Von Typen, Meeren und Vulkanen

Mica Knorr-Borocco erhält Kunstpreis des Landkreises 

1 von 7
Die 80-jährige Uttingerin Mica Knorr-Borocco erhielt am Samstagabend den Kunstpreis des Landkreises.
2 von 7
Die 80-jährige Uttingerin Mica Knorr-Borocco erhielt am Samstagabend den Kunstpreis des Landkreises.
3 von 7
Die 80-jährige Uttingerin Mica Knorr-Borocco erhielt am Samstagabend den Kunstpreis des Landkreises.
4 von 7
Die 80-jährige Uttingerin Mica Knorr-Borocco erhielt am Samstagabend den Kunstpreis des Landkreises.
5 von 7
Die 80-jährige Uttingerin Mica Knorr-Borocco erhielt am Samstagabend den Kunstpreis des Landkreises.
6 von 7
Die 80-jährige Uttingerin Mica Knorr-Borocco erhielt am Samstagabend den Kunstpreis des Landkreises.
7 von 7
Die 80-jährige Uttingerin Mica Knorr-Borocco erhielt am Samstagabend den Kunstpreis des Landkreises.

Landsberg/Landkreis – „Die vierte Kunstpreisträgerin ist endlich eine Frau.“ Mica Knorr-Boroccos Name sei auch „in den Jahren zuvor schon durch den Raum geschwirrt“, betonte Landrat Thomas Eichinger bei seiner Begrüßung zur diesjährigen Kunstpreisverleihung im Landratsamt am Samstagabend. Dennoch waren die bisherigen Preisträger männlich: Ernst Häckelmann, Bert Praxenthaler und Karl Witti. Umso mehr applaudierten Gäste und Künstlerkollegen im vollbesetzten Sitzungssaal der 80-jährigen Uttingerin für die Auszeichnung des Landkreises.

Mica Knorr-Boroccos Farbenlust bereitet den Besucher bereits im Foyer des Landratsamtes auf die Arbeiten der diesjährigen Kunstpreisträgerin vor. Leuchtendes Blau der Meere, Rot und Gelb, das den fast schon karikaturhaften ‚Typen‘ auf den Tuschezeichnungen vom Hellmairplatz anhaftet. Knallige Menschen und Tiere. Dazwischen auch zurückhaltende Werke: „Letzte Tage“, Arbeiten, in denen die Uttinger Künstlerin Menschen in einer Seniorenresidenz würdevoll porträtiert. Hände, die fast schon skelettartig sind, darüber Augen, die die Welt gesehen haben.

Eigentlich wollte Knorr-Borocco Zeichenlehrerin werden, erzählt Kulturreferent der Stadt Landsberg Axel Flörke in seiner Laudatio. In Konstanz geboren, machte sie 1961 ihren Abschluss als Diplomgrafikerin an der Modeschule in München. Aber die Künstlerin habe ihm verraten, dass es „ihre Geistesfaulheit“ gewesen sei, die sie letztendlich vom Lehrerberuf abgehalten habe. Und dazu führte, dass die Uttingerin in zahlreichen Techniken und Stilrichtungen der Kunst frönte. Porträt, Akt, Momentaufnahme neben Landschafts- und Tierbildern sowie abstrakten Arbeiten. Kommen Tusche und Aquarell in ihren Zeichnungen aufs Blatt, sind die Basis für ihre Landschafts- und Tierbilder Acryl- oder Ölfarben – auffällig für ihn dabei insbesondere der „präzise Umgang mit den Farben und ein dynamischer Strich“, beschreibt Flörke seinen Eindruck.

Zentrales Thema von Knorr-Boroccos Arbeiten sei „der Mensch als Teil des Universums“. Wobei jeder Ort seine eigenen Typen habe – wie beispielsweise die Figuren in „Vor dem Auftritt“, das sie nach einem Besuch im Zirkus Roncalli gemalt habe: einerseits Artisten, die der Renaissance entsprungen zu sein scheinen, andererseits die Zuschauer als Menschen des Jetzt. In Knorr-Boroccos Landschaftsbildern spiegele sich indessen ihr enger Bezug zum Wasser wider: Neben Boden- und Ammersee stehe auch die Insel Lanzarote mit ihren feurigen Vulkanen Modell für die Werke der Künstlerin.

Ein ebenfalls durchgängiges Thema sehe er aber auch in Knorr-Boroccos positiver Lebensauffassung, so Flörke. Diese zeige sich zum Beispiel in „Ultima verita (ratia)“, das die Uttingerin in Andenken an Roger Kroetz gemalt habe. Und in dem, wie in vielen ihrer abstrakten Bilder, das Licht im oberen Teil die Hoffnung auf Erlösung symbolisiere. Die Künstlerin habe ihm gegenüber sogar von einer „Sehnsucht nach Licht“ gesprochen: Denn sie sei „die einzige Sucht, die uns nicht kaputt macht, aber uns weh sein lässt im Herz.“

Kunst sei immer auch eine „Basis für Gespräche, fürs Miteinander“, schloss Eichinger. Und etwas, das die Zeit, und damit auch die Politik, überdauere. Die Preisträgerin nahm die mit 4.000 Euro dotierte Auszeichnung des Landkreises strahlend entgegen. Bedankte sich bei Landkreis, Stadt und Sponsor, der Sparkasse Landsberg-Dießen. Und schloss ihre minimalistische Ansprache mit einem überzeugten „gut“.

Susanne greiner

Auch interessant

Meistgelesen

Ein glänzendes Adventskonzert der Stadtkapelle Landsberg 
Ein glänzendes Adventskonzert der Stadtkapelle Landsberg 
BRK stöhnt: Altkleider im Überfluss
BRK stöhnt: Altkleider im Überfluss
Rentner baut Uttings Sprungturm originalgetreu nach
Rentner baut Uttings Sprungturm originalgetreu nach
Klares Signal für die Fuchstalbahn
Klares Signal für die Fuchstalbahn

Kommentare