Fit fürs Jahrhunderthochwasser

Mehrkosten beim Seeanlagen-Kiosk wegen Bodenplatte und Sockel

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Nur noch diese Saison steht der provisorische Kiosk in den Dießener Seeanlagen. Ab 2019 wird das neue „Schmuckstück“ (unten) die Besucher anlocken.

Dießen – Die Tage des nach einem Brand provisorisch errichteten Kiosks in den Dießener Seeanlagen beim Dampfersteg sind gezählt. Nur noch bis zum Ende dieser Saison werden hier Getränke, Eis und kleine Brotzeiten verkauft. Danach beginnen die Arbeiten für den Neubau und im April 2019 wird der wohl attraktivste Kiosk im Fünfseenland eröffnet. Wobei die Bezeichnung Kiosk für dieses architektonische Schmuckstück sehr untertrieben ist.

Über den aktuellen Stand des Projekts unterrichtete Architekt und Planer Torsten Kiefer den Marktgemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Bei aller Euphorie gab es bei den Kosten einen Dämpfer. Mit rund 46.000 Euro Mehrkosten und damit einem Gesamtbetrag von 406.000 Euro wird sich der Neubau einpendeln.

Gründe für die Teuerung sind unter anderem Bodenplatte und Sockel aus Stahlbeton, die einem Jahrhundert-Hochwasser standhalten müssen, ein neuer Schmutzwasserkanal und technische Änderungen. Der staatliche Zuschuss fällt dadurch aber auch höher aus, wie Bürgermeister Herbert Kirsch beruhigte.

Mit allen zuständigen Behörden seien die Planungen abgestimmt worden, sodass man laut Torsten Kiefer täglich auf die Baugenehmigung warte. Danach gibt es grünes Licht für die Handwerker, die ab Oktober anrücken. In diesem Jahr sollen noch Bodenplatte, Sockel und der Rohbau erstellt werden. Ab Ende Februar 2019 erfolgen Innenausbau, Möblierung und der Außenbereich. Die Optik des etwas Richtung Bahndamm zurückgesetzten schmalen Längsbaus kopiert nicht den benachbarten unter Denkmalschutz stehenden ADK-Pavillon und die Fischerhütten, sondern harmoniert durch seine in sich gedrehte Dachfläche auf außergewöhnliche Weise. Der Bau erhält eine hochwertige und robuste Außenfassade aus Holz und Corten-Stahl, auf den die Bäume der Umgebung als „Hingucker“ appliziert sind.

Die Gesamtfläche des neuen Kiosks beträgt rund 90 Quadratmeter. Darin enthalten sind ein öffentliches und barrierefrei zugängliches WC, eine Personaltoilette und ein Raum für den Müllcontainer. Der kommt also hinter „Schloss und Riegel“, damit nicht wieder gezündelt werden kann wie 2014.

Wie Diplom-Ingenieur Kiefer den Marktgemeinderäten erläuterte, wurden die Räume nach den Anregungen der derzeitigen und wahrscheinlich künftigen Kioskpächterin Christine Gottschalk noch optimiert und den Arbeitsabläufen angepasst. Vergrößert wurde der flexible Ausgabebereich, an dem zu Stoßzeiten drei Mitarbeiter Platz zum Verkaufen haben müssen. Neu ist auch eine Türe in den bestuhlten Außenbereich, damit man leichter abservieren kann.

Im Herbst 2014 musste die Feuerwehr in die Seeanlagen ausrücken, weil der Müllcon-

tainer neben dem Kiosk in Brand geraten war. Das Feuer zerstörte den gesamten Bau, der dann als Übergangslösung mit einem Imbiss- und Lagercontainer ersetzt wurde.

Der ursprünglich geplante Neubau stieß bei den Dießenern auf breite Ablehnung. Nach einem Bürgerentscheid führte die Marktgemeinde einen Architektenwettbewerb durch, wobei nicht der Sieger, sondern der Zweitplazierte mit Planung und Bau beauftragt wurde. Der 47-jährige Torsten Kiefer, Diplom-Ingenieur aus Radolfzell am Bodensee, wird also vorübergehend seine Zelte am Ammersee aufschlagen müssen und den Neubau überwachen, den der Marktgemeinderat überschwänglich gelobt hatte: „Ein ausgewogenes Konzept, das Funktionalität mit künstlerisch anspruchsvoller Architektur verbindet.“

Dieter Roettig

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