Motivieren und vermitteln – Freiwilligen-Agentur in Aussicht gestellt

Um ehrenamtliches Engagement im Landkreis zu fördern und zu koordinieren, hat sich der Senioren- und Sozialpolitische Ausschuss für eine Freiwilligenagentur ausgesprochen. Er hat dem Kreistag ans Herz gelegt, den Aufbau einer Agentur zu beschließen. Außerdem soll die Verwaltung mögliche Träger für eine solche Einrichtung, die ehrenamtlich Tätige vermitteln und betreut zu finden. Für die Agentur stellt der Landkreis Landsberg 25000 Euro im Haushaltsetat 2009 bereit.

Neu ist das Thema Ehrenamt im Stadt und Landkreis Landsberg nicht. Verschiedene Einrichtungen haben bereits Erfahrung mit ehrenamtlich Engagierten: Das AWO-Mehrgenerationenhaus brachte vor kurzem, unter anderem auf der Sitzung des Seniorenbeirates, das Thema „Helferbörse“ auf den Plan. Vom Caritasverband in Landsberg aus war schon einmal der Versuch unternommen worden, eine „Freiwilligen-Organisation“ einzurichten. Aus Kostengründen musste diese jedoch 1999 eingestellt werden. Nun standen die Mitglieder des Ausschusses sowie Landrat Walter Eichner (CSU) dem Thema positiv gegenüber. Helmut Schiller, der Vorsitzende des AWO-Kreisverbandes Landsberg, betonte das vorhandene Interesse sowie das Potential, das es für ein freiwiliges Engagement gäbe. Mit Isabel Krings, der Leiterin der Freiwilligen-Agentur Memmingen-Unterallgäu, sprach im Ausschuss eine Expertin. Sie informierte die Anwesenden über die Potenziale dieser Einrichtungen und klärte auch darüber auf, dass eine Agentur als Ergänzung zu vorhandenen Aktivitäten zu sehen sei und keine Konkurrenz mit bestehenden Verbänden und Vereinen bilde. Als Informations- und Anlaufstelle kann die Agentur dienen, indem sie den Bedarf an Ehrenamtlichen für Vereine und Verbände im sozialen, ökologischen und kulturellen Bereich sammelt und diese zur Verfügung stellt. Der Impuls sei wichtig, betonte Krings mehrfach. Nach ihrer Erfahrung würden viele Menschen sagen: „Ich möchte mich engagieren, mich hat nur noch niemand gefragt.“ Es fehle hier an der persönlichen und direkten Ansprache, die die möglichen Helfer motiviert. Auch müssten die Freiwilligen eine klare Vorstellung davon vermittelt bekommen, wie sie sich einbringen können. Wichtig ebenso: die Betreuung und Begleitung der Freiwilligen während ihres Engagements. Das Interesse fürs Ehrenamt sei dabei, wie Isabel Krings erklärte, unabhängig von speziellen Altergruppen. Jugendliche möchten sich genauso engagieren wie die Altersgruppe 60plus. Auch die Finanzierung sprach die Expertin aus Memmingen an und erklärte, dass 20 bis 30 Prozent des finanziellen Budgets mit Sponsorengeldern gedeckt werden könnten, die im Förderverein ihrer Freiwilligen-Agentur gesammelt werden. Auch die regionale Wirtschaft sei dabei. Finanziert auch durch... Finanzierungsmöglichkeiten bestehen, neben Hilfen von Stadt und Landkreis, zudem seitens der EU, die die regionale Land- und Dorfentwicklung fördert, durch Lotteriemittel oder Mitgliedsbeiträge. Träger einer Agentur kann zum Beispiel ein eigens gegründeter Verein aus bereits engagierten Bürgern sein, eine Aktionsgemeinschaft aus mehreren Vereinen und Verbänden oder eine Bürgerstiftung. Möglich ist auch die Integration in eine bestehende Institution wie ein Mehrgenerationenhaus. In Bayern haben sich bisher 45 Einrichtungen zur Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligen-Agenturen oder -Zentren zusammengeschlossen. Ihr Ziel: innerhalb der Gemeinden bürgerschaftliches Engagement fördern. Außerdem dient die Arbeitsgemeinschaft als fachliches Netzwerk für die freiwilligen und beruflichen Mitarbeiterinnen an den jeweiligen Standorten. Die Landesarbeitgemeinschaft besteht seit 1998. Mit dem einstimmigen Empfehlungsbeschluss an den Kreistag zum Aufbau einer Agentur für Freiwillige stehen die Weichen nicht schlecht, dass im Landkreis Landsberg das Potenzial an zum Engagement bereiten Bürgerinnen und Bürgern zukünftig deutlich besser ausgeschöpft werden kann.

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