Referenzpunkt am Lech

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Beim Abgleich der Koordinaten am Flößerplatz (von links): MdL Alex Dorow, Staatsminister Markus Söder und Oberbürgermeister Mathias Neuner.

Landsberg – Wen am Flößerplatz das plötzliche Gefühl beschleicht, die Kartendarstellung oder Wegfindung seines mitgeführten Smartphones oder Navigationsgeräts sei ungenau, dem kann ab jetzt geholfen werden. Die korrekten GPS-Daten für den Platz am Lechwehr sind nämlich auf einer amtlichen Tafel notiert, die der Bayerische Staatsminister der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat, Markus Söder, jetzt enthüllt hat.

ayern, nun auch in Landsberg: einen offiziell gekennzeichneten „geodätischen Refe­renzpunkt“. Der dient dazu, so Söder, „ganz nebenbei ohne großen Aufwand, im Vorbeigehen, das eigene GPS-Gerät kostenlos zu überprüfen“. Auch die Höhe über Normalnull lässt sich damit auf zehn Zentimeter genau abgleichen. Der korrekte Wert an der Lechmauer am Flößerplatz lautet 585,7 Meter. Der von Bürgern wie Touristen unübersehbare Punkt an der wohl prominentesten Stelle Landsbergs lässt ansatzweise transparent werden, was Vermessungsämter im Alltag leisten.

Geodätische Messpunkte gibt es in sehr großer Zahl, nur kommen sie meist unscheinbar daher. Kaum jemandem fallen die zigtausend Referenzstellen auf, bei denen es sich manchmal um Steine, manchmal nur um Einkerbungen in Felsen handelt. Allein an Höhenfestpunkte werden besondere Anforderungen gestellt, denn sie haben den Anspruch, die Höhe über dem Meeresspiegel auf einen Millimeter genau anzugeben. Alle diese Punkte dienen den Mitarbeitern der Vermessungsämter als Referenz. Doch es sind nicht nur öffentliche Zwecke, die Geodaten erfüllen, wie der Leiter des Vermessungsamts Landsberg, Steffen Kirchner, am Rande der Enthüllung verdeutlichte.

Viele Unternehmen und Wissenschaftler nutzen die Zahlen, Werte, Fotos und graphischen Darstellungen der Behörde für ihre tägliche Arbeit. Digitale Flurkarten, entzerrte Luftbilder (Orthophotos), 3D-Gebäudemodelle, Hausumringe und historische Uraufnahmen gehören zum komplexen und vielfältigen Angebot des „Landesamts für Digitalisierung, Breitband und Vermessung“ des Freistaats und seiner Filiale in der Lechstadt. Insofern war die Einrichtung des Landsberger Referenzpunkts eine leichte Übung für die Behörde.

Allerdings kann sie eine Frage wohl auch nicht beantworten: Was geschieht, wenn der Vergleich zwischen den amtlichen Koordinaten und dem eigenen Smartphone oder Navigationsgerät eine Diskrepanz zu Tage fördert? Da die meisten Geräte zur privaten Nutzung eine Kalibrierung nicht vorsehen, bleibt dann nur der Weg zum Händler. Und bei dem hat mit den offiziellen GPS-Daten vom Flößerplatz ab jetzt ein gutes Argument.

Werner Lauff

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