Bequem mit Taxi "Mama&Papa"

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Alle Jahre wieder: Schulanfang vor dem Ignaz-Köhler-Gymnasium geht’s chaotisch zu. Auf die Frage, ob die Schule etwas unternehmen wolle, um die Autoflut der schülertransportierenden Eltern zu verringern, sagt eine Mitarbeiterin: „Wir sehen da kein Problem.“

Landsberg – Jedes Jahr zu Schulbeginn wieder das Gleiche: Massenhaft Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto am besten bis ins Klassenzimmer bringen wollen. Mitten auf der Straße hält ein SUV, daneben ein Familien-Van, der den Kleinwagen hinter ihm am Durchkommen hindert. Hupen, Hektik, Stress – und dazwischen Schüler, die oft ohne zu schauen über die Straße gehen. Dabei würde es ja auch anders gehen: mit dem Fahrrad, zu Fuß oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Einige Schulen in Deutschland haben inzwischen Initiativen gestartet, um den Autoverkehr vor Schulgebäuden zu reduzieren. Die Aktionen sollen einerseits an das Umweltbewusstsein appellieren, andererseits auf die Gefahren hin- weisen, die den Schülern durch den hohen Verkehr drohen. „Bei uns ist, so weit ich weiß, in diesem Zusammenhang noch kein Unfall passiert – toi, toi, toi“, sagt Bruno Bayer, Schulleiter des Dominikus-Zimmermann-Gymnasiums. Man gebe den Eltern lediglich Hinweise, wo sie ihr Auto sicher parken könnten, „wenn zum Beispiel ein Kind einen Gips hat.“ Vorerst sehe er aber keinen weiteren Handlungsbedarf, das liege in der Eigenverantwortung der Eltern. 

Beim Ignaz-Köhler-Gymnasium und bei der Johann-Winklhofer-Realschule sieht man das laut Auskunft zweier Mitarbeiter auch so. „Man braucht eben Gelassenheit und Ruhe“, betont Bayer. Aber von der ist morgens nichts zu spüren. Schulleiter Christian Karlstätter von der Mittelschule Landsberg hofft auf die Vernunft der Eltern. „Unsere Schüler kommen weitestgehend zu Fuß oder mit dem Rad“, was daran liege, dass bei den beiden Mittelschulen die Anfahrtsmöglichkeiten so schlecht seien: „Bei uns finden Sie keine Anfahrtsallee.“ Der Autoverkehr zu Schulbeginn sei aber überschaubar. Auch habe es bisher noch keinen Unfall gegeben, „sonst hätten wir natürlich handeln müssen.“ 

Ganz anders sieht es im Rhabanus-Maurus Gymnasium in St. Ottilien aus: „Sie können Eltern nicht erziehen“, lacht Schulleiter Michael Häußinger. Deshalb gebe es zwar kein Verbot, aber die dringende Empfehlung an die Eltern, die Kinder per Bus zu schicken. Um das etwas zu forcieren, hat man vor einigen Jahren zusammen mit der Polizei Halteverbotszonen vor der Schule eingeführt. Inzwischen funktioniere es ganz gut, und umwelttechnisch gesehen sei das sehr vernünftig. Immerhin, so Häußinger, zahle das Landratsamt den Schülern ja die Fahrkarte. „Wenn ein Kind zur Schule geht, dann sollte es auch gehen“, betont Rudolf Schönauer, Leiter des Schulamtes Landsberg. 

Auf dem Schulweg lerne ein Kind, sich besser zu orientieren. Zudem werde es selbstständiger: „Kinder sind ja nicht blöd, die sollte man nicht nur im Schonraum lassen.“ Und nicht zu vergessen: „So ein Kind hat ja einen relativ geringen CO2-Ausstoß.“ Das Thema beschäftige ihn schon länger, erzählt Schönauer. Er hätte auch gerne zum ersten April mal eine Fotocollage mit einem Auto im Klassenzimmer gemacht: „Die erste Drive-in-Schule Deutschlands.“ Wolfgang Aichinger vom Verkehrsclub Deutschland betont, dass „das Thema Elterntaxi jedes Jahr zum Schuljahresbeginn wieder aktuell ist“. 

Zusammen mit dem Kinderhilfswerk organisiert der Verkehrsclub auch dieses Jahr die Aktion „Zu Fuß zur Schule“, Start ist der 21. September. Die Schulen seien bei dieser Aktion autonom. Vielleicht will ja die ein oder andere Landsberger Schule daran teilnehmen. Anmelden kann man sich auch kurzfristig.

Susanne Greiner

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