Nun doch "abgespeckte" Lösung?

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Bei einer Begehung der Mittelschule machten sich Schulamtsdirektor Rudolf Schönauer, Bürgermeisterin Doris Baumgartl, Schulleiter Christian Karlstetter, Peter Huber (Bauamt) (Mitte v. links) ein Bild von den Möglichkeiten.

Landsberg – Aula oder Stadtsaal? Diese Ausgestaltungsvarianten für die neue Lands- berger Mittelschule könnten am Mittwoch Abend zum Knackpunkt in einer außergewöhnlichen Sitzung werden; beim Rest scheint Konsens möglich. Angesichts der Bedeutung und Dringlichkeit des Themas setzt sich der Stadtrat ausschließlich zum Thema „Neue Schule“ zusammen.

„Ich hoffe wirklich, dass jetzt auch eine Entscheidung fällt. Vor allem die Zustände in der Schlossbergschule sind unzumutbar“, meinte Axel Flörke auf einer Informationsveranstaltung der Landsberger Mitte (LLM) kurz vor der Sitzung. Seinem Kollege Hans-Jürgen Schulmeister schwant allerdings schon, „dass das eine längere Sitzung werden könnte, man weiß ja vorher immer nicht, wie das läuft.“ 

Aus dem Bauamt liegen inzwischen insgesamt acht Vorschläge auf dem Tisch, darunter auch die Entwürfe des Siegerbüros aus dem Architektenwettbewerb. Bereits vorab holte sich die LLM Facharchitekt Johann Müller-Hahl zur fachlichen Unterstützung. Einige Varianten wurden gar nicht mehr näher in Betracht gezogen, etwa eine Sanierung an zwei Standorten und Rückkehr zu zwei Schulen. 

Erwartungsgemäß spielt in den Vorüberlegungen auch die „Luxus-Variante“ aus dem Wettbewerb für über 20 Millionen Euro keine Rolle mehr. Offenbar heißt es auch in den anderen Fraktionen, dass die Größenordnung kaum vermittelbar sei. Nach den internen Vorgesprächen hat sich die LLM auch von zwei eigenen Ideen verabschiedet. Den Vorstoß, an einem neuen Standort zu bauen, verfolgt man ebenso nicht mehr wie die Variante, bei der der Westtrakt abgerissen und weiter östlich durch zwei neue Riegel ersetzt werden sollte. „Danach hätte man den Pausenhof direkt an den Wohnhäusern und möglicherweise Probleme mit dem Schallschutz am Hindenburgring“, rät Müller-Hahl ab. 

Stattdessen scheint die „abgespeckte“ Lösung aus dem Wettbewerb mehrheitsfähig. Danach würde der Westtrakt grundsaniert, von drei Millionen Euro dafür wäre rund ein Drittel sofort fällig. Generalsaniert soll dieser Abschnitt demnach nicht mehr werden, „in zehn Jahren muss der sowieso weg“, fürchtet Schulmeister. Bei Turnhalle und Fachklassentrakt wären nur kleine Arbeiten notwendig. Die bisherige Aula würde abgerissen und neu an einen zusätzlichen Klassentrakt angeschlossen, der in West-Ost-Richtung erstellt werden soll. Die Kosten für diesen Bauabschnitt: Rund zehn Millionen Euro. „Unabhängig von den Zuschüssen müssen wir eine Lösung finden, die nicht über 12 bis 13 Millionen liegt, weil mehr nicht finanzierbar ist“, sagt Schulmeister. Da könnte es mit der Aula, wie sie Teilen des Stadtrates weiterhin vorschwebt, eng werden. „Wenn man einen Veranstaltungssaal will, muss man das offen sagen“, so Flörke. 

Architekt Müller-Hahl warnt allerdings: „Wenn man das für Veranstaltungen nutzen will, kommt man, gerade beim Brandschutz, in völlig andere Bereiche, da ist dann sehr viel mehr vorzusehen. Das will man beim Schulbau eigentlich gerade vermeiden.“ Flörke hält eine Aula in der üblichen Größe zudem für ausreichend. „In ganz Landsberg gibt es keine Schule, in der alle Schüler gleichzeitig in einem Raum Platz haben, das ist normal und das brauchen wir auch hier nicht.“

Christoph Kruse

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