Minibigband-Trio „Zucchini Sistaz“ zu Gast in Landsberg

Zucchini Sistaz bringen Foyer zum Swingen

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Viel gute Laune und swingende Entspannung gab‘s beim Auftritt der Zucchini Sistaz im Theaterfoyer. An der Trompete „Schmittchen“ Sinja Schnittker, Jule Bandalet mit ihrem tanzenden Bass und Tina Weizinger an der Gitarre.

Landsberg – Die Zucchini-Sistaz – drei Musikerinnen, die sich dem Swing verschrieben haben. Ihre Auftritte nennen sie „gemüsikalische Unterhaltungskunst“, die sie in ihrer „Zucchini-Zentrale“ kreieren. Und ihr Outfit ist natürlich dem Gemüse entsprechend: grüne Cocktailkleider samt vegetarischem Kopfputz. Denn „Grün ist die Hoffnung, Grün sieht gut aus und Grün steht allen“. Auf Einladung vom s‘Maximilianeum versetzten sie das Publikum am Sonntagabend im Theaterfoyer in swingend-entspannte Stimmung.

Das Damentrio hat sich im Münsterland formiert: Beim Studium in Lingen lernten sich die Musikerinnen kennen – wobei eine von ihnen, Tina Weizinger, eine waschechte Fränkin ist. „Ich leiste sozusagen Entwicklungshilfe in Münster“, zieht sie ihre zwei Mitspielerinnen auf. Aber regionales Gemüse liege jetzt ja voll im Trend. Weizinger ist für die Gitarre zuständig. Oder auch deren zu heiß gewaschene Kollegin, die Ukulele. Die Weizinger liebevoll „Schnuckulele“ nennt.

Mit der Gitarre angefangen hat die Fränkin bereits im Alter von sechs Jahren, erzählt ihre Mutter Johanna. Auch Weizingers Vater Bruno begleitet seine Tochter auf der Tournee. „Wir waren jetzt schon bei drei Auftritten mit dabei.“ Aber jetzt ziehen die Sistaz weiter nach Norddeutschland, „da geht‘s für uns wieder nachhause.“

Die musikalische Hauptagentin des Trios ist ganz unbestritten „Schnittchen Schnittker“. Deren bürgerlicher Vorname lautet Sinje. Sie spielt das Blech: Posaune, Trompete und Flügelhorn, mit Leidenschaft und wahrer Inbrunst. Zum Beispiel bei „Fever“, das sie kreativ mit einem Abstecher ins James-Bond-Thema schmückt. Selbst ein Ausflug ins Holz zur „Schwarzwurzel“ steht ihr gut. Auch wenn die Klarinettenkünste ihrem Blech nicht das Wasser reichen können. Sogar für die Taktunterstützung ist Schnittchen Schnittker verantwortlich. Und schüttelt gerne mal eine Rhythmus-Banane – Obst ist in Ausnahmefällen erlaubt.

Die dritte Dame im Gespann ist die „attraktive Attraktion“ Jule Balandat. Die spielt nicht nur den Kontrabass, sie tanzt auch gerne mit ihm und um ihn herum. Ihre zweite Begabung ist die des Conférenciers. Der sie mit trockenem Humor und Kreativität nachgeht. So führt sie, mit Werzingers Beistand, durchs Programm aus eigens getexteten und komponierten Stücken sowie Evergreens, die gerne auch mal aus dem Pop stammen dürfen. „Aktive Entspannung mit rhythmischer Sportgymnastik“ nennt Balandat die oft eingeforderte Zuschauerbeteiligung mittels Klatschen oder Schnippen. Stimmliche Hilfe vom Publikum ist vor allem bei „Berta“, der Fahrradhupe nötig. Deren Stimmbänder versagt aus Altersgründen des Öfteren. Und so darf das Publikum mit beherztem „Mööp Mööp“ aushelfen. Das Repertoire ist breit. Klassiker wie „Diamonds are a Girls best Friend“ stehen neben Pop-Giganten. Aber dann natürlich in der unverwechselbaren „Zuchinetten-Verpackung“. Zum Beispiel „Männer“ von Grönemeyer, das „grüngefärbt“ weitaus entspannter und melodischer ist als das Original.

Die eigenen Songs mit witzig-klugen Texten haben „unglaublich schöne Nachbarinnen“ wie Fräulein Flunker, den „Showstar im Negligé mit Beruf Augenschmaus“ zum Thema. Oder zwischenmenschliche Beziehungen – besser gesagt, deren Ende. Was Bandalat humoristisch mit personeller Verkleinerung umschreibt: „Handtasche, Schuhe, falsche Wimpern, alles muss einmal gehen. Und am Ende ging das, was von selber laufen konnte.“ Zu viele Unterschiede. Denn „um Haaresbreite steht uns der Gegensatz im Weg.“ Und auch wenn es Weizinger gar nicht passt – „Aber was will man machen, man ist ja ein Trio“ –, die Sistaz leisten auch einen Beitrag zum romantischen Teil des Lebens: ein wunderschönes Liebeslied mit „tanzendem Herz und swingenden Molekülen“.

Schließlich gibt‘s auch noch eine Premiere: „Merken Sie, wie die Aufregung wie Ameisen von der Bühne aus an Ihren Beinen hochkrabbelt?“, fragt Bandalat. Ein Stück, das bisher noch nie vor Publikum gespielt wurde. Mit Bitte um Beurteilung. Zügig und schmissig lassen die Drei einen Boogie erklingen, text- und spielsicher, samt Abschlusspose und Grimassen. Natürlich kann das Publikum da nur eine Farbe ziehen: eindeutig die grüne Karte.

Gegründet haben sich die Zucchini Sistaz 2009. Der Name sei nach einer aufreibenden Probe entstanden, erzählt Weizinger in einem Interview. Denn zum Glück brutzelte ein Zucchini-Auflauf im Ofen, um die entkräfteten Damen zu stärken. Dass sie die Schreibweise ihres Namens nicht dem der Andrew-Sisters angepasst haben, sondern die modernere Hip-Hop-Variante verwenden, liege daran, dass sie kein „musikalisches Museum“ liefern wollen. Vielmehr „entdecken wir Neues in den alten Sachen, drehen sie um und erfinden auch neue Songs.“ Das Publikum im gut gefüllten Theaterfoyer hatte seinen Spaß an den eigenen Songs mit humorigen Texten. Und ließ sich voll auf die Swing-Entspannung ein. Mit leidenschaftlichem Schnippen, Klatschen und Mööpen.

Susanne Greiner

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