IKG-Musiker stimmen auf Weihnachten ein:

Eine musikalische Schlittenfahrt

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Nur die ganz jungen Talente des IKG-Weihnachtskonzertes fehlen hier. Insgesamt boten die über 150 Musiker ein abwechslungsreiches Programm.

Landsberg – Zum Ende des Konzertes steht im Altarraum der Heilig-Kreuz-Kirche ein Meer aus Menschen. Gut 150 Musiker des Ignaz-Kögler-Gymnasiums singen und spielen zum Abschluss das letzte Lied des Weihnachtskonzertes mit Vororchester, großem Orchester, Unterstufenchor und gemischtem Chor. In dem gut einstündigen Programm zeigten die IKG-Schüler unter der Leitung von Marianne Lösch, Agnes Flatz und Martin Heller ihr musikalisches Können mit einem Programm von Bach bis Rutter.

Den Anfang macht die Unterstufe: Das Vororchester unter der Leitung von Marianne Lösch spielt das keltisch anmutende „Adiemus“ von Karl ­Jenkins mit einem Text in einer von Jenkins selbst erdachten Sprache. Anschließend geht es mit „We wish you a Merry Christmas“ nach England, woher das Lied stammt. Im Anschluss übernimmt ­Martin ­Heller den Taktstock beim Großen Orchester und führt die älteren Schüler durch den ersten Satz aus Schuberts „Unvollendeter“. Besonders mitreißend und lebendig wirkt „Trepak“ aus Tschaikowskys Nussknacker-Suite mit seinem klaren Rhythmus – nicht umsonst, denn „Trepak“ bezeichnet einen Volkstanz im leichten Zweivierteltakt. Das Große Orchester schließt mit dem „Sleigh Ride“ von Leroy Anderson, der akustisch wohl bekanntesten Schlittenfahrt – samt vom Orchester hinzugefügten Schnalzen des Kutschers und einem abschließenden Wiehern.

Den letzten Teil des Konzertes leitet Agnes Flatz, beginnend mit dem Unterstufen-Chor, der den aus Frankreich stammenden Weihnachtsklassiker „Engel haben Himmelslieder“ anstimmte. Den Höhepunkt des Konzertes bilden zwei äußerst gelungene Darbietungen des Gemischten Chors. Zuerst „A Clare Benediction“ des zeitgenössischen Komponisten John Rutter, das er dem Clare College in Cambridge widmete, an dem er lehrte. Mit seinen einfachen, hoffnungsvollen und fast schon ätherischen Harmonien passt es ideal zum Weihnachtsfest.

Ebenfalls Klang zum Wohlfühlen bietet das zweite Stück: „Ave Maria“ – aber eben nicht das von Schubert, sondern das von Giulio Caccini, eines Komponisten des 16. Jahrhunderts. Zumindest ist dieses „Ave Maria“ unter Caccinis Namen bekannt. Der wirkliche Komponist ist aber weitaus jünger: Wladimir Fjodorowitsch Wawilow komponierte die Vocalmeditation, die nur aus den Worten „Ave Maria“ besteht, ungefähr 1970 und veröffentlichte sie anonym. Ein Organist des staatlichen Plattenlabels der Sowjetunion, „Melodiya“, soll das Stück als Erster fälschlicherweise Caccini zugesprochen haben. Von wem auch immer das Stück sein mag, Nachhören lohnt sich.

Soloparts gibt es beim folgenden „Singin‘ on Christmas Morn‘“, einem gospelähnlichen Lied von Robert Emerson: Anian Winter und insbesondere ­Helena Link überzeugen mit ihren Stimmen. Beim abschließenden „Candlelight Carol“ von Rutter – das sogar Neil Diamond auf seinem „Christmas Album“ gesungen hat –stehen alle Mitwirkenden im Altarraum der bis auf den letzten Stehplatz gefüllten Kirche: Über 150 junge Musiker, die mit ihrem Können und ihrer Freude an Musik eine schöne und abwechslungsreiche Weihnachtseinstimmung präsentiert haben.

Susanne Greiner

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