Die Musik liegt ihm am Herzen – Dr. Thomas Goppel (CSU) blickt in die Zukunft – Alte ausmustern ist "dumm"

Das alte Jahr ist gegangen, das neue noch sehr jung. Es ist Zeit für Rück- und Ausblicke. So mancher pflegt die Gewohnheit der Jahresbriefe. Dr. Thomas Goppel, seines Zeichens CSU-Landtagsabgeordneter für den Stimmkreis Landsberg/Fürstenfeldbruck-West und Wissenschaftsminister a.D. tut dies auch. Und er hat einiges, worauf er „rückblickt“ und noch viel mehr, das auf Umsetzung wartet. Was liegt also näher als ihn danach zu fragen.

Dass der neue bayerische Ministerpräsident Seehofer die über 60-Jährigen aus seiner Regierungsmannschaft verbannt hat, wurmt Thomas Goppel schon. Aber dass er sich nun aufs Altenteil zurückziehe – „weit gefehlt“. Denn, wann er die Politik ad acta lege, das entscheide immer noch er „mit meiner Frau“. Und da er Horst Seehofer eine „noch immer unbegründete Weisheit“ in dessen Entscheidungen bescheinigt, will er auch einen Einsatz in einer „Not-am-Mann-Situation“ nicht ausschließen. Zunächst aber ist Goppel für die nächsten fünf Jahre „nur“ als Abgeordneter im Landtag vertreten und da will er für seinen Stimmkreis und vor Ort für die Wähler stets präsent sein. Aber der Ex-Wissenschaftsminister hat sich noch einen anderen Wirkungskreis zugelegt. Er will als gerade gewählter Präsident des Bayerischen Musikrates die Musikszene im Freistaat auf Vordermann bringen. Man habe auf dem Gebiet der Musik lange vergessen, sich um die kreative Seite zu kümmern, um eine flächendeckende Angebotslage, wie das etwas im Sport in Bayern der Fall sei. Noch unter seiner Ägide als Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst – und darunter fällt in Bayern auch die Musik – hat Thomas Goppel darum einen „Musikplan“ erarbeiten lassen, den er nun umzusetzen gedenkt. Zunächst wird das Vorhandene koordiniert werden müssen, damit nicht jeder vor sich hinschafft. In letzter Konsequenz schwebt Goppel dabei ein „Haus der Musik“ vor, ein Ort für Treffen und Veranstaltungen. Ganz wichtig ist ihm auch eine Vernetzung der musikalischen Landschaft des Freistaates. Das steht beim Präsident des Musikrates im übernächsten Jahr auf dem Programm. Was ihm als promovierten Lehrer aber besonders am Herzen liegt, ist ein neuer Ansatz im Musikangebot der Schulen, eine flexiblere Handhabung der musischen Ausbildung gerade in den Ganztagesschulen. Viel Zeit und Aufmerksamkeit investiert Thomas Goppel in die Sprechstunden für seine Wähler. Akribisch werden Anfragen und Probleme notiert und „abgearbeitet“. Das ist Teil dessen, was er der neuen Staatsregierung unbedingt ans Herz legen will. Der Wähler wolle Antworten auf seine Fragen. Seehofer müsse – und da ließ sich Goppel doch zu einigen Bemerkungen erweichen (hinreißen) – die Wahlen dieses Jahres erfolgreich bestehen. Sie seien mehr denn je ein Gradmesser. Und was sein bisheriges Arbeitsgebiet betrifft, so ermahnt Goppel die Münchener Regierung, das hohe Niveau der Uni- versitäten, der wissenschaftlichen Einrichtungen und generell in Sachen Kultur zu halten. Dem neuen Regierungschef sei es unbenommen, neue (gute) Leute einzusetzen, alle über 60-Jährigen jedoch „aus Altersgründen“ zu entfernen sei „dumm“. Der Ingolstädter wisse noch nicht so genau den Weg, den er einschlagen will, um seine Ziele zu erreichen. Dies führe zu einer gewissen „Sprunghaftigkeit“, meint einer, Goppel, der seit 34 Jahren im Landtag sitzt. Was Thomas Goppel auch konstatiert ist der immense Wandel, gerade in der hiesigen Region. Da verändert sich nicht nur permanent die Bewohnerstruktur seines Wahlkreises, auch die politische Landschaft selbst ist starken Erosionen unterworfen. War einst die SPD der „Gegner“, so knabbern die Grünen und die Freien Wähler heute am großen CSU-Kuchen. Die Infrastruktur des ländlichen Raumes, die Breitbandverkabelung, die Zukunft des Fliegerhorstes Penzing, die Probleme bei den Ingenieursstellen – der Diskussionsstoff in Gopels Stimmkreis ist enorm. Hier werden viele Entscheidungen in der Politik anstehen. Aber eines weiß der Eresinger sehr genau. Die Selbstherrlichkeit eines Edmund Stoiber ist unwiderruflich vorbei…

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