Freestyle Rappen beim PULS-Festival

Puls Open Air Festival: Interview mit Musikchef Barsekow 

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PULS-Musik- und Bandchef Andy Barsekow (rechts) sprach kurz vor dem Festival exklusiv mit dem KREISBOTEN. Mit auf dem Bild Kaltenberg-Hausherr Heinrich Prinz von Bayern (links) und Alexander Wolf, der Gesamtveranstalter (Mitte).

Kaltenberg – Nach zwei unvergesslichen Party-Wochenenden 2016 und 2017 geht es morgen und übermorgen, 8. und 9. Juni, in die sehnlichst erwartete dritte Runde des PULS Open Air Festivals auf Schloss Kaltenberg. Denn PULS ist viel mehr als ein normales Musik-Event, es ist ein fröhliches und friedliches Get-together der Jugend und Junggebliebenen. Die außergewöhnliche Location auf dem historischen Schlossgelände, das nächtliche Partytreiben auf dem direkt daran anschließenden Campingplatz und nicht zuletzt das abwechslungsreiche Programm für jeden Geschmack zieht wieder Tausende nach Kaltenberg. In der Endphase der Vorbereitungen sprach der KREISBOTE mit Andy Barsekow (41), Leiter der Musikplanung und Bandförderung bei PULS. Bei ihm laufen die Fäden für das Open Air zusammen, das wohl größte Independent-Festival dieser Art in ganz Süddeutschland.

Sie arbeiten in München beim Bayerischen Rundfunk, wohnen in Aubing, werden aber oft in Geltendorf gesehen. Ganz unabhängig vom PULS Open Air.

Barsekow: „Das sind private Besuche bei meinem Bruder Joern Barsekow. Er betreibt hier ein Geschäft für Möbel und Wohnbedarf. Derzeit besuche ich ihn natürlich öfter, weil ich viel auf Kaltenberg zu tun habe.“

Wie sind Sie zu Ihrem Traumjob beim BR gekommen?

Barsekow: „Durch meine eigene Musik. Als Sänger der Band ‚Campus‘ habe ich einige Alben veröffentlicht und bin mit dem Tourbus quer durch Deutschland getingelt. Parallel dazu habe ich eine Ausbildung zum Audio Engineer und ein zweijähriges Redaktionsvolontariat gemacht. Seit 2004 bin ich beim BR und habe 2008 persönlich den Startknopf für das Jugendprogramm PULS gedrückt. Jetzt sorge ich als Leiter der Musikplanung dafür, dass junge und neue Bands den Weg ins Radio und auf unsere Festivals finden.

Ihr nunmehr drittes PULS-Festival hier steht unmittelbar bevor. Immer noch Lampenfieber und erhöhter Puls?

Barsekow: In der Tat. Da wir von Jahr zu Jahr wachsen und uns immer neue Programmpunkte einfallen lassen, kann gottlob keine Routine aufkommen. 60 Bands und DJs auf fünf Bühnen ist okay, aber wir möchten noch mehr bieten.“

Was ist so grundlegend neu in diesem Jahr?

Barsekow: „Wir wollen unserem Publikum ein Gesamterlebnis auch abseits der Bühnenacts bieten. Wir präsentieren diesmal erstmals ein Dutzend Workshops in verschiedensten Bereichen. Zum Beispiel Freestyle Rap mit Roger Rekless, einen Instagram Fotoworkshop mit Steffi Rettinger und Dominik Wierl, einen DJ-Workshop mit Tereza oder einen Produzenten-Workshop mit Sepalot. Und es gibt Yoga mit Milena und Frühsport mit We Are Athletes. Ein Thema heißt ‚Nachhaltiger leben – Impulse für den Alltag‘, ein anderes ‚musicBYwomen – Mehr Frauen in der Musik(wirtschaft)‘.“

Bei der Auswahl der Musikdarbietungen hieß es heuer wohl ‚Klotzen statt Kleckern‘?

