"Nach vorne blicken"

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Denklingens neuer Gemeinderat mit Bürgermeister Michael Kießling (hinten Mitte). Zu seinem Stellvertreter wurde Norbert Walter gewählt.

Denklingen – Selten ist in jüngster Vergangenheit eine Sitzung so harmonisch verlaufen wie die konstituierende Sitzung des neuen Gemeinderates. Bei der Wahl des Zweiten Bürgermeisters gab es zwar eine Kampfabstimmung zwischen Norbert Walter und Martin Steger, doch auch diese verlief glatt. Am Ende konnte sich Norbert Walter durchsetzen.

Bisher kam der Gemeindevize traditionell aus Epfach – doch aus diesem Ortsteil ist im neuen Gremium kein Rat mehr vertreten. Martin Steger (Freie Wählergemeinschaft Dienhausen) stellte sich für das Amt des Zweiten Bürgermeisters zur Wahl: Es sei ja im Vorfeld bereits darüber gesprochen worden, dass ein Gemeinderat aus Dienhausen diese Aufgabe übernehmen sollte, argumentierte er. Und er selbst verfüge über zwölf Jahre Erfahrung. Und auch sein Opa, Altbürgermeister Andreas Steger, hätte sich sehr darüber gefreut, fügte er schmunzelnd hinzu. Anton Stahl wünschte sich dagegen einen Kandidaten aus den Reihen der Freien Wählergemeinschaft Denklingen und schlug Norbert Walter vor. Die Freien Wähler hätten die meisten Stimmen erhalten, und Walter komme ja ebenfalls aus Dienhausen, argumentierte Stahl. 

In geheimer Abstimmung setzte sich der neue Gemeinderat Walter dann mit neun Stimmen gegen Steger (sechs Stimmen) durch. Ein dritter Bürgermeister wurde nicht gewählt: Es waren sich alle einig, dass nur ein Stellvertreter für Bürgermeister Michael Kießling bestimmt werden soll. Gleich zu Beginn der Sitzung dankte Kießling der bisherigen Gemeindeführung unter seiner Vorgängerin Viktoria Horber für ihre Arbeit. Bei den Kommunalwahlen sei nun aber auch „Veränderung“ gewählt worden, stellte er fest – angesichts dessen, dass jetzt gleich zehn neue Gemeinderäte (und nur noch vier aus dem bisherigen Rat) dem neuen Gremium angehören. Es wäre natürlich schön gewesen, wenn auch Epfach im Gemeinderat vertreten wäre, meinte Kießling. Für die künftige Zusammenarbeit im Rat wünschte sich der Bürgermeister, „dass wir offen und loyal miteinander umgehen und die Meinung des anderen respektieren“ – „nur so kommen wir gemeinsam weiter. Wichtig sei es jetzt, nach vorne zu blicken, so Kießling, der sich für die Zukunft ein „Miteinander“ wünscht und keine Parteienpolitik. 

Nachdem Bürgermeister Michael Kießling seinen Amtseid abgelegt hatte, wurden die zehn neuen Gemeinderäte vereidigt: Von der Liste „CSU/Freie Bürger“ waren dies Anita Gropp, Martin Ahmon, Robert Merkle, Reinhard Megele, von der Freien Wählergemeinschaft Denklingen Anton Stahl, Stephan Egner und Norbert Walter und von der Freien Wählervereinigung Dienhausen Maximilian Ebner, Johannes Schelkle und Stefan Müller. Aus dem bisherigen Gremium sind noch Andreas Horber (CSU/Freie Bürger), Regina Wölfl, Wolfgang Martin (beide Freie Wählergemeinschaft Denklingen) und Martin Steger (Freie Wählervereinigung Dienhausen) vertreten. 

Gegen eine Pauschale? 

Bei der Aussprache über den Entwurf der Satzung zur Regelung von Fragen des örtlichen Gemeindeverfassungsrechts wurde der Wunsch geäußert, dass die Gemeinde selbst einheitliche Rechner für die Räte anschaffen sollte, anstatt eine IT-Pauschale von 700 Euro für die Ratsmitglieder auszuzahlen. Dieser Punkt soll noch überarbeitet werden. Hintergrund ist, dass die Unterlagen den Räten online zur Verfügung gestellt werden, um die Papierflut einzudämmen. Der Vizebürgermeister erhält laut Beschluss eine monatliche Entschädigung von 200 Euro (im Vertretungsfall zusätzlich 175 Euro pro Tag). Die Dienstaufwandsentschädigung für den ersten Bürgermeister wurde auf monatlich 687,56 Euro, und die Reisekostenpauschale auf 190 Euro im Monat festgelegt. 

Bürgermeister Kießling wurde vom Gemeinderat zum Eheschließungsstandesbeamten bestellt. Seine Vorgängerin Viktoria Horber wird den gesetzlich geregelten Pflichtehrensold in Höhe von 1608 Euro im Monat erhalten. Zudem wurden in der Sitzung die Ausschuss- und Verbandsmitglieder sowie die Referenten bestimmt.

Manuela Schmid

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