Mozart auf Rädern

Open Air auf dem Hellmairplatz: 500 Menschen lauschen Don Giovanni 

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Rund 500 Opernbegeisterte kamen am Donnerstagnachmittag auf die heiße ‚spanische Piazza‘, den Hellmairplatz, um ‚Don Giovanni‘ Im Taschenbuchformat zu genießen.

Landsberg – Über 2.000 Liebschaften soll Don Giovanni europaweit gehabt haben. Behauptet zumindest Johannes Erkes von „Musik auf Rädern“. Fünf Musiker und fünf Schauspieler brachten die Mozart-Oper am Donnerstag auf den Hellmairplatz. Mit viel Spielfreude und unter großem Applaus.

Ein großer Platz, Sonne satt, Menschenmassen. Es ist heiß. So heiß, dass ein zusätzlicher Sonnenschutz für Technik und Musiker her muss. Den Rebelz Sound spontan und unkompliziert liefert. „Wir hatten mit so einem Ansturm nicht gerechnet“, sagt Patricia Eckstein vom Kulturbüro. Bisher seien immer nur rund 300 Zuschauer dagewesen. Gemeinsam mit nur einer Mitarbeiterin muss sie mehrmals zwischen Rathaus und Platz pendeln: 200 Menschen mehr brauchen auch mehr Stühle.

Giulio Alvise Caselli als Masetto und Maria Jose Fernández als Zerlina beim bühnenreifen Hochzeitskuss.

Während noch ein Auto mit Anhänger durch die Herzog-Ernst-Straße rattert, sind die ersten Töne der Ouvertüre zu hören. Diener Leporello (Thorsten Frisch) schmettert gekonnt sein „non voglio più servir“ ins Menschenrund. Und der Meister persönlich, Don Giovanni (Giulio Alvise Caselli), ermordet den Komtur. Mozarts Oper nimmt seinen unerbittlichen Lauf bis hin zur geheimnisvollen Statue, die den ‚Wüstling‘ letztendlich vernichtet.

Mozart versetzte seine Handlung ins Sevilla von 1730. Weshalb Erkes sogleich die spanische Piazza-Atmo des Platzes erspürt. Seine Geige ersetzt gemeinsam mit Cello, Viola, noch einer Geige und einem Akkordeon das gesamte Orchester. Und auch, wenn die Requisiten des Ensembles in einen kleinen Hartschalenkoffer passen und Kostüme so gut wie nicht vorhanden sind: Mit ihrer Spielfreude und ihren Stimmen meint man doch nach einiger Zeit, in der Loge eines Opernhauses zu sitzen. Oder eben im Rang.

Die Truppe der Stiftung zur Förderung von Kultur und Zivilisation überzeugte auch heuer bei freiem Eintritt. Stadt und VR-Bank Landsberg-Ammersee machten die Aufführung möglich. Und die zwei Kulturbüromitarbeiterinnen leisteten beste Organisation.

Susanne greiner

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