20 Minuten später zur Schule? – Im RVO-Bus zum Unterricht: Schulverband sieht klare Vorteile

Unterricht erst ab 8.20 Uhr? Nach Meinung des Schulverbandes Fuchstal würde dies deutliche Vorteile mit sich bringen: Denn die Schüler könnten dann größtenteils die RVO-Busse nutzen. Neben einer im Bereich von jährlich 40000 Euro bis 70000 Euro könnten in vielen Fällen auch die Fahrzeiten verkürzt werden. Diese Fakten haben der Schulverbandsvorsitzende Erwin Karg und Verbandskämmerer Gerhard Schmid in einem Pressegespräch dargelegt. Über das Konzept, das der Schulverband ausgearbeitet hat, sollten die Eltern Anfang dieser Woche schriftlich informiert werden. Bei einigen Müttern und Vätern, insbesondere aus Epfach, regt sich aber bereits heftige Gegenwehr: Diese Eltern haben jetzt eine Unterschriftenaktion gegen die Pläne des Schulverbandes gestartet.

Wenn der Unterricht an den Grundschulen in Denklingen, Fuchstal und Unterdießen sowie an der Hauptschule Fuchstal 20 Minuten später als jetzt beginne, könnten zwei Schulbusse eingespart werden, wie Kämmerer Gerhard Schmid erklärte. „Die RVO baut uns goldene Brücken“, so Schmid: Sie sei bereit, Abfahrtszeiten zu ändern und Haltestellen zu verlegen. So würde der öffentliche Bus dann direkt an der Denklinger und an der Leederer Grundschule halten. In den Bussen hätten die Schüler auch genügend Platz. Die Schülerbeförderungsverordnung sehe ohnehin vor, dass öffentlichen Bussen der Vorzug gegeben werden sollte, zitiert der Kämmerer die Vorschriften. Die Diskussion um die Einbindung der RVO-Busse war aufgekommen, nachdem der Elternbeirat der Volksschule Fuchstal kritisiert hatte, dass einige Hauptschüler nach dem Nachmittagsunterricht teilweise bis zu eineinhalb Stunden mit dem Schulbus unterwegs seien, bis sie nach Hause kämen. Mit dem RVO-Bus wären diese Hauptschüler hingegen nur wenige Minuten unterwegs, da sie nicht die komplette Runde des Schulbusses mitfahren müssten. Trotz späterem Schulbeginn sollten die Kinder aber weiterhin schon ab 7.30 Uhr in die Schule kommen können und würden ab dieser Zeit auch beaufsichtigt. In der Hauptschule Fuchstal soll den Schülern, die frühmorgens kommen, auf Wunsch ein Frühstück geboten werden. Grundschüler aus Epfach wären mit den neuen Busfahrzeiten an einem Tag mit sechs Unterrichtsstunden künftig insgesamt vier Minuten länger außer Haus: Sie würden also um acht Uhr in Epfach losfahren und um 13.52 Uhr dort wieder ankommen. Wenn sie nach der vierten oder fünften Stunde aus haben, würden sich die Epfacher Grundschüler an diesen Tagen sogar 25 Minuten einsparen. Protest bei Epfachern Die Epfacher Eltern, die jetzt eine Unterschriftenaktion gestartet haben, finden diese Busfahrzeiten denkbar ungünstig – vor allem für berufstätige Mütter, die schon vor acht Uhr zur Arbeit müssten. Zudem halten sie es für zu spät, wenn Grundschüler erst um 14 Uhr nach Hause kämen: Denn dann bliebe weniger Zeit für Hausaufgaben und Freizeitaktivitäten. Darüber hinaus fürchten die Initiatoren der Unterschriftenliste, dass die Sicherheit ihrer Kinder in den RVO-Bussen nicht gewährleistet sei. Vor allem aber kritisieren sie, dass die Eltern bisher offiziell noch nicht über die Pläne informierte wurden: „Wir leiden unter einem Informationsdefizit“, sagt Markus Martin stellvertretend für mehrere Epfacher Eltern. Der Schulverband wird für Eltern jedoch am heutigen Mittwoch, den 15. Juli um 19 Uhr in der Fuchstalhalle eine Info-Veranstaltung abhalten. Außerdem gibt es noch eine schriftliche Elternumfrage. Erst danach wird der Schulverband entscheiden, ob der Umstieg auf RVO-Busse ab September vollzogen wird – was dann erst mal probeweise für eine Jahr getestet würde.

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