Müllabfuhr wird deutlich billiger

Dank guter Vertragsabschlüsse und eines 4,1 Millionen-Euro-Überhanges sinken die Müllgebühren im Landkreis Landsberg deutlich. Foto: kb

Ein Antrag macht sich immer gut, allemal wenn er auf eine Gebührensenkung abzielt. Überflüssig ist er jedoch, wenn dem Bürger kraft Gesetz weniger tief in die Tasche gegriffen wird – etwa in der Kommunalen Abfallwirtschaft. Hier lautet die frohe Botschaft aus der Kreisbehörde: „Wir können die Gebührensätze für die nächsten vier Jahre um bis zu 21,5 Prozent senken.“ Dass die CSU-Kreistagsfraktion beantragt hatte was sich von selbst ergibt, war den UBV-Räten Georg Krackhardt und Herbert Kirsch nur ein müdes Lächeln wert. Aber: In der Beschlussdrucksache zur Neufassung der Abfallgebührensatzung habe das fürwahr nichts zu suchen.

Der Antrag sei zur Motivation der Verwaltung sehr wohl berechtigt, konterte Landrat Walter Eichner (CSU). „Wir freuen uns doch alle über diese Gebüh­rensenkung – und nicht nur die CSU“, schloss er den Disput gut gelaunt ab. Kein Wunder, förderte doch das vom Landkreis in Auftrag gegebene Gebühren­gutachten von AU Consult aus Augsburg ausschließlich Gutes zu Tage. So steht laut Diplom-Ingenieurin Sabine Kögl zum Ablauf des aktuellen Kalkulationszeitraumes Ende dieses Jahres ein Überhang von 4,1 Millionen Euro zu Buche. Da die Kommunale Abfallwirtschaft als „kostendeckende Einrichtung“ keine Gewinne erwirtschaften darf, wird diese Summe jetzt wieder an den Bürger zurückgegeben. Gebührenmindernd wirke sich zudem das „gute Ergebnis“ bei der Neuausschreibung des Vertrages mit Remondis über die Abfuhr von Haus- und Sperrmüll sowie Bioabfall aus. Die zu erwartenden Ausgaben gehen also insgesamt zurück. Unter Berücksichtigung dieser Faktoren geht Sabine Kögl von einem mittleren Gebührenbedarf in Höhe von 5,74 Millionen Euro pro Jahr aus. Somit könne der Landkreis laut Neukalkulation „bei unveränderten Strukturen“ die Ge­bührensätze senken. Für den Durchschnittshaushalt im Landkreis – 70 Prozent aller Anschlusspflichtigen nutzen die 80-Liter-Tonne – sinkt die jährliche Abfallgebühr von derzeit 105 auf knapp 80 Euro. Das sind gut 16 Prozent weniger. Diese Rechnung basiert auf zwölf Leerungen und 161 Kilogramm Restmüll pro Jahr. Die bewährte dreiteilige Gebührenstruktur beim Restmüll bleibt unangetastet. Die vergangene Woche vom Kreisausschuss einstimmig empfohlene Neufassung beinhaltet eine um 15,8 Prozent geringere Grundgebühr für alle Behältergrößen, die Leerungsgebühr sinkt um 21,5 und die Gewichtsgebühr um 15,5 Prozent, das sind 27 statt 32 Cent pro Kilogramm. Für die Abfuhr des Biomülls fallen statt 21 nur 18 Cent pro Kilo an – 14,3 Prozent weniger. Auch für Selbstanlieferer wird es deutlich billiger. Wer seinen Müll zum Abfallwirtschaftszentrum des Landkreises nach Hofstetten fährt, muss für Normal- und Schwerfraktionen 15,6 beziehungsweise 10 Prozent weniger berappen. Satte 62,5 Prozent weniger sind beim Altholz fällig: pro 20 Kilogramm nur noch 90 Cent statt 2,40 Euro oder 45 statt 120 Euro pro Gewichtstonne. Nach dem erfolgreichen Vertragsabschluss mit der Gemeinde Hofstetten zum Weiterbetrieb des Abfallwirtschaftszen- trums kann der Landkreis dort nun wie geplant investieren. So soll in den nächsten beiden Jahren die Müllumladestation an andere Stelle verlegt und einge­haust werden. „Die Planungen dafür laufen bereits“, sagte Referatsleiter Johann Bernauer im Kreisausschuss. Die Neufassung der Abfallgebührensatzung abzusegnen obliegt nun dem Kreistag.

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