Wieder weniger Azubis

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Jedes Jahr wird die Bewerberlücke größer – diese Bilanz zieht IHK-Regionalausschuss-Vorsitzender Reinhard Häckl.

Landkreis – Die Betriebe im Landkreis haben 2016 erneut weniger Azubis eingestellt: Mit 356 neu abgeschlossenen Lehrverträgen in Industrie, Handel und Dienstleistungen ergibt sich ein Minus von 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, so die jüngsten Zahlen der IHK für München und Oberbayern.

153 Verträge schlossen die Unternehmen in gewerblichen Ausbildungsberufen ab, 203 in kaufmännischen. Im oberbayernweiten Vergleich liegt der Landkreis mit diesem Ergebnis sogar über dem Durchschnittswert. Im Regierungsbezirk ging die Zahl der Neuverträge insgesamt um 0,6 Prozent zurück.

„Wenn sich immer weniger junge Menschen für eine duale Berufsausbildung entscheiden, wird es für die Betriebe immer schwieriger, ihren Fachkräftenachwuchs zu sichern. Mittlerweile müssen Unternehmen schon das ganze Jahr über nach geeigneten Bewerbern suchen“, kommentiert Reinhard Häckl, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Landsberg, die aktuellen Zahlen.

Insgesamt meldeten Unternehmen der Arbeitsagentur im vergangenen Jahr 788 freie Ausbildungsplätze für den Landkreis. 97 blieben zum Stichtag 30. September 2016 unbesetzt. Gleichzeitig verzeichnete die Agentur für Arbeit nur vier unversorgte Bewerber. „Vor allem kleine und mittlere Unternehmen werben intensiv um jeden Schulabgänger und investieren so viel wie noch nie in die Ausbildung. Aufgrund der guten Konjunktur und des Fachkräftemangels bieten sie reichlich Lehrstellen an, bekommen aber immer weniger Bewerbungen“, so Häckl weiter. Als Hauptgründe nennt der Vorsitzende die rückläufigen Schulabgängerzahlen von Mittel- und Realschulen sowie den Trend zu weiterführenden Schulen und zum Studium. Häckl fordert deswegen mehr bildungspolitischen Realitätssinn: „Eine Ausbildung ist für viele Schulabgänger eine bessere Wahl als ein abgebrochenes Studium.“

Laut der letzten IHK-Zählung sind derzeit 229 Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen im Landkreis aktive Ausbildungsbetriebe. Sie stehen für rund 60 Prozent der dualen Ausbildungsverträge. Gegenüber dem Vorjahr hat die Anzahl der Ausbildungsbetriebe um 13 abgenommen. Allerdings haben sich seit dem Höchststand von 2010 wegen des Bewerbermangels per Saldo 23 Unternehmen aus der Ausbildung verabschiedet.

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