Miteinander von Anfang an

Respektvoll aber mit Humor informiert diese Broschüre über gelebte Inklusion sowie den Caritas-Wettbewerb.

Inklusion, die von der UN-Behindertenrechtskonvention geforderte aktive Beteiligung von Menschen mit Behinderungen, soll keine akademische Debatte bleiben. Deshalb lobt der Caritasverband für die Diözese Augsburg gemeinsam mit den an­- geschlossenen 30 Dienststellen der Offenen Behinderten Arbeit (OBA), darunter auch die in der Lechstadt, den „Caritas-Teilhabepreis 2011“ mit einem Gesamtpreisgeld in Höhe von 5000 Euro aus.

Im Landkreis Landsberg leben laut Hans-Peter Bichler, Leiter der Offenen Behinderten Arbeit im Ökumenischen Sozialzentrum St. Martin, rund 9000 Menschen mit unterschiedlichsten Behinderungen. Zum Teil nehmen sie ganz „normal“ am Gemeinde- und Vereinsleben teilnehmen. Viele Menschen mit Behinderung sind in speziellen Selbsthilfe- und Kontaktgruppen organisiert und sichern sich so die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Aktiv im Geschehen Im Behindertenbeirat für den Landkreis Landsberg engagieren sich neben Mitarbeitern aus der Behindertenhilfe vor allem Delegierte aus Selbsthilfegruppen und weitere Freiwillige, um die Interessen behinderter Men­schen auch auf politischer Ebene zu vertreten. Trotzdem sind Menschen mit Behinderung im gesellschaftlichen Leben häufig nicht von Anfang an und selbstverständlich dabei oder werden sogar ausgeschlossen. In einem Wettbewerb will der Caritasverband für die Diözese Augsburg deshalb Veranstaltungen prämieren, an denen Menschen mit Behinderung nicht nur teilnehmen können, sondern auch aktiv am Geschehen beteiligt sind. Seit 2009 gilt in Deutschland die UN-Behindertenrechts­kon­vention, die mehr als Integration fordert. Das Ziel ist die volle Inklusion behinderter Menschen. „Gemeint ist damit ein Miteinander von Anfang an und dies in allen gesellschaftlichen Lebensbereichen. Menschen mit Behinderung haben dabei die gleichen Rechte zur Teilhabe und Teilgabe, also die aktive Mitgestaltung“, erklärt Hans-Peter Bichler. Er steht als örtlicher Ansprechpartner den Wettbewerbsinteressierten aus dem Landkreis als Ratgeber und Vermittler zur Seite. Zudem gibt es kleines Handbuch, in dem die Vorgaben respektvoll, aber doch mit gewissem Humor zusammengefasst sind. Bichler: „Es geht hier zum Beispiel nicht um perfekte Barrierefreiheit, sondern vor allem um den Impuls des Zusammenkommens und des gemeinsamen Gestaltens – da können auch einfache Lösungen gestrickt werden.“ Der Wettbewerb richtet sich an Kommunen, Pfarrgemeinden, Schulen, Vereine, Verbände und Unternehmen, die zwischen 1. Januar und 30. Sep­- tember 2011 eine öffentliche Veranstaltung durchführen. In Frage kommen dafür beispielsweise Bürger-, Pfarr- und Vereinsfeste, Theateraufführungen und Konzerte, aber auch ein nachbarschaftlich organisiertes Straßenfest oder eine sportliche Veranstaltung. Spätestens sechs Wochen vor der geplanten Veranstaltung sollte die Anmeldung für den Wettbewerb erfolgen. Als Veranstalter nicht zu­- gelassen sind Einrichtungen und Gruppen aus der Behindertenhilfe, die aber sehr wohl beteiligt werden können. „Es geht auch nicht darum, eine Aktion nur für den Wettbewerb auf die Beine zu stellen“, so Bichler. Erfahrbare Inklusion Als Gewinne winken Preisgelder in Höhe von insgesamt 5000 Euro. „Wir wollen mit dem Wettbewerb den Gedanken der Inklusion konkret erfahrbar machen, als eine an sich einfache praktische Lösung für eine Teilnahme aller in einer Gemeinde“, sagte Diözesan-Caritasdirektor Prälat Peter C. Manz bei der Vorstellung der Aktion. Manz ermutigte zum Mitmachen, denn „wir haben die Chance zu erfahren, wie vielfältig, bereichernd und bunt unsere Gesellschaft ist, wie viel an Engagement, Ideenreichtum und Können in ihr steckt – und am Ende gewinnen wir alle!“ Im Herbst 2011 wird eine Jury über die Sieger entscheiden. Zur Prämierung der Gewinner wird der Caritasverband Augsburg eine zentrale Abschluss­veranstaltung durchführen. Infos zum „Caritas-Teilhabepreis 2011“ gibt es im Internet unter www.caritas-augsburg.de oder bei der Offenen Behinderten Arbeit im Ökumenischen Sozialzentrum St. Martin in Landsberg, Tel. 08191/928625, oder e-Mail obasanktmartin@t-online.de.

Meistgelesen

"Coole Gedanken" für Gut Mittelstetten
"Coole Gedanken" für Gut Mittelstetten
Toll: Das erste Azubi+ ist da!
Toll: Das erste Azubi+ ist da!
Söder: "Nazi-Vorwürfe sind eine Sauerei"
Söder: "Nazi-Vorwürfe sind eine Sauerei"
"So nicht, Herr Erdogan!"
"So nicht, Herr Erdogan!"

Kommentare