Mittelschuldebatte geht weiter

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Wie die neue Mittelschule Landsberg am Standort der ehemaligen Fritz-Beck-Hauptschule aussehen könnte, will OB Neuner im Herbst präsentieren.

Landsberg – Anträge, Gutachten, Studien, Entwürfe, aber immer noch keine Entscheidung: der Gesprächsbedarf um die neue Landsberger Mittelschule ist offenbar größer denn je. Um zu endgültig zu beschließen, welchen Weg man einschlägt, will sich der Stadtrat dem Thema jetzt in einer Sondersitzung annehmen.

Die Landsberger Mitte (LLM) stellte in der jüngsten Sitzung bereits ihren zweiten Antrag zu dem Thema. Nachdem die Verwaltung vor kurzem noch beauftragt worden war, auch alternative Standorte zu suchen, konzentrierte man sich jetzt doch auf das Gelände der Fritz-Beck-Schule. Und diesmal sollte eine „Machbarkeitsstudie“ für einen Abriss und Neubau des Klassentraktes und Sanierung der restlichen Gebäude erstellt werden. „Ist das jetzt parallel zum vorherigen Antrag oder ersetzt es den?“ wollte nicht nur Christoph Jell (UBV) wissen.

Auch Bürgermeisterin Doris Baumgartl hatte „schon ein Problem mit dem Antrag“ und griff in die Diskussion ein: „Ich denke, Machbarkeitsstudien hatten wir genug.“ Da zum Thema außerdem bereits seit dem Frühjahr ein Antrag der SPD läuft, in dem von der Verwaltung die Investitionsmaßnahmen in Landsberg priorisiert werden sollen („Wie sollen wir sonst entscheiden, ob wir uns die Schule leisten können?“) und die Grünen jetzt ebenfalls einen Vorstoß ankündigten, schlug Baumgartl vor, die „Anträge zusammenzufassen und den neuen darin als eine Variante aufzunehmen.“

Jell fasste dann die Stimmungslage im Stadtrat aus seiner Sicht zusammen und kün- digte einen entsprechenden Antrag an: „Ich habe inzwischen schon den Eindruck, dass viele Kollegen eine Sondersitzung zu diesem Thema für nötig halten, damit wir eine Ent- scheidung treffen können.“

Amtsvorschlag kommt 

Er glaube nicht, „dass wir mit einer Klausurtagung viel weiter kommen“, meinte dagegen Oberbürgermeister Mathias Neuner (CSU) und kündigte stattdessen an, selbst aktiv zu werden. „Es ist richtig, dass im Juli nicht viel passiert ist, aber ich habe mir für August viel Zeit für dieses Thema genommen. Ich werde dann auch mit den Schulleitern reden – wir brauchen jetzt eine Lösung.“

Auf Nachfrage präzisierte Neuner einen Tag nach der Sitzung: „Wir können ja gerne eine Sondersitzung machen, aber da müssen ja Zahlen und Fakten auf dem Tisch liegen. Ich werde Möglichkeiten präsentieren, wie die Schule ausschauen könnte und wir werden einen Amtsvorschlag präsentieren.“

Nach zahlreichen Beratungen und Debatten zu dem Thema ist im Moment noch völlig unklar, in welchem Umfang gebaut oder saniert wird. Stefan Meiser (ÖDP) öffnete das Feld in der jüngsten Sitzung sogar noch weiter. „Auch wenn ich mich in diesem Gremium damit möglicherweise nicht durchsetzen kann, bleibe ich dabei, dass wir weiter auch über zwei Standorte diskutieren müssen. Die weitere Nutzung der Schlossbergschule, egal, in welcher Form, gehört auf jeden Fall zu diesem Thema.“

Dass angesichts des maximalen Finanzierungsspielraums von rund neun Millionen Euro in drei Jahren, wie ihn Kämmerer Peter Jung mehrfach eingegrenzt hat, der Siegerentwurf aus dem Architektenwettbewerb bereits vor den nächsten Beratungen vom Tisch sein könnte, dementierte OB Neuner im Pressegespräch nach der Sitzung. „Der Entwurf ist durchaus noch im Spiel. Zu unseren neun Millionen können wir Kredite aufnehmen und über das Programm ,Soziale Stadt‘ auch Fördermittel für einen möglichen Stadtsaal abrufen.“

Sanierungsstau

Dass damit sämtliche verfügbaren Mittel mittelfristig verplant wären, ist für ebenfalls kein Grund, das Modell vorzeitig aufzugeben. „Wir haben tatsächlich einen Sanierungsstau von rund 20 Millionen Euro, darin ist die Schule selbst aber schon enthalten. Wenn wir jetzt noch die Lechturnhalle an den Landkreis verkaufen, hat sich die Summe damit schon halbiert.“ Das Bayertor wiederum könne man „ohne Probleme auch in drei Jahren sanieren. Das sieht zwar im Moment nicht schön aus, aber es ist ja nicht baufällig.“

Christoph Kruse

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