Moderator fürs stille Kämmerlein – Umfahrungsdebatte in Eresing kommt wieder in Fahrt

Um in der langwierigen Diskussion um eine mögliche Ortsumfahrung eine Annäherung zu erreichen, will sich der Gemeinderat mit dem Arbeitskreis Verkehr in Klausur begeben. Vorgesehen ist, unter der Leitung eines neutralen, aber möglichst fachkundigen Moderators unter Ausschluss der Öffentlichkeit noch einmal über das Thema zu beraten. Dieser Beschluss fiel einstimmig auf der jüngsten Gemeinderatssitzung. Anlass waren zwei Anträge des Arbeitskreises Verkehr und der Umwelt- freundlichen Bürger auf Festlegung einer Trasse im Flächennutzungsplan.

„Wenn wir über die Anträge jetzt abstimmen, sind die Fronten halt so, wie sie sind“, meinte Bürgermeister Josef Loy (CSU). Er schlug deshalb vor, das Thema bis nach den Klausurberatungen zu vertagen und hofft, mit einer „ergebnisoffenen Diskussion“ zu einem Resultat zu kommen, das eine größere Mehrheit findet als bislang. Der Gemeinderat stimmte dem Vorschlag zu, auch wenn einzelne Stimmen bezweifelten, dass sich tatsächlich eine Seite bewegen wird. Die Verkehrsproblematik kam auch in anderen Tagesordnungspunkten zum Tragen. So sahen die Umweltfreundlichen Bürger eine mögliche Umfahrungstrasse durch den Bauantrag eines Landwirts an der Schwabhausener Straße gefährdet, der dort eine Lagerhalle und einen Güllebehälter errichten sowie einen bestehenden Boxenlaufstall erweitern will. Philipp Leichtle von den Umweltfreundlichen erinnerte an einen einstimmigen Gemeinderatsbeschluss, wonach keine Möglichkeit einer Trasse verbaut werden dürfe. „Jedes einzelne Bauprojekt in diesem Bereich mindert die Chance auf eine Umfahrung.“ Dem Antrag stimmte der Gemeinderat dennoch mit 9:4 zu – nicht zuletzt, weil das Vorhaben landwirtschaftlich privilegiert ist und des- halb vom Landratsamt Landsberg ohnehin genehmigt werden würde. Auch erklärte Bürgermeister Loy, eine Umfahrung in unmittelbarer Nähe des landwirtschaftlichen Anwesens sei schon aus Lärmschutzgründen undenkbar. Ärger um Geh- und Radweg „Sehr, sehr verärgert“ äußerte sich Leichtle über die Tatsache, dass die Absage des Landratsamtes und der Gemeinde Windach an einen Fuß- und Radweg zwischen Eresing und Windach bereits an die Öffentlichkeit gelangt sei, bevor der Gemeinderat davon unterrichtet wurde. „Das ist sehr schlechter Stil“, kritisierte Leichtle. Eines der Ziele des Verkehrskonzepts sei es doch, Eresing und alle Nachbargemeinden sinnvoll mit Radwegen zu verbinden – auch dies eine Möglichkeit, den Pkw-Verkehr zu reduzieren. „Nimmt der Gemeinderat dieses Verkehrskonzept überhaupt ernst?“, fragte Leichtle in die Runde. „Wir müssen die anderen von den Visionen und Zielen des Konzepts überzeugen.“ Auf Antrag Thomas Bergers (Umweltfreundliche) fiel der einstimmige Beschluss, sich noch einmal intensiv mit dem Thema Rad- und Gehweg und den Vorschlägen des Arbeitskreises Verkehr auseinanderzusetzen.

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