Barsekow: „Unser Ruf in der Festival-Szene ist inzwischen so gut, dass wir auf die Crème de la Crème von Gruppen, Künstlern und DJs zurückgreifen können. Zusammen mit unserem Booking-Partner ‚Landstreicher‘ haben wir ein Musikprogramm von gewaltiger Bandbreite wie sonst nirgendwo zusammengestellt. Die Mischung ist geblieben: viel Independent-Musik mit elektronischen und Rap-Einsprengseln. Und dazu noch viele Acts, die bisher nur die Eingeweihten kennen, wie Bands aus Bayern, die PULS ja besonders fördern will. Die Auswahl ist ein Abbild unseres Programmes. Viel Musik zum Reinhören mit Bands und Künstlern, die man vielleicht vor dem Open Air noch nicht so auf dem Radar hatte. Etwas Vergleichbares in dieser Größenordnung gibt es in Bayern nicht. Und da steigt mein Puls schon manchmal, wenn ich aus dem Publikum Sätze wie diesen höre: ‚Würde die Band nicht aus Pfaffenhofen sondern aus London kommen, könnten die echt Erfolg haben…‘“

Was sind die musikalischen Highlights in diesem Jahr?

Barsekow: „Zweifellos Kraftklub, The Wombats, Rin, Faber, Sofi Tukker, Trettmann, Dillon, Zugezogen Maskulin und die Antilopen Gang. Und wir haben einen ‚Secret Act‘, eine bekannte Überraschungsgruppe, die bis zuletzt geheimgehalten wird.“

Da müsste das Festival ja längst ausverkauft sein. Gibt es noch Karten?

Barsekow: „Der Campingplatz ist dicht und im Vorkauf gingen schon unglaublich viele Karten weg. Aber Zwei-Tages- und Ein-Tagestickets gibt es noch im Internet und auch an der Kasse vor dem Gelände. Im letzten Jahr hatten wir 7.500 Besucher. Wenn es heuer mehr werden, kein Problem. Das Kaltenberg-Gelände ist groß genug und kann auch locker 10.000 und mehr Fans aufnehmen. Bereits ab Donnerstagnachmittag fahren übrigens regelmäßig Shuttlebusse zwischen Bahnhof Geltendorf und Kaltenberg.“

Wie viele Leute arbeiten bei diesem Mammut-Festival? Wer sind Ihre wichtigsten Partner?

Barsekow: „Da ist natürlich zunächst der uns gegenüber so positiv aufgeschlossene Heinrich Prinz von Bayern als Hausherr des Kaltenberg-Geländes mit seiner optimalen Infrastruktur und Alexander Wolf als verantwortlicher Gesamtveranstalter. Dazu kommen über 100 BR-Mitarbeiter, die ja alles aufzeichnen und teils auch live senden. Die Gastronomie hat personell aufgerüstet und die vielen Security-, Rot-Kreuz- oder Feuerwehr-Helfer dürfen wir nicht vergessen. Die genaue Zahl kann ich wirklich derzeit noch nicht nennen. Aber es sind einige Hundert.“

Wie sieht es mit den Anwohnern aus? Bei so einem Ansturm bleiben Lärm und Belästigungen nicht aus.

Barsekow: „Wir gehen wie jedes Jahr von Haus zu Haus und bitten um Verständnis für das fröhlich-laute Wochenende. Zum Trost gibt es für die Kaltenberger Gratis-Tagestickets, verbilligte Zwei-Tages-Karten und sogar Backstage-Führungen.“

Ihr persönlicher Wunsch für PULS 2018:

Barsekow: „Ich wünsche mir eine so entspannte und friedliche Atmosphäre wie in den letzten beiden Jahren. Das einmalige Festival-Gelände, unsere stimmungsvollen Dekorationen, das unglaublich facettenreiche Programm und nicht zuletzt unsere ausgefeilten Sicherheitsmaßnahmen sind wohl Garanten dafür, dass wieder alles reibungslos ablaufen wird.“

Das Interview führte Dieter Roettig

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