Unterwegs in Sachen Waldumbau

Michael Rampp ist neuer Revierförster im nördlichen Landkreis

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Michael Rampp ist der neue Ansprechpartner für Waldbesitzer in neun Gemeinden des nördlichen Landkreises.

Landkreis – Michael Rampp ist ein gefragter Mann. Als neuer Förster im Revier Türkenfeld ist er Ansprechpartner für die Waldbesitzer im nördlichen Landkreis Landsberg und im westlichen Landkreis Fürstenfeldbruck - und viele wollen in diesen Wochen einen Beratungstermin mit ihm. So fährt der 31-Jährige kreuz und quer durch sein Revier - und ist an vielen Orten positiv überrascht.

„Vielen Waldbesitzern ist gar nicht bewusst, was für einen Beitrag zu Natur- und Artenschutz sie bereits leisten“, sagt Rampp. Das Festhalten an Fichten-Monokulturen mache immer mehr dem Umdenken Platz, das von den Forstämtern schon lange gefordert wird. Spätestens seit dem Orkan Niklas im März 2015 und den darauf folgenden Trockenjahren setze sich bei den Waldbesitzern die Erkenntnis durch, dass Monokulturen ausgedient haben. „Die Leute sind interessiert und willig, beim Thema Waldumbau mitzugehen.“ Vielfältige Arten zu haben, ist wichtiger denn je. Der Fichte macht der Klimawandel schwer zu schaffen, die Esche ist aufgrund des Eschentriebsterbens bald zu 100 Prozent ausgefallen. Waldbesitzer können für Neuanpflanzungen eine baum-

artbezogene Förderung beantragen. Ein Controller überprüft später, ob die Pflanzungen wie geplant stattgefunden haben. Immerhin würden Steuermittel eingesetzt, so Rampp. „Und es ist wichtig, dass die Förderung Erfolg bringt.“

Seit der gebürtige Memminger im vergangenen November den Posten des Revierförsters übernommen und sein Büro in Türkenfeld (Landkreis Fürstenfeldbruck) bezogen hat, hat er etliche vorbildliche Waldbesitzer kennengelernt. „Sie verjüngen ihre Bestände zeitig und sind ein gutes Beispiel für andere.“ Auch die Öffentlichkeit könnte davon profitieren, wenn diese Waldbesitzer Führungen anbieten würden, findet Rampp - „nach dem Motto, tue Gutes und rede darüber“. Er selbst betätigt sich seit vielen Jahren ehrenamtlich im Bereich Waldpädagogik. „Ich gehe gern mit Jugendgruppen in den Wald, Das finde ich total wichtig.“

Es gäbe in den Augen des studierten Forstwirts bei Nicht-Waldkundigen einiges auszuräumen an Unwissenheit und Vorurteilen. Oft höre er zum Beispiel, „dass man kein Wild mehr sieht“. Das bedeute aber eben nicht, dass es immer weniger Rehe gibt, sondern dass die Tiere einfach nur tiefer im Wald leben als früher. Und wird ein abgestorbener Baum stehengelassen, ist das keine Nachlässigkeit, sondern ein hervorragender Beitrag zum Artenschutz. „Diese Bäume bringen dem Waldbesitzer gar nichts, aber das Totholz dient als Rückzugsort für verschiedenste Arten von Pilzen, Käfern und Vögeln“, erklärt Rampp.

Der 31-Jährige, der gern in die Berge und auf die Jagd geht, ist in einer Waldbesitzer-Familie aufgewachsen. Als Kind fand er es „absolut schlimm“, jedes Wochenende bei der Holzarbeit helfen zu müssen, und wollte beruflich alles andere lieber machen als Förster zu werden. Doch schon im ersten Semester BWL merkte er, dass es ihn doch nach draußen zog – und so schwenkte er um auf ein Forstwirtschaftsstudium.

Bevor er in die Region kam, arbeitete Rampp dreieinhalb Jahre in Bamberg im Bereich Waldnaturschutz. Nun ist er „total glücklich“ an seiner neuen Wirkungsstätte. „Das Amt ist genial, die Kollegen super.“ Die Waldbesitzer dürfen sich an ihn gewöhnen. Nach zuletzt häufigen Wechseln auf der Stelle hat Rampp nicht vor, in absehbarer Zeit wieder zu verschwinden. „Ich will auf jeden Fall lange bleiben.“

Rampp ist im Landkreis zuständig für die Wälder in den Gemeinden Eching, Egling, Eresing, Geltendorf, Greifenberg, Penzing, Prittriching, Weil und Windach.

Ulrike Osman

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