Sozialwohnungen für Kaufering

Mit dem Bauvorhaben in der Kauferinger Schlesierstraße geht es voran

Freies Grundstück in der Kauferinger Schlesierstraße.
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Auf dem freien Grundstück in der Schlesierstraße sollen 34 sozial geförderte Mietwohnungen entstehen.
  • VonAndrea Schmelzle
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Kaufering – Schon lange wird in der Marktgemeinde diskutiert, wie das freiliegende Grundstück in der Schlesierstraße genutzt werden soll. Ein konkreter Bebauungsplan für sozial geförderten Wohnungsbau liegt bereits seit dem Jahr 2016 vor. Im letzten Bauausschuss des Gemeinderates kam das Thema nun neu auf den Tisch. Denn es scheint voranzugehen – im nächsten Jahr soll es losgehen mit dem Bau von 34 Sozialwohnungen. Erstmalig liegt ein Bauantrag vor – eingereicht durch die gemeinnützige Siedlungsgesellschaft Oberbayerische Heimstätte. Nun galt es für die Gemeinde, über einige Abweichungen vom Bebauungsplan zu sprechen.

„Wir freuen uns, dass ein Bauantrag da ist und dass es endlich weitergeht“, betont Claudia Endres, Leiterin des Nichttechnischen Bauamtes Kaufering. Dass es nun vorwärts geht, begrüßte auch Zweite Bürgermeisterin Gabriele Hunger, die die Sitzung des Bauausschusses leite. Eigentlich hätte es nämlich schon viel früher losgehen sollen.

Das 3.419 Quadratmeter große Grundstück gehört dem Landkreis. Der wollte das soziale Wohnungsprojekt eigentlich selbst in die Hand nehmen. Veranschlagte Kosten: fast sieben Millionen Euro. Das müsse man aber auch umsetzen können, meint Landratsamt-Pressespreche Wolfgang Müller. Letztlich hätten sich die Räte des Kreisausschusses mit Beschluss von Ende 2018 entschieden, mit der Durchführung des Bauvorhabens die Oberbayerische Heimstätte zu beauftragen. „Mit dem Ziel, öffentlich geförderte Wohnungen zu realisieren, hat der Landkreis uns im September 2020 das Grundstück im Erbbaurecht überlassen“, bestätigt dessen Geschäftsführer Michael Zaigler. Das Münchener Wohnungsunternehmen, dessen Eigentümer der Bezirk Oberbayern ist, besitzt und bewirtschaftet rund 5.700 Mietwohnungen. Etwa die Hälfte der Wohnungen sind mietpreis- oder belegungsgebunden.

In drei Gebäuden sollen nun auf drei Geschossen 34 öffentlich geförderte Mietwohnungen entstehen, mit ein- bis vier-Zimmern und Wohnflächen zwischen 39 und 98 Quadratmetern, so Zaigler. Für die Wohnungen im Erdgeschoss und im zweiten Obergeschoss sind eine Terrasse, für die Wohnungen im ersten Obergeschoss ein Balkon vorgesehen. Zudem sollen 18 oberirdische Stellplätze sowie eine Tiefgarage mit 33 Parkplätzen errichtet werden.

Seitens der Marktgemeinde wurde der Antrag geprüft, wobei kleinere Abweichungen zum Bebauungsplan festgestellt worden seien, meint Endres. Laut Bebauungsplan seien drei Bauräume mit Grundflächen von zweimal 450 sowie einmal 180 Quadratmetern festgesetzt, beantragt wurden Gebäude mit einer minimalen Überschreitung in der Grundfläche. Dem wurde stattgegeben.

Gewünscht seien seitens des Bauherrn zudem zusätzliche Fahrradanlagen vor den Hauseingängen. Die sah der Bebauungsplan von 2016 nicht vor. „Eine wünschenswerte Befreiung vom Bebauungsplan“, meint Endres, der die Gemeinderäte auch einstimmig zustimmten.

Zulassen musste die Kommune auch Abweichungen bei der Breite von vier oberirdischen Parkplätzen, die mit den im Bauantrag angegebenen 2,30 Metern nicht die geforderte Breite von 2,60 Metern aufweisen können. Gerade erst in diesem Jahr hatte die Gemeinde ihre Stellplatzsatzung überarbeitet und die Breite von 2,50 auf 2,60 Meter angepasst, um auf zunehmend größer werdende Autos zu reagieren (der KREISBOTE berichtete).

Da es sich hier um das Ende einer Sackgasse handele, behindere es niemanden, wenn nunmehr 30 Zentimeter fehlen, meint Endres. Daher sei auch hier eine Zustimmung dieser Abweichung problemlos möglich gewesen.

Baum weg?

Ein weiterer Verhandlungspunkt auf der Sitzung betraf einen größeren Laubbaum, der „entgegen der Darstellung im Bebauungsplan näher – beziehungsweise zu nah – am Baufeld des Gebäudes steht“, erklärt Endres. Seitens der Bauherren sei der Wunsch geäußert worden, diesen zu fällen und an anderer Stelle einen Ersatz zu verpflanzen, da es sonst „fast unmöglich sei, hier eine Baugrube zu errichten“.

Auch hier hat die Gemeinde zugestimmt. Entscheiden müsse das jedoch letztlich die Untere Naturschutzbehörde, so Endres. Laut vorliegendem Außenanlagenplan sei die Pflanzung von insgesamt 16 „Großbäumen“ auf dem Grundstück vorgesehen.

Genauer angeschaut hat sich den Bauantrag Sascha Kenzler (UBV) und festgestellt, dass die sozial geförderten Wohnungen etwas größer seien als die geplanten Wohnungen für das gemeindeeigene Baugebiet Lechfeldwiesen V. Auf der Sitzung schlug er vor, dieses Grundriss-Konzept wohlwollend in die Beratungen zum eigenen Baugebiet mit einzubeziehen. „Wir werden uns das nochmal genauer anschauen“, äußert sich Endres dazu.

Geplant ist der Baubeginn für die 34 öffentlich geförderten Wohnungen in der Schlesierstraße im Sommer nächsten Jahres. Bis Ende 2023 soll alles fertig sein. Genehmigen muss das Bauvorhaben nun noch der Landkreis Landsberg.

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