Für die kleine Anna:

Ein Sessel ohne Verletzungsgefahr

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Sieht unscheinbar aus, ist aber teuer: Der Therapie-Sessel von Anna Jahnke, gespendet von den Dießener „Moosdappern“. Unser Bild zeigt Anna mit ihren Eltern Johanna und Oliver. Dahinter Marco Rauch, Franz Eberl und Fischermeister Simon Rauch.

Dießen – Gerade zur Jahreswende gibt es via Zeitung, TV, Radio und anderen Medien unzählige Spendenaktionen. Hier fließt das Geld zu den jeweiligen Organisatoren, die es dann in ihrem Sinne verteilen. In Dießen wird seit 37 Jahren vom Traditions- und Geselligkeitsverein „D‘Moosdapper“ Geld im wahrsten Sinne des Wortes „erwirtschaftet“ und gesammelt, mit dem aber ganz gezielt örtliche Hilfe geleistet wird.

Diesmal fiel die Wahl auf die kleine Anna Jahnke (8), die an einer „Dyskinetischen Zerebralparese“ leidet, auf Deutsch an vom Gehirn ausgehenden Bewegungsstörungen. Bei der Tochter des Dießener Architek­ten-Ehepaares Johanna und Oliver Jahnke sind Haltung, Bewegungen und motorische Funktionen von Armen und Beinen so unkontrolliert, dass bei normalen Sitzmöbeln Verletzungsgefahr besteht. Darum braucht Anna sowohl zuhause als auch in der Carl-Orff-Schule, wo sie als ganz normale Schülerin die zweite Klasse besucht, einen speziellen Sessel aus Vollschaumstoff. Und der kostet, weil als Hilfsmittel deklariert, schlappe 1.400 Euro.

Petra Rauch, Tochter des Dießener Fischermeisters Simon Rauch, hörte von Annas schwerem Schicksal und schaltete ihren Vater ein. Der ist Chef der Moosdapper, nach eigenem Bekunden eine lockere Gesellschaft von „Fischern, Jägern und anderen Lügnern“ mit derzeit 26 honorigen Mitgliedern. Sie feiern gerne und veranstalten unter anderem das legendäre Brunnenfest am Dießener Marienplatz in der Fischerei. Hier gibt es zu zünftiger Blasmusik Bier vom Fass, Ammersee-Bratwürste und Rollbraten.

Verdienen wollen die Moosdapper grundsätzlich nichts an diesem volkstümlichen Fest für die ganze Gemeinde. Im Gegenteil: Den Reinerlös spenden sie stets für wohltätige Zwecke. Im Laufe der 37 Jahre ihres Bestehens sind das bereits über 100.000 Euro.

Ein wesentlicher Einnahmeposten war früher der Einsatz des historischen Moos­dapper-Toilettenwagens beim mehrtägigen Töpfermarkt in den Seeanlagen. Dieser jahrelange Gemeindeauftrag wurde zugunsten moderner und behindertengerechter Toilettenanlagen gekippt, so dass weniger Geld in die Kassen „gespült“ wurde. Trotzdem reichte der Brunnenfest-Erlös, ein liebenswertes Mädchen aus Dießen glücklich zu machen.
Dieter Roettig

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