Nach dem Ja des Bundeskartellamtes:

Lutz in Landsberg ist gerettet

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Teile der angeschlagenen Lutz Fleischwaren-Gruppe sind von der Zur Mühlen-Gruppe übernommen worden. Die Produktionsstätte im Landsberger Industriegebiet bleibt damit erhalten.

Landsberg – Das Bundeskartellamt in Berlin hat der Übernahme von drei Standorten der Lutz Fleischwaren-Gruppe durch die Zur Mühlen-Gruppe zugestimmt. Damit bleibt auch die Produktionsstätte in Landsberg erhalten, bei der 80 Mitarbeiter tätig sind.

Freilich: „Genaue Planungen zu möglichen Veränderungen oder den Umfang von Investitionen erfolgen in den kommenden Wochen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens, das in der schleswig-holsteinischen Gemeinde Böklund ansässig ist. Nach eigenen Angaben ist der Erwerber mit 22 Milliarden verkauften Packungen pro Jahr „Deutschlands Nummer 1 bei Selbstbedienungs-Wurst“.

„Ob im Stapelpack, in der geschindelten Fächerpackung, in der konvenienten Servebox, in dicken Scheiben, hauchdünn geschnitten, ein- oder zweireihig im Klein- oder Großformat“ portioniert die Zur Mühlen-Gruppe Fleisch- und Wurstwaren. Abnehmer sind unter anderem ALDI, coop, Carrefour, Lidl, Metro, Spar und Tesco; ein Viertel des Umsatzes wird im Ausland erzielt. Die Einzelhändler verkaufen die Produkte entweder unter eigenen Markennamen oder unter Zur Mühlen-­Marken wie Böklunder und Redlefsen.

Das Unternehmen hat 3.000 Mitarbeiter in Norddeutschland und Polen. Die Produktion läuft aber auch stark automatisiert; so produziert ein „Roboter“ pro Schicht sechs bis acht Tonnen Würstchen. In diese „Optimierung der Betriebsabläufe“ hat das Unternehmen eigenen Angaben zufolge „in den letzten Jahren rund 100 Millionen Euro investiert“.

Sortimentserweiterung

Die in der Justus-von-Liebig-­Straße ansässige Lutz Fleischwaren ist im gleichen Markt tätig und beliefert zum Teil die gleichen Kunden wie Zur Mühlen. Das Landsberger Werk hat allerdings einen Schwerpunkt auf bayerische Produkte gelegt und produziert andere Waren, zum Beispiel Bacon. Daher spricht Zur Mühlen auch von einer „wichtigen Erweiterung unseres Sortiments“.

Die drei Standorte, die Zur Mühlen weiterführt, sind neben Landsberg die Werke in Chemnitz und Weimar, die jeweils rund 100 Mitarbeiter beschäftigen. Insgesamt übernimmt Zur Mühlen also fast genau ein Drittel der 850 Mitarbeiter, die derzeit bei Lutz tätig sind. 

Werner Lauff

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