Reichlich Lohn fürs Ehrenamt

Mitgliederversammlung: Nachbarschaftshilfe Dießen zieht höchst erfreuliche Jahresbilanz

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Alle strahlen, nur der Kassenwart schaut trotz erfreulichem Kontostand ernst. Unser Bild von der Versammlung der Nachbarschaftshilfe Dießen zeigt (von links) Peter Raithel von GemEINSAM, die Vorsitzende Sabine Krämer und ihre Vize Antoinette Bagusat sowie Andreas Lotter.

Dießen – Über eine so prall gefüllte Vereinskasse würde sich mancher Verein freuen. Mit 28.887 Euro kann die Nachbar­schaftshilfe Dießen im kommenden Jahr wieder als „soziale Feuerwehr“ Mitbürgern in vorübergehenden Notsituationen schnell und unbürokratisch zur Seite stehen. So wie heuer bei bereits 330 Hilfeanfragen. Sabine Krämer, Vorsitzende und unermüdlicher „Motor“ des gemeinnützigen Vereins, konnte bei der Mitgliederversammlung in Riederauer Gasthof Kramer eine stolze Bilanz vorlegen.

Bei der Gründung des Vereins im Jahr 2014 waren es gerade mal 35 Anfragen vor allem von älteren Mitbürgern, heuer bereits 330. Durchgeführt wurden bislang in diesem Jahr 145 Fahr- und Begleitdienste mit 2.110 Kilometern zu Ärzten in Dießen, Landsberg, Weilheim oder Herrsching. Dazu wurden 63 Einkäufe und Besorgungen erledigt. 52 Hausbesuche oder gemeinsame Spaziergänge standen an sowie Hilfen bei Korrespondenzen und Anträgen für Behörden.

Aber auch bei handwerklichen Gefälligkeiten, wie etwa Möbel aufbauen, Lampen wech­seln oder Sperrmüll vor die Haustüre räumen, packten die Ehrenamtlichen an. Der Verein sieht sich als „soziale Feuerwehr“ und unterstützt hauptsächlich ältere Menschen, die auf fremde Hilfe angewiesen sind und baut dort Brücken, wo traditionelle Hilfe aus dem Umfeld von Familien, Freunden oder Nachbarn fehlt.

Die Nachbarschaftshilfe Dießen hat 62 Mitglieder, davon 51 Aktive. Wenn Anfragen über das Hilfsangebot hinausgehen, vermittelt man an andere Institutionen: Pflegedienste, Essen auf Rädern und andere Vereine, etwa „GemEINSAM Ammersee“, dessen Vorsitzender Peter Raithel interessierter Gast bei der Mitgliederversammlung war. Wie mit ihm haben Sabine Krämer und ihre Vize Antoinette Bagusat inzwischen ein bestens funktionierendes Netzwerk mit anderen Vereinen aufgebaut.

Zur Feier des „Fünfjährigen“ und zum Jahresausklang lädt die Nachbarschaftshilfe für 13. Dezember um 14 Uhr in den Dießener Gasthof „Unterbräu“ am Untermüllerplatz zu Musik, Kaffee und Kuchen ein. Hier finden auch regelmäßig gemeinsame Mahlzeiten statt, was für viele ältere Menschen nicht mehr selbstverständlich ist. Das Essen wird oft auf Rädern gebracht und einsam verspeist. Dagegen wurde die bundesweite Aktion „Zu Tisch – aber gemeinsam“ ins Leben gerufen, an der sich inzwischen über 120 Vereine und Organisationen beteiligen. Der Dießener Hilfskreis hat erkannt, dass die beste Zutat zu einem Essen gute Gesellschaft ist – und die wird im Unterbräu geboten. Wirt Michael Brink serviert an diesen besonderen Tagen ein komplettes Menü zu einem günstigen Preis. Wenn Senioren nicht mehr gut zu Fuß sind, werden sie sogar abgeholt und wieder heim gefahren.

Auch für das kommende Jahr sind zahlreiche gesellige Aktionen mit Senioren geplant, unter anderem ein Busausflug auf den Hohen Peißenberg. Eine neue Idee abseits der Senioren-Hilfe stellte Sabine Krämer zur Diskussion. Ein sogenannter „Kinder-Frei-Tag“ könnte alleinerziehende Mütter einmal im Monat entlasten. Vereinsmitglieder würden sich für ein paar Stunden mit den Kids beschäftigen. Als passende Räumlichkeit stellt man sich das SOS-Kinderdorf Ammersee-Lech in Dießen vor, mit dem bereits Gespräche laufen.

Große Freude kam auf, als Kassenwart Andreas Lotter seinen Finanzbericht vorlegte. Betrug der Kassenstand zum 31. Dezem­ber vergangenen Jahres 8.316 Euro, so standen am 11. November 2018 unglaubliche 28.887 Euro in den Büchern. Grund waren neben den Mitgliedsbeiträgen drei Großspenden. Einmal 15.000 Euro von der Stiftung „Pro Bono Seniore“, 4.600 Euro aus einem Bundeswehr-Benefizkonzert des Lions-Clubs im Augustinum (der KREISBOTE berichtete) sowie 1.000 Euro aus der Oster-Tombola der Dießener Pizzeria „La Gondola“. Die großzügigen Spenden seien „Beweis und tolles Zeugnis“ für den guten Ruf der Nachbarschaftshilfe, wie Sabine Krämer in ihrer Dankesrede betonte.

Wer helfen will oder selbst Hilfe benötigt, kann sich über Telefon 0152/5989 6061 bei Sabine Krämer melden. 

Dieter Roettig

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