Hippie Hippie yeah

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Mit ordentlich Flower-Power wurde beim Rosenmontags-Ball in Dießen gefeiert.

Dießen - Sie waren alle da: Uschi Obermaier, Fritz Teufel, der Langhans. Schlaghosen, Röckchen so lang wie breite Gürtel, Blüten, Blumen, Perlen, Glöckchen, Trompetenärmel, schockfarbene Flatterblusen. Diessen goes to San Francisco – genauer: in die Mehrzweckhalle zur Ballnacht 2014. 

Hunderte von Blumenmädchen und Kerls mit wilden Lockenschöpfen feierten ein friedliches Love-and-Peace-Festival. Die Hippie-Kultur von 1967 erlebte ein gewaltiges Comeback. 

Die Flower Power-Nacht war übrigens ganz schön abwechslungsreich. Zu den 1967er-Legenden gesellten sich Prinzessin Svenja die I. vom Diamantenschloss und Prinz Tobi der I. vom Himmel der Bayern. Das Prinzenpaar aus der Schönachgemeinde Hohenfurch begeisterte mit großem Hofstaat. Aber echt gerührt war das närrische Publikum über den grandiosen Prinzenpaar-Walzer. Beifallsstürme heimsten die Garde ein – zehn flotte Funkenmariechen und zwei fesche Burschen – mit ihren Showtanz-Einlagen. Mit Glitzerkostümen und Akrobatik zauberten sie eine Show aufs Parkett, die mit jeder großstädtischen Vergnügungsmetropole locker konkurrieren kann.

Hippies auf dem Rosenmontags-Ball

Die Galaband Charisma aus München kann sich freuen: Sie schafften es, dass der riesige Platz auf der Tanzfläche von Anfang bis Ende immer so voll war, dass auch zwischen den Stuhlreihen getanzt wurde. Lodernde Feuersäulen auf der Galerie, ein farbiger Sternenhimmel, Lichtorgeln und Illuminationszauber tauchten die Flower-Power-Szene in magische Farbwelten. Da war natürlich wieder Jürgen Gerum aus Dettenschwang zu Gange. Dass die Ballnacht auch noch gut schmeckt, weil Küchenschmankerl seit Jahren dazu gehören, ist auch kein Geheimnis.

Und die Veranstalter? Die waren wieder rundum zufrieden. Der Musikverein Diessen kann es sich auf seine Riesenblumen schreiben, dass sie als Retter des Diessener Faschings – oder gar des ganzen Ammersee-Faschings – mal wieder alle Register der Unterhaltungskultur gezogen und das närrische Publikum aus der ganzen Region angelockt haben.

Vorsitzender Andreas Kölbl und seine 100 helfenden Hände, darunter vor allem die Service Damen (seit Jahren schwarz-weiss-rot gekleidet), gelten schon als Kultfiguren im Ammersee-Fasching, die für coole Ideen und witzige Nebenschauplätze stehen. Dazu gehörten heuer wieder drei Bars: Beim Woodstock-Revival sind die harten Sachen eingeschenkt worden, Drinks mit und ohne Alk gab es in der Kommune und im Peace-Garten fanden sich Blumenkinder zu Kaffee und Kuchen ein. Nur eines hat gefehlt: Fette Tüten und schwarzer Afghane – aber sonst war – fast alles – ganz schön authentisch.

Beate Bentele

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