Müllverbrennung weiter in Coburg

Der Restabfall aus dem Landkreis Landsberg landet mindestens bis Mai 2015 im Müllheizkraftwerk Coburg. Foto: LRA

Der Restabfall aus dem Landkreis wird in jedem Fall bis Ende Mai 2015 in Müllheizkraftwerk Coburg einer thermischen Behandlung zugeführt. Allerdings zu einem deutlich geringeren Preis als bisher. Das hat der Kreisausschuss vergangene Woche beschlossen. Wirksam wird der Beschluss indes nur, wenn beide Seiten eine Einigung beim Verbrennungspreis erzielen. Der Zweckverband für Abfallwirtschaft in Nordwest-Oberfranken hatte kurz vor der Sitzung ein mit heißer Nadel gestricktes Angebot auf den Tisch des Landrates gelegt.

Dass es sich lohnt, bei langfristigen Verträgen eine Kündigungsklausel einzubauen, führten die Kreisoberen um Landrat Walter Eichner (CSU) jetzt eindrucksvoll vor Augen. Im Sommer 2003 war der Vertrag mit dem Coburger Zweckverband unterzeichnet worden; Laufzeit: knapp zwölf Jahre mit fortlaufender Verlängerung um jeweils ein Jahr. Die erstmalige Kündigung wäre bis 31. Mai 2011 mit zweijähriger Kündigungsfrist zum 31. Mai 2013 möglich. Diese Option vor Augen beauftragte der Landkreis Landsberg das Friedberger Ingenieurbüro AU Consult GmbH, vorab die Marktsituation für die Verbrennung von Restmüll zu betrachten. Und die Fachleute kamen zu dem Ergebnis, dass man da eine Menge Geld sparen könnte – „20 Prozent und mehr“. Im Moment muss der Landkreis und damit der Gebührenzahler für den Transport nach Coburg und die Verbrennung 129,82 Euro pro Tonne berappen. Auch weil der Wettbewerbsdruck der naheliegenden Müllverbrennungsanlagen im Vergleich zum Ausschreibungszeit- raum deutlich höher sei, riet Dipl.-Ingenieur Johann Baumann, Geschäfts­füh­rer von AU Consult, den bestehenden Vertrag zu kündigen. Das Risiko, einen höheren Preis als bisher zu erhalten schätzt Baumann als „sehr gering“ ein. Doch dies erwies sich im Kreisausschuss bereits wieder als Makulatur. Mit einer klaren Vorgabe in der Hand hatten Landrat und Verwaltung mit dem Coburger Partner nachverhandelt und am 1. April „ein für den „Müllgebührenzahler sehr erfreuliches Ergebnis“ erzielt. Details dazu erläuterte Eichner den Mitgliedern des Kreisausschusses in nichtöffentlicher Sitzung. Allerdings dürfte sich das Ein­sparpo­tenzial über der 20-Prozent-Marke bewegen. In die Betrachtung der Marktsituation einbezogen hatte das Friedberger Büro unter anderem die Abfallverwertung Augsburg-Ost (AVA) sowie das Kraftwerk für Ersatzbrennstoff (EBS) in Gersthofen und das Bayerische Wertstoff-Zentrum (BWZ) in Pforzen und schließlich das Aballentsorgungszentrum in Erbenschwang bei Schongau. Gegen die Weiterführung des aktuellen Vertrages mit Coburg bis 31. Mai 2015 stimmte einzig Robert Sedlmayr. Dem ödp-Kreisrat missfiel der lange Transportweg zum Müllheiz­kraft­werk in Coburg.

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