Wohin nur mit den Pferden?

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Nur der Schriftführer ist neu im Vorstand des Ruethenfestvereins: (von links) Bernhard Tobisch (Festzugsleitung), Inge Egger (Werbung), Karl Hecht (Festzeichenverkauf), Christine Mayer (Kostüme), Matthias Müller (Schriftführer), Heike Neumeyer (2. Vorsitzende) und Tobias Wohlfahrt (1. Vorsitzender).

Landsberg – Das nächste Ruethenfest 2019 wird anders: Das Festspiel „Licca Line“ wird nicht mehr stattfinden, die „Carmina Burana“ soll etwas bodenständiger sein und die Pferde brauchen eine neue Bleibe. Auf der Mitgliederversammlung des Ruethenfestvereins fasste der erste Vorsitzende Tobias Wohlfahrt das vergangene Spektakel in Zahlen zusammen und stellte die Möglichkeiten des zukünftigen Ruethenfestes vor: „Zurück zu den Wurzeln“ lautet die Devise.

„2015 war eins der schönsten Ruethenfeste“ war nur eine der positiven Rückmeldungen, die Wohlfahrt bekommen hatte. Das Wetter war bis auf kurze Ausreißer gut und die neue „gute Stube Landsbergs“, der Hauptplatz, hat sich bewährt. Lediglich die Positionierung der Tribünen sowie die Absperrungen müssten noch verbessert werden, resümierte Wohlfahrt. Auch das Drama um „die kleine Rinne“ am Straßenrand habe sich als nichtig herausgestellt: „Kein Kind ist vom Wagen gefallen.“

Finanziell hat ebenfalls alles geklappt: Durch den Festzeichenverkauf nahm der Verein über 150.000 Euro ein, weitaus mehr als 2011. Allerdings hatte Wohlfahrt auf Einnahmen von knapp 190.000 Euro gehofft, aber „der Verkauf von Tickets am Schmalztor ist zurückgegangen“. Wahrscheinlich seien doch einige ohne Tickets an dieser Stelle durchgeschlüpft, vermutete der Vorsitzende. Beim nächsten Fest wolle man deshalb einerseits die Absperrungen konsequenter durchführen und zudem mehr und deutlicher gekleidete Ticketverkäufer aufstellen: „Tatsächlich haben mehrere Besucher gesagt, sie hätten die Verkäufer nicht gesehen.“

Mehrkosten hatte der Verein bei den Tribünen, da die Stadt diese Kosten nicht wie noch 2011 übernommen hatte. Ebenso musste der Verein Fahnenmasten und Fahnen für das neue Gelände Hauptplatz anschaffen. Zwar spendeten sowohl Stadt als auch Sparkasse je ein Drittel der dafür notwendigen 12.000 Euro, aber die Stadt habe nun auch die Möglichkeit, die Masten selber zu nutzen – umsonst. Gegen diese Praxis gab es lautstarken Protest, vor allem vom ehemaligen Vereinsvorsitzenden Hermann Helminger: „Wenn die Stadt den Nutzen des Festes für Landsberg nicht zu schätzen weiß und uns diese Infrastruktur nicht bietet, müssen sie eben die Masten in Zukunft leasen.“

Trotz Masten steht der Verein gut da: 2015 schloss er mit einem Plus von knapp 35.000 Euro ab, sodass das aktuelle Guthaben auf der Bank bei circa 200.000 Euro liegt. „Das Geld brauchen wir aber auch“, warnte Wohlfahrt. Beim nächsten Ruethenfest kann der Verein die gut 100 benötigten Pferde nicht mehr im Bauhof unterbringen: Die Räumlichkeiten werden dann nicht mehr vorhanden sein.

Natürlich könne man ein Zelt für die Pferde mieten, „aber damit wären unsere Ausgaben locker um 30 Prozent höher als jetzt“, rechnete Wohlfahrt vor. Er plädiere vielmehr für den Bau einer Halle: „Ich habe schon mit dem OB gesprochen und er hat uns die volle Unterstützung der Stadt zugesagt.“ Es gehe darum, ein Grundstück günstig zu erwerben, auf dem auch gebaut werden dürfe. Die Halle müsse nicht nur für den Verein sein, „denn auch der Bauhof und die Feuerwehr brauchen Platz.“ Mit dem OB habe er bereits ein Grundstück ausgespäht. Wo das liegt, wollte Wohlfahrt noch nicht verraten, „aber die neue Halle muss rein organisatorisch im Osten Landsbergs sein.“

Auch künstlerische Neuerungen sprach Wohlfahrt an. Die Aufführung der „Carmina Burana“ habe ihn Blut und Wasser schwitzen lassen: „Die Tickets waren nicht gerade günstig, aber die Kosten mussten ja eingespielt werden.“ Er könne verstehen, dass Stadtkantor Johannes Skudlik die Aufführung auf dem Niveau von 2011 habe halten wollen, aber so ein Sinfonieorchester koste eben, deshalb die hohen Ticketpreise. Er plädiere dafür, beim nächsten Mal wieder die Landsberger Musikschule einzubinden: „Lothar Kirsch ist schon jetzt Feuer und Flamme, ebenso können wir weiterhin die hiesigen Chöre einsetzen. So kommt die „Carmina Burana“ wieder mehr Richtung Landsberg.“

Wohlfahrts Vorschlag wurde vom Verein mit Applaus belohnt. Als Ersatz für das Ruethenfestspiel „Licca Line“ (der KREISBOTE berichtete) könne man auch wieder „back to the roots“ gehen und Veranstaltungen generieren, in denen noch mehr Kinder ihre Rolle auch wirklich spielen könnten – so wie es vor dem Festspiel gehandhabt wurde. Wohlfahrt hofft dennoch, dass die Stelzer in Zukunft eine Bühne für ihr Festspiel finden. Und auch beim Ruethenfest 2019 möchte er die Stelzer gerne sehen, in welcher Form auch immer.

Die Vorstandswahlen gingen nahezu unbemerkt über die Bühne: Allein Schriftführerin Gudrun Braml stand nicht mehr zur Wahl. Für ihr mehr als 20-jähriges Engagement im Vorstand erhielt sie einen silbernen Ruethenfestzweig und die Ehrenmitgliedschaft. Ihre Aufgabe übernimmt ab jetzt Matthias Müller. Alle anderen Posten werden von den bisherigen Amtsinhabern fortgeführt.

Susanne Greiner

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