MobiDIG feiert runden Geburtstag

20 Jahre Sucht-Verhinderer

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Derzeit sind zwölf Pädagogen nebenberuflich zur präventiven Suchtberatung an Landkreis-Schulen unterwegs. Um künftig alle Klassen zu bedienen, sucht MobiDIG derzeit Zuwachs.

Landkreis – MobiDIG, das steht für Mobil, Drogen (Sucht), Information und Gespräch. Und dieser Name ist seit nunmehr 20 Jahren Programm. Seither ist das Suchtberatungsteam an Schulen unterwegs, um den Kindern und Jugendlichen die Gefahren von beispielsweise Alkohol und Drogen aufzuzeigen.

Vor 20 Jahren hatte Diplom-Sozialpädagoge Wolfgang Bartl beim Landsberger Amt für Jugend und Familie die Idee, ein multiprofessionelles Team in Discotheken und Veranstaltungen zur Suchtprävention einzusetzen. In Zusammenarbeit mit einem Arbeitskreis wurde fortan eine Handvoll engagierter Kräfte aus unterschiedlichen Professionen geschult. Auch ein eigenes, bis heute gültiges, Logo wurde entwickelt. Ein Logo, das prämiert wurde und für 20 Jahre pädagogische Arbeit steht.

Schnell stellte sich damals heraus, dass die Grundidee sehr zeitintensiv und mühsam ist. So wurde das neue Angebot an die Schulen gerichtet – und diese nahmen es sehr gerne an. Vor elf Jahren wurde dann das Konzept auch auf Grundschulen erweitert, sodass mittlerweile pro Schuljahr 140 Klassen mit dem Präventionsangebot in Berührung kommen. Zwölf erfahrene Präventionsfachleute schickt MobiDIG dafür ins Rennen. Weil aber fast alle Pädagogen die Tätigkeit neben ihren Hauptberufen ausüben, können heuer voraussichtlich nicht alle Klassen bedient werden. Um die Bedürfnisse der Schulen komplett abzudecken, wären etwa 15 Fachleute nötig. Aber bis es soweit sei, müsse MobiDIG vereinzelte Aufträge absagen.

Und was ist die Zauberformel, mit der MobiDIG die Schüler berät? Zum einen liege die große Stärke in der Multiprofessionalität sowie der Fähigkeit, auf die Bedürfnisse der jeweiligen Altersgruppe und damit einer Klasse einzugehen. Für jede Jahrgangsstufe gibt es altersgerechte Konzepte.

Zum anderen hat sich MobiDIG über die Jahre ein sehr umfangreiches Programm mit unterschiedlichen Methoden erarbeitet. „Es liegt uns fern, den Zeigefinger zu heben und zu drohen, wie gefährlich Sucht ist“, sagt das Team von sich selbst. Vielmehr erarbeitet ­MobiDIG das Thema gemeinsam mit den Schülern – diese sollten selbst herausfinden, was es bedeutet süchtig zu werden oder zu sein.

MobiDIG klärt über Drogen und Sucht auf und vermittelt Wissen, stärkt die Individuen, ihr Selbstbewusstsein und auch die Klassengemeinschaft. Auch das Thema Umgang mit Suchtstoffen in der Gesellschaft und deren Einfluss auf das eigene Verhalten wird betrachtet. Vier Stunden lang bekommen die Klassen ein intensives Coaching – „ernst, aber auch spaßig und reflektiert“, versprechen die Pädagogen.

Dass das Thema Sucht ein große Bedeutung hat, macht ­MobiDIG auch an der Vielzahl an Buchungen fest. Und auch das Feed­back könne sich sehen lassen: Sowohl von Schülern als auch von Lehrern gebe es häufig positive Rückmeldungen.

Seit Oktober 2017 ist das gesamte Angebot beim Amt für Gesundheit und Prävention im Landratsamt angebunden. Die Beratungsstelle für ­Schwangerschaftsfragen, Sexualpädagogik und ­Suchtprävention verwaltet, organisiert und begleitet MobiDIG in Zukunft. Dass die Arbeit in den nächsten Jahren schwinden könnte, daran glaubt das zwölfköpfige Team nicht: Die deutlich erkennbare Suchtproblematik der Gesellschaft, zunehmende psychische Belastungen und Erkrankungen, jugendspezifische Fragen im Zusammenhang einer rasanten Entwicklung der Moderne – all das fordere Pädagogen und Fachleute.

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