Mini-Biergarten muss weg!

Das war’s! Pächterin Doris Dömel (Foto) und Eigentümer Charlie Fischer haben sich nach verlorenem Rechtsstreit entschlossen, das „Wirtshaus am Lech“ zu schließen. Foto: Kruse

Nach gerade einmal eineinhalb Jahren ist die Geschichte des „Wirtshaus am Lech“ schon wieder beendet. Eigentümer Charlie Fischer und Pächterin Doris Dömel haben einen Rechtsstreit verloren und dürfen ihren kleinen Biergarten mit 40 Plätzen nicht mehr weiterbetreiben. „So ist es unmöglich, die Gaststätte über den Sommer zu bringen“, sagt Dömel. Die Konsequenz: Das Wirtshaus wird geschlossen.

Bereits am Montag war Schluss, Doris Dömel sperrte zu und meldete sich vorerst arbeitslos. Nicht nur sie steht damit vor existenziellen Proble­men. „Ich habe viele sozial schwache Angestellte beschäftigt, junge Mütter, die zum ersten Mal eine richtige Stelle hatten. Die haben nicht einen Tag gefehlt und stehen jetzt auf der Straße.“ Dass es soweit kam, liegt an der verzwickten Rechtslage bezüglich des kleinen Grundstücks, auf dem sich der Biergarten befindet. Die Fläche gehört nicht zum Wirtshaus, Fischer hat aber die Grunddienstbarkeit darauf eingetragen. Ärger gab es trotzdem schon länger, jetzt klagte der Eigentümer, dem auch der Zollgarten und das kleine Zollhaus gehören, auf die Schließung. Zwar war laut Doris Dömel eine Nutzungsänderung für die ehemaligen Parkplätze bereits 2004 beantragt und von seiten der Stadt genehmigt, dann aber nicht eingetragen worden. Der Eigentümer duldete offenbar den Biergarten zunächst, so servierte auch der Vorbesitzer des „Wirtshauses“ dort seine indischen Speisen. Jetzt überlegte es sich der Grundstücksbesitzer anders und ist dabei nach Auffassung des Gerichts im Recht. Doris Dömel: „Beim Kauf wurde uns nicht gesagt, dass es einen handschriftlichen Hinweis von ihm gibt, dass die Nutzungsänderung jederzeit widerrufen werden kann.“ Das ist auch ein Grund, warum Fischer neben einem Verkauf oder einer Neuverpachtung der Immobilie darüber nachdenkt, eine Rückab­wicklung des Kaufes anzustreben, da nach seiner Ansicht beim Erwerb nicht alle Fakten auf den Tisch gelegt worden seien. Warum der Eigentümer der kleinen Biergartenfläche jetzt auf eine Schließung drängte, wurde vor dem Landsberger Amtsgericht klar angesprochen: Dieser nehme seinem Schwiegersohn, dem Betreiber des angrenzenden und wesentlich größeren Zollgartens, zu viele Gäste weg. Auf Nachfragen bezifferte dieser den geschätzten Ausfall auf „1000 bis 1500 Euro täglich“, das entspreche rund fünf Prozent seines Umsatzes. Für Doris Dömel ist es „besonders bitter, dass man uns mit unserem Mini­biergarten die Existenz nicht vergönnt.“ Hätte sie diese Entwicklung vorhersehen können, „dann hätten wir das Haus sicher nicht gekauft und so viel Arbeit und Engagement in den Umbau und die Einrichtung der Wirtschaft gesteckt.“

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