Bürgerentscheid:

Echinger sagen der Mückenplage am Ammersee den BTI-Kampf an

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Echings Bürgermeister Siegfried Luge (rechts) beobachtet schon lange die Mückenpopulation am Ammersee. Hier beim Aufstellen einer Mückenfalle mit dem Biologen Felix Sauer.

Eching – Als erste Ammersee-­Gemeinde macht Eching Ernst mit der Möglichkeit, eine Mückenplage mit dem Eiweißkristall BTI bekämpfen zu dürfen. Nachdem sich hier in besonders Mückenreichen Sommermonaten die Beschwerden über die lästigen Stechviecher extrem häuften und der Gastronomie mit Freiflächen die Gäste wegblieben, dürfen die Echinger nun abstimmen, ob die Kommune künftig gezielt gegen eine Mückenplage vorgehen darf.

Dazu findet am 17. November ein Bürgerentscheid statt. Die Benachrichtigungen an die rund 1.2000 wahlberechtigten Echinger werden zur Zeit verschickt. Bürgermeister Siegfried Luge, der seit Jahren in enger Zusammenarbeit mit der Initia­tive „Mückenplage – Nein Danke“ den Zuwachs der sogenannten Überschwemmungsmücken beobachtet, stellte dem Gemeinderat die mit der Rechtsaufsicht abgestimmte Formulierung des Ratsbegehrens und letztlich des Bürgerentscheids vor: „Sind Sie dafür, dass die Gemeinde Eching am Ammersee die Genehmigung bei der Oberen Naturschutzbehörde zur Ausbringung des Bakterienextraktes BTI (Bacillus Thuringiensis Israelensis) auf den als Mückenbrutstätten festgestellten Überschwemmungsflächen durch Drohnen oder Handspritzgeräte beantragt, wenn die Obere Naturschutzbehörde aufgrund einer Mückenplage eine solche Genehmigung in Aussicht stellt?“

Einstimmung sprachen sich die Gemeinderäte für die Formulierung und die Durchführung des Bürgerentscheides aus. Denn auch sie sind genervt von vielen Beschwerden der Echinger, dass die Verwaltung scheinbar untätig dem blutsaugenden Treiben der Mückenschwärme zusehe.

Dabei kann eine Gemeinde nicht von sich aus tätig werden. Erst nach einer Kartierung und amtlichen Prüfung der Brutstätten könne man einen entsprechenden Antrag bei der Oberen Naturschutzbehörde stellen. Eching wäre nach einem Erfolg des Ratsbegehrens die erste Gemeinde, die mit einer Kartierung den ersten Schritt unternehmen könnte. Die anderen West­ufer-Gemeinden Schondorf, Utting und Dießen sind bis dato gegen eine Mückenbekämpfung. Sie wollen keinen nachhaltigen Eingriff in den Naturhaushalt. Zumal das Mittel BTI inzwischen nicht mehr unumstritten ist.
Dieter Roettig

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