Neues Heim am See

Das SOS-Kinderdorf übernimmt

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Im ehemaligen Gasthof Drei Rosen werden bald minderjährige Flüchtlinge leben, die ohne Begleitung nach Bayern gekommen sind.

Dießen – Im ehemaligen Gasthof Drei Rosen, der seit einigen Monaten leer steht, soll bald wieder Leben einziehen. Ab Ende Oktober werden dort 22 junge Flüchtlinge betreut, die ohne Begleitung nach Bayern gekommen sind. Für Donnerstag, 29. Oktober, 19 Uhr, lädt der Landkreis zu einer Infoveranstaltung vor Ort, an der neben Landrat Thomas Eichinger auch Mitarbeiter des Jugendamts und des SOS-Kinderdorfs teilnehmen werden.

Bereits in der letzten Gemeinderatssitzung wiesen Bürgermeister Herbert Kirsch und Gemeinderatsmitglied Erich Schöpflin (Leitung SOS-Kinderdorf) auf die geplante Unterbringung hin. Für die Betreuung der 14- bis 17-Jährigen in der vom Landkreis angemieteten Immobilie wird das SOS-Kinderdorf zuständig sein.

Die Umgestaltung des Gasthofs sei mit relativ geringen Aufwand verbunden gewesen, erläuterte Schöpflin auf Anfrage des KREISBOTEN. In jedem der ehemaligen Hotelzimmer, die sich im Ober- und im Dachgeschoss befinden, sollen zwei junge Menschen untergebracht werden. Küche und Gastraum stehen zum gemeinsamen Kochen und Essen sowie als Aufenthaltsraum zur Verfügung, im benachbarten Saal sollen Intensivkurse in Deutsch stattfinden und Integrationswissen vermittelt werden.

Nach drei Monaten sollen die jungen Leute in den zuständigen Berufs- und Mittelschulen unterrichtet werden. Schöpflin geht davon aus, dass für Betreuung und Versorgung mehrere Stellen geschaffen werden: „Wir brauchen Fachkräfte für die Hauswirtschaft, Lehrer und Pädagogen“. Mindestens eine pädagogische Fachkraft soll rund um die Uhr anwesend sein. Der Saal des ehemaligen Gasthofs soll auch als Schnittstelle nach Außen dienen. So kann sich Schöpflin Angebote für Dießener Jugendliche oder Ausstellungen vorstellen, zum Beispiel zu den Hintergründen der Asylsuche.

Inzwischen betreut das SOS Kinderdorf im Landkreis Landsberg 60 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge an unterschiedlichen Standorten – zehn sind es im Kinderdorf in Dießen, weitere sechs bis acht junge Leute sollen bald in einer Wohngemeinschaft an der Rotter Straße hinzukommen. Meist handle es sich bei den jungen Flüchtlingen um sehr motivierte und einsatzfreudige junge Leute, die bereit seien, sich in ihr neues Umfeld zu integrieren. Sehr ausgeprägt sei der Wunsch nach Ausbildung. „Dieses Ziel haben eigentlich alle“, so Schöpflin.

Ursula Nagl

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