Parkhaus und Mikro-Apartments:

Landkreis baut Wohnungen für Pflegekräfte am Klinikum

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Landrat Thomas Eichinger und Klinikum-Vorstand Marco Woedl stellten erste Pläne für die neue Wohnbebauung vor.

Landkreis - Der Landkreis Landsberg baut mit Fördermitteln des bayerischen Wohnungspakts II auf dem Gelände des bisherigen großflächigen Parkplatzes am Klinikum drei Wohngebäude mit jeweils 20 "Mikro-Apartments" zu rund 30 Quadratmetern Wohnfläche. Sie sollen ausschließlich für im Krankenhaus tätige Pflegekräfte sowie Schülerinnen und Schüler der hauseigenen Berufsfachschule für Gesundheits- und Krankenpflege zur Verfügung stehen - zu Mietkosten unter 300 Euro pro Wohnung. Außerdem schafft der Landkreis neue Parkplätze in einem oberirdischen Parkhaus sowie unter den Wohngebäuden, die auf Stelzen stehen sollen.

Der Verwaltungsrat des Klinikums hat diesem Vorhaben einstimmig zugestimmt, die Stadt signalisierte ihr Einverständnis, die Finanzierung ist gesichert. Das gaben Landrat Thomas Eichinger und Klinik-Vorstand Marco Woedl heute bekannt.

Hauptgrund für die Maßnahme ist der "Pflegenotstand". Das Klinikum sucht Pflegekräfte. Während in München bereits viele Krankenhausbetten durch den Mangel stillgelegt werden mussten, habe das Klinikum Landsberg seine Kapazitäten noch aufrecht erhalten können. Aber: "Die Bewerberlage wird immer dünner. Und die gestiegenen Mieten sorgen dafür, dass wir immer weniger Bewerber für den Standort Landsberg begeistern können. Wir brauchen daher ein attraktives Gesamtpaket, das Wohnen und Arbeiten vereint", sagte Woedl.

Die Gelegenheit dafür besteht: Das Bauvorhaben, das noch vom Kreisausschuss und dem Landsberger Stadtrat genehmigt werden muss, kann über den aktuellen Wohnungsbaupakt des Freistaats Bayern finanziert werden. Bei 10 Prozent Eigenanteil (das kann das vorhandene Grundstück sein) gibt es 30 Prozent Zuschüsse und für die restlichen 60 Prozent ein zinsloses Darlehen. "Das ist eine rentierliche Angelegenheit", sagte Eichinger.

Auch für die Besucher der Berufsschule, die zumeist noch keinen Führerschein haben, sei die Möglichkeit, am Klinikum ein Apartment zu mieten, ein großer Fortschritt. "Wer etwas weiter weg wohnt, kann den Dienstbeginn um 6 Uhr morgens nur schaffen, wenn die Eltern den Fahrdienst übernehmen", so Eichinger.

Zweiter Grund für die Maßnahme sei, zusätzliche Parkplätze zu schaffen. Die aktuelle Parkplatzsituation sei angespannt, konstatierte Woedl. "Jede Woche ist das Thema bei mir auf dem Tisch." Besonders um 14 Uhr, zum Beginn der Nachmittagsschicht, sei es kaum noch möglich, einen Parkplatz zu erhalten. Außerdem nutzten viel mehr Autofahrer das Areal als Park & Ride-Parkplatz als ursprünglich angenommen. Ob das neue Zwei- oder Drei-Etagen-Parkhaus kostenpflichtig werden soll, stehe noch nicht fest, erklärte Woedl auf Nachfrage des KREISBOTEN.

Die Parketagen können möglicherweise auf der Grundlage des vorhandenen Bebauungsplans errichtet werden, sagte Eichinger. Dies hätten erste Abstimmungen mit Oberbürgermeister Mathias Neuner und Stadtbaumeisterin Birgit Weber ergeben. Damit sei eine Fertigstellung bereits in zwölf Monaten möglich. Für die Wohnbauten sei geplant, einen städtebaulichen Wettbewerb auszuloben. Vor der Realisierung müsse die Bauleitplanung angepasst werden, was deutlich länger dauere. Eichinger und Woedl hoben hervor, dass eine weitere Versiegelung durch das Vorhaben vermieden werde - "wir bauen dort, wo schon versiegelt ist".

Das Gesamtinvestitionsvolumen beträgt 4,4 Millionen Euro. 90 Prozent davon entfallen auf die Wohngebäude, 10 Prozent auf die Parkplätze.

Werner Lauff

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