Moritz Hartmann nominiert

Landsbergs Oberbürgermeister bald in Grün?

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Wirft den grünen Hut in den Ring: Moritz Hartmann.

Landsberg – Moritz Hartmann (Grüne) will Oberbürgermeister werden – und der Ortsverband schickt ihn mit einem einstimmigen Votum ins Rennen. Der 43-Jährige möchte eine bürgernahe Stadtpolitik umsetzen und bei Planungen auf Augenhöhe mit den Landsbergern diskutieren. „Bürgerbeteiligung muss Chefsache sein.“ Weitere Themen, die Hartmann umtreiben, sind sozialer Wohnungsbau, die Verkehrswende und ein sparsamer Umgang mit Flächen. Denn die Lechstadt müsse nicht „wachsen um jeden Preis“.

Der Ausbau von Rad- und Fußwegen sowie eine Stärkung des ÖPNV sind wichtige Punkte auf Hartmanns Agenda – und das nicht nur, weil zwei Drittel der Bürger mit dem Zustand der Fahrradwege in der Lechstadt unzufrieden sind. „Das schlechte Radwegenetz monieren wir Grünen seit Jahrzehnten.“ Um in Landsberg als „Stadt der kurzen Wege“ eine Mobili­tätswende herbeizuführen, müsse der Anteil der Radler von aktuell 13 auf 26 Prozent verdoppelt werden. „Wir müssen die Verkehrsflächen gerechter aufteilen und die Autos zurückdrängen“, so Hartmann. So komme auch mehr Lebensqualität in die Stadt.

Bürgerbeteiligung, die in Form eines standardisierten Verfahrens abgehandelt wird, missfällt dem 43-jährigen Stadtrat ebenfalls. „Da kommen Dinge zu kurz.“ Es gelte, neue Verfahren zu entwickeln, um die Mitsprache der Bürger bei Planungen zu stärken, und Entscheidungen transparent zu fällen.

Um den expoldierenden Mietpreisen etwas entgegenzusetzen, müsse der Bau einfacher Mietwohnungen vorangetrieben werden. Die Stadt soll nach Hartmanns Willen selbst in den Sozialwohnungsbau einsteigen und gleichzeitig die Rahmenbedingungen schaffen, dass noch mehr günstiger Wohnraum entstehen kann. Eine Möglichkeit könne sein, städtische Grundstücke nur noch in Erbpacht zu vergeben.

Der Klimaschutz müsse bei jedem Stadtratsbeschluss berücksichtigt werden. Bessere Energiestandards beim Bauen, eine Umstellung des Spitalguts auf ökologischen Landbau und die Errichtung von mehr PV-Anlagen auf öffentlichen Gebäuden – es gebe viele Möglichkeiten, wie die Stadt eine Vorbildfunktion übernehmen könne.

Direkte Attacken auf Amtsinhaber Mathias Neuner (CSU) vermied Hartmann in seiner Bewerbungsrede vor der Grünen-Ortsgruppe in der Landsberger Sportgaststätte. Ebenso die Erinnerung daran, dass es bei der letzten OB-Wahl Bruder Ludwig Hartmann (inzwischen Landtagsabgeordneter) war, der in der Stichwahl gegen Neuner nur knapp unterlag.

Moritz Hartmann ist schon lange politisch aktiv. Er war Gründungsmitglied des Jugendbeirats und 18 Jahre lang Vorsitzender des Kreisjugend­rings. Seit 2002 sitzt er im Kreistag, seit 2014 im Stadtrat. Seit 2008 ist der Sozialpädagoge, der in der Gemeinde Fuchstal die offene Jugendarbeit und das offene Ganztagsangebot an der Mittelschule leitet, Vorsitzender des Bürgerbündnisses gegen Rechtsextremismus. Insgesamt bringt es der 43-Jährige auf 26 Jahre ehrenamtliches politisches Engagement.

Seine Ortsgruppe ist von ihm überzeugt. Die 17 anwesenden stimmberechtigten Parteimitglieder (von 43) votierten einstimmig für die Aufstellung Hartmanns.

Ulrike Osman

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