Neuer Flächennutzungsplan in der Diskussion

Im Landsberger Osten: Flächen für Gewerbe, Landratsamt und Wohnen

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Ein unverbindlicher Entwurf für den neuen Flächennutzungsplan der Stadt Landsberg, hier im Osten. Es handelt sich um eine schematische, geografisch nicht exakte Darstellung der angedachten Planungen.

Landsberg – Die am Projekt „Landsberg 2035“ Beteiligten bekamen schon vor einigen Wochen Einblick in den „unverbindlichen“ Entwurf des neuen Landsberger Flächennutzungsplans, den das Planungsbüro „Kling Consult“ erstellt hat. Nun werden am morgigen Mittwoch in öffentlicher Sitzung (ab 18 Uhr) auch die Stadträte über „erste vorabgestimmte Überlegungen“ zu Änderungen gegenüber dem Ist-Zustand informiert. Die Diskussion ist damit offiziell eröffnet.

Das Thema ist brisant: Für Viele könnten Wünsche nach Wohnraum und Gewerbeflächen in absehbarer Zeit in Erfüllung gehen, Andere – vor allem Anlieger – werden in ihren Sorgen möglicherweise bestärkt. Es sind im Wesentlichen vier Themen, die diese Brisanz bewirken. Der neue Plan zeigt „bestehende, noch nicht realisierte Potenziale von Bebauungsplänen“ auf. Er benennt „Flächen zur Innenentwicklung“, die durch neue Bebauungspläne für Wohnbebauung genutzt werden könnten. Er „aktualisiert“ das Baurecht für Gewerbebetriebe. Und er schlägt „Sonderbauflächen für unterschiedliche Bedarfe“ vor. Wohlgemerkt: Wenn und soweit er denn in Kraft tritt.

Am Beispiel des Landsberger Ostens lassen sich die Überlegungen gut illustrieren (siehe KREISBOTEN-Grafik). Dass am Reischer Talweg (violette Fläche) ein neues Wohngebiet entsteht, ist bereits beschlossene Sache; hier sind auch soziale Ergänzungen wie Kindertagesstätten vorgesehen. Die dunklen Flächen nahe der A96 sind aus einer früheren Planung aufgegriffen; gedacht ist hier an eine zusätzliche gewerbliche Nutzung. Ins Blickfeld gerückt ist dieses Gebiet, seit feststeht, dass das Areal südlich des Fachmarktzentrums bald voll belegt sein wird.

Bereits seit Längerem im Gespräch sind die roten Flächen am Penzinger Feld (das wäre dann der Erweiterungsbau des Landratsamts plus eine zusätzliche Nutzung wie etwa ein großes Autohaus) und das orangefarben gekennzeichnete Grundstück der Dominikanerinnen an der Münchener Straße; es ist im Planentwurf als „sonstige Fläche für soziale Nutzung“ ausgewiesen.

Insgesamt ist erkennbar, dass die Planer die Stadt „arrondieren“ wollen, der Kreisbogen (kleine Grafik links unten) skizziert annähernd das langfristige Plangebiet.

Weitere Flächen

Zum Ausfüllen des Kreises gehören auch Flächen nördlich der A96 bis zum Landsberger Teil des Fliegerhorstes. Bereits bei der ersten Diskussion des Entwurfs im Rahmen des Projekts „Landsberg 2035“ zeigte sich, dass viele Beteiligte dieses Gebiet für eine gewerbliche Nutzung für geeigneter halten würden als den unmittelbaren Anschluss an die Wohnbebauung Am Kornfeld.

Dies gilt umso mehr als die Epfenhauser Straße nicht in der Lage wäre, den erwarteten zusätzlichen Lkw-Verkehr umweltgerecht aufzunehmen. Alternativ ist hier an eine Parallelstraße zur Autobahn gedacht, ähnlich der Tangente, die vom Großen Kreisel zum Frauenwald führt.

Auch im Landsberger Westen, im Süden und im Norden sind größere Veränderungen angedacht; der KREISBOTE wird darüber in den nächsten Wochen im Detail berichten. Dazu gehören bereits bekannte Planungen wie die Nutzung der Freistaatflächen an der Pfettenstraße und der Ahornallee. Relativ neu sind Überlegungen, eine Reihe des „Trenngrüns“ nördlich der Lechwiesenstraße für Gewerbe zu öffnen und eine weitere Reihe gegen die südliche Kauferinger Bebauung zu setzen – bislang hatte der Stadtrat mehrheitlich abgelehnt, das Trenngrün anzutasten. In der Schwaighofsiedlung und im Landsberger Süden sind großflächige Sport- und Freizeitnutzungen geplant. In Friedheim ist an eine Erweiterung der Gewerbeflächen gedacht.

Bei all dem handelt es sich zunächst nur um Ideen aus dem Planungsbüro. Welche Maßnahmen tatsächlich verwirklicht werden, ist offen. Dies hängt auch vom Verkehrsentwicklungsplan ab, den das Büro ebenfalls erarbeitet. Eine frühzeitige Befassung mit den Überlegungen von unterschiedlichen Seiten kann aber nicht schaden – auch wenn die förmliche Beteiligung der Bürger und der Träger öffentlicher Belange noch nicht bevorsteht.

Werner Lauff

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