Anwesenheit zeigt Wirkung

Diesmal keine Architekten-Schelte im Denklinger Gemeinderat

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Blick auf den Gasthof Hirsch, der zum Rathaus umgebaut wird. Foto von Ende Juli. Inzwischen ist das Gerüst teilweise abgebaut worden.

Denklingen – „Wir freuen uns auf die Einweihung!“ Architekt Benedikt Sunder-Plassmann verabschiedete sich damit vom Gemeinderat, nachdem zwei Nachtragsangebote zu den Baumeisterarbeiten am künftigen Rathaus für 71.000 Euro gebilligt worden waren. Kritische Bemerkungen aus dem Gremium, wie in vorhergehenden Sitzungen, blieben in Anwesenheit des verantwortlichen Planers aus.

Damit bestätigt der Verlauf der letzten Ratssitzung in Denklingen wieder die Erfahrung, dass schnell mal über jemanden geschimpft wird, wenn er nicht da ist. Sobald der Verantwortliche Präsenz vor Ort zeigt – im aktuellen Fall Sunder-Plassmann mit Architektin Viktoria Terres – geht die Beratung ganz emotionslos über die Bühne.

Das war bis vor wenigen Wochen noch ganz anders. Da ging es um den Nachtrag bei Verputzarbeiten. Es waren aber nicht die Mehrkosten von gut 10.000 Euro, an denen sich die Kritik entzündete. Vielmehr übten einige Räte vehement Kritik am Architekten, weil zu Beginn der Baumaßnahme der Putz an zu wenigen Stellen abgeklopft worden sei. Da fielen in der Sitzung schon Formulierungen wie „Jetzt kommt man nochmals daher“, „schon dreist“ oder „selbst ernannter Altbausanierer“.

Bürgermeister Andreas Braun­egger warb jetzt um Verständnis für unvorhergesehene Nachträge bei den Baumeisterarbeiten. Es mache einen deutlichen Unterschied aus, ob es sich um ein neues Projekt auf der grünen Wiese handle oder ob ein Altbau von Grund auf saniert werde. Im Gegensatz dazu lasse sich beim großen Vorhaben Bürger- und Vereinezentrum konkreter planen.

Auch war dem Bürgermeister diese Klarstellung ein Anliegen: Der Architekt erhalte einen festen Betrag. Er bekomme keinen Cent mehr, wenn sich durch Nachträge die Gesamtsumme an dem künftigen Rathaus erhöhe. Die Kosten für den Umbau des früheren Gasthofs Hirsch zum Rathaus betragen über sechs Millionen Euro.

Keine Zeit für Antworten

Auf Nachfrage des KREISBOTEN, ob es beim Fertigstellungstermin Mitte 2019 bleibe, wollte Sunder-Plassmann keine Stellungnahme abgeben. Er habe keine Zeit dafür und sei mit der Berichterstattung in der Presse („tendenziös“) nicht einverstanden. Der Fertigstellungstermin könne ja bei der Bauleitung erfragt werden.

Johannes Jais

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