Musiker mit ganzem Herzen

Bernhard Brosch ist seit 1995 Kirchenmusiker in der Pfarrei „Zu den Heiligen Engeln“ in Landsberg. Foto: Eckstein

Wenn Bernhard Brosch von seinem Beruf erzählt, ist ein Gefühl vorherrschend: Begeisterung. Für die Musik, „seine“ Pfarrei, seine Chöre und sein Amt als Organist und Kirchenmusiker. Egal, ob er an der Sandtner-Orgel sitzt oder einen der Kirchenchöre dirigiert, er ist mit ganzem Herzen dabei; vermittelt eine Intensität, die sich auch auf den Zuhörer überträgt. „Bei mir ist es Hobby und Beruf, das kann man nicht trennen, es schließt das ganze Leben ein“, erklärt Brosch im Gespräch mit dem KREISBOTEN.

Zur Orgel kam er eigentlich ohne Nachzudenken. Als 10-Jähriger begann er mit Klavier, doch da er gleichzeitig Ministrant war, überredete ihn die Mutter, Unterricht beim Organisten zu nehmen. Die Überzeugung kam später, nämlich bei einem Konzert des bekannten Kirchenmusikers Klemens Schnorr. „Das war wie ein Blitzschlag“, erinnert sich Brosch, der gleich am nächsten Tag nach München fuhr und „jede Menge Orgelschallplatten“ kaufte und stundenlang übte. Jede Anfrage, einen Gottesdienst zu begleiten, lehnte er allerdings ab. „Ich fand immer Ausreden, weil ich es mir nicht zutraute.“ Doch irgendwann konnte er nicht mehr ablehnen: Und da es gut gelang, reifte der Entschluss, die Kirchenmusik zum Beruf zu machen. „Daraufhin habe ich zielgerichtet darauf hingearbeitet, auch in der Freizeit alle Orgelkonzerte abgeklappert, die zu erreichen waren, außerdem habe ich neben dem Studium Vertretungen in ganz München übernommen. Von der kleinen Elektronikorgel vor zehn Zuhörern bis zur 30-Meter hohen Orgelempore, von der man den Pfarrer nur von ganz weitem sehen kann. Diese Vielfalt hat mich gereizt und ich habe sehr viel gelernt“. Seit 1995 ist Bernhard Brosch hauptamtlicher Kirchenmusiker der Stadtpfarrei „Zu den Heiligen Engeln“ in Landsberg. „Das war ein Glücksfall, ich habe keine einzige Minute bereut“, betont er. Doch ist dies nicht einmal das Beste, was er von seinem Amt sagen kann: „Es steigert sich noch immer, wir erleben einen gewaltigen Aufschwung“. Allein im letzten Jahr gewann die Chorgemeinschaft insgesamt 40 neue Mitglieder, 30 davon bildeten mit „ConTakt“ einen weiteren, ganz neuen Chor, mit den „Engelszungen“ studiert Brosch alle ein bis zwei Jahre Kindermusicals ein. Ab und zu spielt der Organist auch Konzerte, doch sein Schwerpunkt liegt auf den Gottesdiensten. „Es ist mir wichtig, mit der Musik den Gottesdienst intensiv zu gestalten, das passiert oft spontan im Zusammenspiel mit Pfarrer Reiner Hartmann. Das ist wie im Tennis, wir spielen uns gegenseitig die Bälle zu.“ Brosch reagiert mit seiner Liedauswahl dabei direkt auf die Inhalte der Predigt, auf Impulse des Gottesdienstes sowie auf die Besucher. „Das ist nur selten abgesprochen“. Überhaupt geht es ihm um die Inhalte: „Ohne Inhalt, ohne Aussage geht gar nichts“. Ein Lied oder ein Stück nur deshalb zu singen oder zu spielen, weil man es gerade gut geübt hat oder so schön klingt, ist nichts für Bernhard Brosch – weder als Chorleiter noch als Organist. „Mir ist die Authentizität, die Ehrlichkeit ganz wichtig. Ohne Inhalt kann man nichts singen oder spielen“. Inhalte vermittelt er auch in seinem „Nebenberuf“ als Religionslehrer und Theologe, zudem vertritt er Kollegen in der Umgebung, wenn Not am Mann ist. „Eine Sieben-Tage-Woche. Eigentlich hat man als Musiker ein total unrhythmisches Leben, man muss jeden Tag neu erfinden“, fasst es Bernhard Brosch zusammen und lächelt dabei ganz zufrieden – ist es doch genau das, was er seit Jahren mit ganzem Herzen tut.

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