1,4 Millionen Euro fürs neue Schondorfer Rathaus – Gemeinderat "illegal im Sitzungssaal"

Einstimmig grünes Licht für das von Architekt Edgar Bürger vorgelegte Konzept zur Sanierung des Rathauses hat der Gemeinderat am Mittwoch gegeben. Damit kann die Verwaltung nun pünktlich den ausgearbeiteten Antrag zur energetischen Sanierung mit Hilfe von Mitteln des Konjunkturprogramms II einreichen – bis Ende Juli muss er bei der Regierung von Oberbayern eingegangen sein. Nach einer ersten Schätzung geht Bürger von 1,4 Millionen Euro Baukosten aus. Etwa die Hälfte davon wird aus dem Fördertopf erwartet.

Mit Hochdruck hatte der Architekt die vergangenen drei Wochen am Sanierungskonzept gearbeitet, die letzten Zahlen standen erst kurz vor Sitzungsbeginn fest. Die Summe von rund 1,4 Millionen sei seiner Auffassung nach der „Worst Case“, also der schlimmste aller Fälle. Dabei soll das Konzept als ein Art „grobe Planung“ verstanden werden, das in seiner Tiefe ausreicht, den Antrag für die Fördermittel zu stellen. An diversen Stellschrauben könne man noch im Rahmen des Bauantrages drehen, so Bürgermeister Peter Wittmaack (SPD). Im Blickpunkt der Sanierung stünde vor allem die Dämmung des Daches und der Außenfassade, aber auch die Umgestaltung der Büroräume, Fluchtwege, Toiletten sowie der Eingangsbereich und die Optimierung der Heizanlage. Allein durch die angedachten Maßnahmen ließen sich laut Energieplaner Hilmar Quantz bei den Heizölkosten rund 65 Prozent einsparen. Die Kosten für Licht könne man mit einem neuen Konzept um bis zu 33 Prozent senken. Vor allem aber sollen die 40 Jahre alten Büroräume der Verwaltung an die heutigen Anforderungen angepasst werden. Dies geschehe laut Bürger in enger Abstimmung mit der Verwaltung. Auch ein Fahrstuhl sowie eine elektrisch betriebene Eingangstüre sei vorgesehen. Behoben werden muss laut Bürger auch das mangelhafte Fluchtwegekonzept. „Sie sitzen gerade in einem illegalen Sitzungssaal, da die vorhandenen Fluchtwege für die Anzahl der Sitzplätze brandschutztechnisch nicht ausreichend sind“, betonte der Architekt. Mit Blick auf die Bausumme hatte Thomas Betz (CSU) „etwas Bauchweh“. Walter Mayer (SPD) indes findet die Umsetzung des Konzeptes richtig: „Wir haben verschnarchte Verwaltungsräume, die einfach nicht mehr zeitgemäß sind.“ Für eine „Sanierung aus einem Guss“ sprach sich auch Andreas Dohm (Freie Wähler) aus. Es mache schließlich wenig Sinn, jetzt etwas halbherzig zu tun, um später wieder Geld in die Hand nehmen zu müssen. Auch Bürgermeister Wittmaack sprach sich für das von Bürger erarbeite Sanierungskonzept aus. So seien unter anderem die Toiletten 40 Jahre alt und in einem „furchtbarem Zustand“. Ohnehin problematisch sei der Zuschnitt der Räume: „Nach 40 Jahren muss so was mal umgebaut und angepasst werden.“ Einmalige Chance Bezüglich der rund 700000 Euro, die die Gemeinde aus eigener Tasche für die Rathaussanierung zahlen muss sagte Wittmaack: „Ich glaube, wir können das stemmen.“ Ein Versprechen wollte er mit Blick auf die Auswirkungen der Finanzkrise jedoch nicht geben. Er machte aber noch einmal deutlich, dass dies wohl eine einmalige Chance sei, die man jetzt auch nutzen müsse. Mit dem Baubeginn rechnet Bürgermeister Wittmaack für Anfang Oktober.

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