Mensch werden mit Musik

Schon die Kleinsten strahlen eine Würde aus, die wohl jeden berührt. Auch wenn es ihr erstes Konzert überhaupt und dieses vielleicht schon nach einer Minute beendet ist: Sobald sich die jungen Künstler bei Vorspielen an der Musikschule auf die Bühne begeben und ihr Instrument anstimmen, gehen im Publikum die Herzen auf. Aus Anlass der zweitägigen Veranstaltung „Musik&Begegnung“ am vergangenen Wochenende im Stadttheater sprach der KREISBOTE mit dem Leiter der Städtischen Sing- und Musikschule, Lothar Kirsch, über den Wert des Musikunterrichts.

Wie kann man in den Kindern Vertrauen schaffen, zu sich selbst, zu dem, was sie können, und zu der Gesellschaft, in der sie leben? Diese Frage müsse sich ein Pädagoge immer wieder stellen, erklärt Lothar Kirsch. Die Musik gebe einen Rahmen vor, in dem genau dieses Ziel erreicht werden könne. Kirsch: „Jedes kleine Vorspiel ist eine wichtige Erfahrung für die jungen Menschen. Wenn sie auf der Bühne spüren, was sie schaffen können, stärkt das ihren Selbstwert und ihr Selbstvertrauen. Diese Erfahrungen werden zu wertvollen Bausteinen auf ihrem Lebensweg.“ An der Grenze Aber auch in anderer Hinsicht ist die Musik eine Schule für das Leben. „Beim Üben bewegt man sich immer an seiner Grenze“, erklärt Lothar Kirsch. „Das Scheitern gehört gewissermassen zum Alltag. Gerade dadurch lernen Musiker aber, nach vorne zu blicken und Mut zu entwickeln, indem sie sich sagen: ‚Das krieg ich hin’.“ Dasselbe gelte für den Umgang mit Fehlern, die einfach immer passieren. Musiker, so Kirsch, lernen jedoch, positiv mit ihnen umzugehen. Beispiele wie diese machen verständlich, weshalb es in Personalabteilungen scheinbar gut an­- kommt, wenn der Lebenslauf zeigt, dass der Bewerber längere Zeit aktiv musiziert hat. Lothar Kirsch: „Dies haben mir zwei Freunde bestätigt, die Personalentscheidungen auf höchster Ebene treffen. Sie wissen, dass Musiker in der Regel angenehme Menschen sind, die gewohnt sind, sich in ein Ensemble, also in ein Team, einzu­- binden, und die gelernt haben, mit Problemen umzugehen.“ Ob man später Profi werden will oder nicht, so das Fazit des Leiters der Städtischen Musikschule: Musik zu machen bildet die Persönlichkeit. „Ich halte es für unsere Gesellschaft insgesamt wichtig, dass möglichst viele Menschen Musik machen und auf diesem Weg lernen, das Potenzial zu erschließen, das in ihnen steckt.“

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