SOS-Kinderdorf fordert:

"Kinderrechte ins Grundgesetz!"

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Die Kinderband „Karacho“ umrahmte die Mitgliederversammlung des SOS-Kinderdorfvereins musikalisch.

Dießen – Chancengerechtigkeit für benachteiligte Kinder und Jugendliche will der deutsche SOS-Kinderdorfverein erreichen. Er setzt deshalb an den Stärken der Kinder an, lässt sie Selbstwirksamkeit erleben und Selbstvertrauen entwickeln. Der Verein übernimmt aber auch eine „Anwaltschaft für Kinder“.

Als „Anwalt“, so der Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Johannes Münder bei der jüngsten Mitgliederversammlung des Vereins in Dießen, setze sich der SOS-Kinderdorfverein dabei unter anderem für die Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz ein. Eine Idee, die die stellvertretende Landrätin Ruth Sobotta (SPD) begrüßte: „Hier ist auch meine eigene Partei gefordert“. Sobotta würdigte das SOS-Kinderdorf in ihrem Grußwort an die mehr als 70 Zuhörer als „wunderbare Einrich­tung“. Sie betonte, wie „unverzichtbar“ die SOS-Beratungsstelle in Landsberg angesichts der vielen Ratsuchenden aus sämtlichen Landkreisgemeinden ist.

Die stellvertretende Landrätin hob besonders die präventive Arbeit, die im Verein einen hohen Stellenwert besitzt, hervor. Denn neben dem „Kernbereich“ Kinderdorf bietet der deutsche Kinderdorfverein vielfältige weitere Angebote für benachteiligte Kinder, Jugendliche und ihre Familien wie beispielsweise betreute Wohngruppen, Therapie, Schulsozialarbeit, ambulante Hilfen, Fami­- lienunterstützung oder Berufsausbildung.

Frühe Hilfen

Angebote im Bereich der Berufsausbildung seien die „präventivsten Maßnahmen über­- haupt“, betonte die Geschäftsführerin und stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Vereins, Dr. Birgit Lambertz. Denn auf dem sicheren Fundament der Arbeitsstelle könnten Eltern ihre Kinder gut erziehen. Dazu stützt SOS-Kinderdorf mit den „Frühen Hilfen“ Familien von Anfang an. In seiner pädagogischen Arbeit setzt der Verein auf die Beteiligung der Kinder, auf Kinderschutz, auf interkulturelle Öffnung sowie auf liebevolle und nachhaltige Bezie­hun gen zu den Kindern.

Der Geschäftsführer und stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Vereins, Dr. Kay Vor- werk, freute sich in seinem Rückblick auf den Jahresabschluss 2012, dass die Verwaltungs- und Werbekosten des Kinderdorfvereins weiter bei „völlig angemessenen“ zwölf Prozent liegen. Er hob hervor, dass der Verein wie in den vorherigen Jahren trotz strenger Auflagen erneut das dzi-Spendensiegel erhält.

Nachhaltig verbessern

Münder berichtete von einigen Jubiläen in den 43 deutschen und 129 internationalen Einrichtungen von SOS-Kinderdorf, über die zusammen 318000 Menschen erreicht werden, sowie von der Eröffnung des SOS-Kinderdorfs in Gera. Im kommenden Jahr stehen unter anderem die Eröffnung des neuen SOS-Familien­- zentrums in Stuttgart, der Umbau einer Wohngruppe in Weilheim und ein Brunnenbau in Äthiopien an. „Wir bemühen uns, die Lebenschancen benachteiligter Kinder nachhaltig zu verbessern“, brachte der Verwaltungsratsvorsitzende Prof. Dr. Hanjo Sauer das Anliegen von SOS-Kinderdorf e.V. auf den Punkt.

Die musikalische Umrahmung der Versammlung übernahm die Kinderband „Karacho“, die auf Einladung von Bürgermeister Herbert Kirsch auch beim anstehenden Neujahrsempfang der Marktgemeinde Dießen spielen wird.

Ulrike Osman

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