem es „erheblich zurückgeht“. So seien etwa an der Hauptschule Windach momentan nur noch 60 Schüler. In der sechsten und neunten Jahrgangsstufe wurde die Mindestschülerzahl von 15 nicht erreicht, sodass diese zwei Klassen dort nicht gebildet werden konnten. Die wenigen Sechst- und Neuntklässler gehen daher nach Utting an die dortige Volksschule. Doch auch die Übertritte an Realschulen und Gymnasien stiegen – durch die geänderten Übertrittsregelungen verliert die Hauptschule immer mehr ihrer Schüler. Schulen schließen wolle die Regierung nicht, erklärte Ministerialdirigent Dr. Peter Müller vom Kultusministerium. Stattdessen würde das „bürgerschaftliche Prinzip“ als Lösung gesehen. „Wenn Hauptschulen ihre Kräfte bündeln, könnten sie leistungsfähiger sein.“ Die Schulen sollen dabei eigenständig bleiben, sich aber zusammen organisieren und die Angebote auf verschiedene Standorte verteilen. Gemeint ist dabei zum Beispiel der M-Zug, das Ganztagsangebot oder die berufliche Förderung, die die Mittelschule verstärkt anbieten soll. Müller sprach von einer „mehrhäusigen Schule, die zusammen das anbietet, was der Einzelstandort nicht kann“. Neun Hauptschulen hat der Landkreis Landsberg – da gibt es einige Möglichkeiten, wer sich mit wem zusammentun könnte. Konrad Lemnitzer stellte vor, was ginge. Er und Schulrat Rudolf Schönauer favorisieren drei Schulverbünde zwischen den Hauptschu­len im Landkreis: Kaufering mit Weil, Fuchstal mit Rott sowie Windach mit Utting und Dießen. In Landsberg die Fritz-Beck-Haupt­schule und die Schloss­bergschule blieben dabei allein. „Sie würden auch gebraucht, um Schüler wieder aufzufangen, die von einer anderen Schule an die Hauptschule wechseln wollen“, so Lemnitzer. Deshalb hätten diese Stadtschulen nicht derart sinkende Zahlen wie die auf dem Land. Mit dem Konzept der drei Schulverbünde – je einer im Norden, Süden und Osten – seien regionale Bedingungen, wie Wegstrecken und bestehende Kooperationen berücksichtigt, erklärte der Schulamtsdirektor. Dabei wird „Kaufering-Weil“ laut Schulrat Schönauer wohl der erste Schulverbund sein, der schon im Schuljahr 2010/11 geschlossen werden könnte. Warten auf Richtlinien Doch besteht kein Zeitdruck für die Gründung der Schulverbünde. „Es geht nicht um Geschwindigkeit, sondern um Qualität“, betonte der leitende Regierungsschuldirektor Hans Bergmüller. Was aber fehlt sind die Vorgaben der bayerischen Regierung. Richtlinien für kommunale Kooperationsvereinbarungen sollen nun herausgegeben werden, damit die Ge­- meinden aufgrund dieser Vorgaben planen können. „In rund anderthalb Monaten werden sich Landkreis, Schulamt sowie die Gemeinde- und Schulvertreter wieder treffen und dann schon konkreter werden“, nimmt Landrat Walter Eichner (CSU) an. Wichtig war den anwesenden Bürgermeistern am Montag die Frage der Finanzierung der Busfahrten, wenn Schüler zu den einzelnen Standorten ihres Schulverbundes gebracht werden müssten. Ministerialdirigent Dr. Müller versicherte hier die Bezuschussung.

Auch interessant

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Landsberg verzeichnet massive Preissteigerung bei Grund & Boden
Landsberg verzeichnet massive Preissteigerung bei Grund & Boden
Geister steigen aus dem See
Geister steigen aus dem See
Umzug startet mit Schreck
Umzug startet mit Schreck

Kommentare