Morgen im Landsberger Bauausschuss:

Ziegelanger: Wohnungsbau mit Stolpersteinen

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Diese Ansicht aus Süden zeigt das fünfstöckige Wohngebäude, das die Lücke am Ziegelanger schließen soll.

Landkreis – Hinter verschlosse­nen Türen Fakten schaffen? Das ging den Mitgliedern des Finanzausschusses dann doch zu weit: In nichtöffentlicher Sitzung lehnten sie den von der Verwaltung vorgelegten städtebaulichen Vertrag für die „Aufwertung“ des Wohnquartiers „Am Ziegelanger“ ab. Das Nein kommt keineswegs überraschend, hat der Stadtrat doch erst im Juni diese Art der Beschlussfassung abgelehnt. Außerdem sind für das Vorhaben gleich vier Befreiungen vom Bebauungsplan erforderlich. Morgen, Mittwochabend, wird das Thema erneut behandelt – im Bauausschuss. Öffentlich.

Bei der neuerlichen Beratung geht es allerdings nicht um den städte­baulichen Vertrag mit der Bauwerberin, sondern um den Bauantrag selbst. Danach möchte die Vonovia SE (bis 2015 firmierte sie als Deutsche Annington Immobilien AG), Eigentümerin der Wohnanlage Münchener Straße/Ziegel­anger, im südöstlichen Teil ein Gebäude für 40 barrierefreie Mietwohnungen mit Terrasse oder Balkon errichten. Das Problem dabei: Es soll fünfstöckig sein, doch nur vier Geschosse sind erlaubt.

Das bestehende Parkdeck an der Münchener Straße (vorne) soll aufgestockt und mit einer „hochwertigen Fassade gestalterisch aufgewertet“ werden.

Mit einer Befreiung vom Bebauungsplan aus dem Jahr 1971 hat die städtische Bauverwaltung kein Problem, würde doch das „Quartier insgesamt aufgewertet und dringend benötigter Mietwohnraum geschaffen“. Und aus städtebauliche Sicht füge sich der höhere Baukörper in die Umgebung ein; er schaffe einen „harmonischen Übergang“ zwischen den siebenstöckigen Gebäuden im Westen und den vierstöckigen im Osten. Nachbarschaftliche Interessen, so die Verwaltung in der Sitzungsvorlage, würden nicht berührt, da die Abstandsflächen zu den angrenzenden Grundstücken „grundsätzlich“ eingehalten seien.

Dem Neubau zum Opfer fallen soll das Parkdeck im Südosten des Quartiers. Dafür bedarf es der nächsten Befreiung vom Bebauungsplan; ebenfalls kein Problem, denn Vonovia möchte das Parkdeck an der Münchener Straße aufstocken und mit einer „hochwertigen, teilweise geschlossenen Fassade“ sowie einem Dach versehen. Dadurch würden nicht nur die für den Neubau erforderlichen Stellplätze nachgewiesen, sondern auch die städtebauliche Situation in dem Kreuzungsbereich „erheblich verbessert“.

Die beiden verbleibenden Befreiungen betreffen die Begradigung und Verschiebung des Baufensters für den Neubau sowie den Bau einer Fahrradabstellanlage. Sie soll auf einer privaten Grünfläche im Innenhof für 74 Räder entstehen – überdacht und abschließbar.

Sechs Befreiungen

Mit einer erneut regen Debatte ist gewiss auch rund um das Bauvorhaben auf der anderen Lechseite zu rechnen. Auf dem Grundstück an der Katharinenstraße 51, direkt unterhalb der Lechhangleite sind drei Mehrfamilienhäuser mit 27 Wohnungen, zwei Gewerbeeinheiten und eine Tiefgarage geplant.

Das Baufeld an der Lechhangleite ist bereits freigelegt. Hier sollen drei Mehrfamilienhäuser mit Gewerbeeinheiten und Tiefgarage entstehen – mit Befreiungen vom Bebauungsplan.

In der Nachbarschaft hat das Vorhaben bereits heftige Wider­stände ausgelöst. Das hängt unter anderem mit den von der Bauverwaltung vorgeschlagenen sechs Befreiungen vom Bebauungsplan „Katharinenvorstadt“ zusammen: Diese betreffen die zunächst die Reduzierung des Gewerbeanteils zugunsten des Wohnens, die Überschreitungen der Baugrenzen für das Haus 3 (Süden) sowie die Tiefgarageneinfahrt im Südwesten und die Anlage zweier Stellplätze anstelle einer Vorgartenzone.

Auch bei der Dachform gibt es Abweichungen, die laut Bauamt „keine städtebaulichen Spannungen auslösen“ und deshalb grundsätzlich vertretbar seien. So soll das parallel zur Katharienstraße verlaufende Haus 1 statt eines Satteldaches eine Mansardendach und die rückwärtigen Häuser 2 und 3 ein Flachdach.

Die Sitzung des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses am Mittwoch, 26. Juli, beginnt um 18 Uhr.

Toni Schwaiger

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