Daniel Marx und Rainer Seidel in Thaining

Ein Miteinander der Gegensätze: Gitarre und Fagott im Rochlhaus

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Gitarrist Daniel Marx und Fagottist Rainer Seidel führten ihre Zuhörer im Rochlhaus vom Barock bis in die Moderne.

Thaining – Fagott ist sicher eines der weniger oft gehörten Instrumente. Trifft es zudem auf Gitarre, entsteht Musik mit Seltenheitswert. Genießen konnte man die beim Konzert „Gitarre trifft auf Fagott“ im Rochlhaus am Samstag in Thaining. Daniel Marx, Shooting-Star der klassischen Gitarrenszene, und Rainer Seidel, Fagottist beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks boten ein Klangerlebnis der Extraklasse.

Dass die beiden Profimusiker ins Rochlhaus gefunden hatten, war Markus Fromm zu verdanken. Holzblasinstrumente-Bauer mit Werkstatt in Thaining hatte die beiden ins Rochlhaus eingeladen.

Die besondere Atmosphäre, die beim Zusammenspiel dieser beiden auf den ersten Blick so ungleichen Instrumente entsteht, war schon beim ersten Stück – einer für Gitarre und Fagott bearbeiteten Sonate in e-moll von Georg Philipp Telemann – zu erleben. Von Anfang an legte sich eine intensive, aber dennoch ruhige Stimmung über die gut geheizte alte Tenne des Rochlhauses. Eine Bühne, auf der die Zuhörer den Künstlern ganz nah kommen können, fast wie bei einem Hauskonzert.

Das brillante Spiel des jungen Konzertgitarristen Daniel Marx ging jederzeit einen lebhaften Dialog mit dem tiefen Holzblasinstrument ein. Dass beide In­strumente ein harmonisches Ganzes ergeben, war auch dem Barock-Komponisten Carl Andreas Göpfert bekannt, der eine Sonate für diese Besetzung komponierte. Die Marx und Seidel überzeugend erklingen ließen.

Bei den folgenden zwei Stücken für Konzertgitarre solo konnte Marx sein herausragendes Können unter Beweis stellen: „Lob der Thränen“ und „Ständchen“ von Franz Schubert, bearbeitet in den 1840er Jahren von Johann Kaspar Mertz, erforderte große Gitarrenvirtuosität, die der junge Musiker auch bei den technisch schwierigsten Stellen mühelos bewies.

Nach der Pause kamen die modernen Komponisten zu ihrem Recht. Seidel interpretierte das Werk „Fantasia“ des britischen Komponisten Malcom Arnold, der unter anderem für seine Musik zum Film „Die Brücke am Kwai“ einen Oscar erhielt. Die Fantasie für Fagott solo bestach durch Spannung und Intensivität, wobei Seidel die schnellen Läufe präzise und perfekt akzentuiert meisterte.

Es folgten noch zwei Duette: das flüssige „Agua e Vinho“ des brasilianischen Gitarristen Egberto Gismontis und ein Stück des Argentiniers Astor Piazzolla, dem Begründer des Tango Nuevo. Hier konnten sich die Zuhörer mit „Lo que Vendra – Café 1930“ nach Buenos Aires träumen und der Leidenschaft des Tangos lauschen.

Von Klassik über südamerikanische Akzente bis hin zur Moderne: Das Treffen von Gitarre und Fagott bot einen musikalisch brillanten und abwechslungsreicher Abend. Und das Rochlhaus wurde seiner Bestimmung als Kulturhaus wieder einmal in vollem Umfang gerecht.

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