Mit Musik zu Landkreisehren

Mittlerweile seit zwölf Jahren fiebern die Kulturschaffenden aus der Lech-Ammersee-Region der Entscheidung des Kulturbeirates des Landkreises entgegen: Wer wird dieses Mal mit dem Kulturförderpreis bedacht? In nichtöffentlicher Sitzung hat das Gremium Ende des Jahres die begehrte und mit je 1250 Euro dotierte Auszeichnung vergeben. Katharina Kraus (19), Johannes Egger (28) und Tobias Eglhofer (19) sowie das Flötenensemble „Tibia Musa“ sind die Preisträger 2008.

Damit noch nicht genug der Auszeichnungen: Wie im KREISBOTEN berichtet, erhält Schlagzeuger Florian Speckhardt (29) aus Landsberg, „Specki T.D.“, für seine „musikalischen Leistungen und die stetige Förderung der lokalen Musikszene“ den Anerkennungspreis des Landkreises. Er ist mit 500 Euro dotiert. Schon sehr früh erhielt der Landsberger Gitarrist Johannes Egger Gitarrenunterricht bei Michael Groll an der Städtischen Sing- und Musikschule. Während der Schulzeit spielte er viel E-Gitarre, hatte zahlreiche Auftritte mit verschiedenen Besetzungen und nahm zwei CDs auf. Mit 17 lernte er Christian Gruber kennen und verbesserte mit dessen Hilfe das Spielen auf der klassischen Gitarre enorm. Im Herbst 2002 begann Egger in Freising ein Forstwirtschaftsstudium, welches er nach bestandenem Vordiplom abbrach, um schließlich doch Musik zu studieren. Einen Studienplatz für klassische Gitarre erhielt er bei Prof. Johannes Monno an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Stuttgart. Im Sommer wird er dieses Studium beenden. Dank eines Stipendiums war es ihm 2007 ermöglicht worden, zwei Semester lang bei Prof. Walter Würdinger sowie bei Alexander Swete an der Musikuniversität in Wien ganz neue Eindrücke zu gewinnen. Ebenfalls eine gebürtige Landsberger Preisträgerin ist Katharina Kraus (Geige). Sie kam als Sechsjährige durch ihre Tante, Beate Leupold, Lehrerin an der Städtischen Sing- und Musikschule, zu ihrem ersten Geigenunterricht. Birgit Abe, Agnes Malich, Konzertmeisterin im Sinfonischen Orchester Augsburg, und letztlich Michael Durner, erster Geiger der Staatsoper München, waren die weiteren Stationen zur Erlernung dieses Instrumentes. Im Collegium musicum sammelte Katharina ihre ersten Erfahrungen in einem Orchester. Es folgten zahlreiche kammermusikalische Auftritte im Raum München. Aufgrund ihrer außerordentlichen Fähigkeiten war sie wiederholt auch als Solistin gefragt.Als größte Erfolge in ihrer musikalischen Laufbahn betrachtet sie die Aufnahme ins Schwäbische Jugendsymphonieorchester (2003) und letztlich ins Bayerische Landesjugendorchester. Sie wechselte ins musische Pestalozzi-Gym- nasium und belegte dort den Leistungskurs Musik. Katharina Kraus’ breite musikalische Begabung kommt dadurch zum Ausdruck, dass sie über den Jugendkammerchor der Musikschule Landsberg auch im Vokalensemble Landsberg aufgenommen wurde. „Ich liebe Musik, sei's allein oder mit anderen“, sagt Tobias Eglhofer (Klarinette, Klavier) aus Epfach. Egal ob Volksmusik, Klassik, Modernen, Rock oder Pop, Jazz oder Oper – er mag alles, solang es was mit Musik zu tun hat. „Und wenn's dann noch eine gute Brotzeit dazu gibt bin ich voll zufrieden.“ Seit ein paar Wochen der 19-jährige zwei neue Errungenschaften: eine Okarina und ein Saxophon. Sehr musikalisch auch die Eltern: Papa Hans spielt in der Epfacher Tanzlmusik Akkordeon, Mama Rosmarie spielt Gitarre und ist Sopranistin im Pfaffenwinkel-Chor. Als Vierjähriger genoss Tobias bei Rosi Ullrich in Peiting die musikalische Früherziehung, begann mit sechs Klavier zu spielen. 2002 fiel an der Musikakademie in Marktoberdorf Tobias’ „gesangliches Talent“ auf , wenig später nach er an der Hochschule für Musik in München Unterricht bei Gabriele Kaiser. Wenig später folgte das Klarinettenspiel. Ein musikalische Höhepunkte für den Preisträger war im Sommer 207 das Klaviersolo zusammen mit dem Projektorchester „Stringendo“ aus Schongau – das Klavierkonzert KV 488 von Mozart brachten sie zu Ge- hör. Mittlerweile hat Tobias Eglhofer sein Abitur in der Tasche und leiste derzeit den Grundwehrdienst beim Luftwaffenmusikkorps 1 aus München als Klarinettist ab. „Eine sehr schöne und lehrreiche Zeit.“ Hinter dem klangvollen Namen „Tibia Musa“ verbergen sich Silvia Berchtold (19), Dorotheé Löbhard (17) und Tobias Windecker (17) aus Landsberg sowie Larissa Platzer (19) aus Penzing. Im September 2004 trafen sich die Vier im Rahmen ihres Quartettunterrichtes an der Städtischen Sing- und Musikschule Landsberg, um für den Wettbewerb „Jugend musiziert“ in der Ensemblewertung zu proben. Sehr schnell stellte sich heraus, dass die musikalische „Chemie“ stimmte und die vier Jugendlichen sich hervorragend ergänzen. Glanzvoller Höhepunkt war im vergangenen Jahr der 2. Preis beim Bundeswettbewerb von „Jugend musiziert“ in Saarbrücken. Seit fünf Jahren treffen sich die vier Schüler und proben unter der Leitung von Susanna Ricchio. Programmschwerpunkt ist im Moment Musik des Frühbarock und der Moderne; aber auch Spielmusik des Mittelalters und Tanzmusik aus Barock und Renaissance werden in ihren Konzerten dargeboten. Verleihung am 21. März Die feierliche Verleihung der Kulturförderpreis ’08 findet am Samstag, 21. März, um 20 Uhr im Stadttheater Landsberg statt. Kosten- lose Eintrittskarten sind eine Woche zuvor im Kultur- und Fremdenverkehrsamt Landsberg erhältlich.

Auch interessant

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Tiefe Einblicke ins Landsberger Klosterleben
Tiefe Einblicke ins Landsberger Klosterleben
Geister steigen aus dem See
Geister steigen aus dem See
Passanten retten zwei Frauen aus brennendem Unfallauto
Passanten retten zwei Frauen aus brennendem Unfallauto

Kommentare