Ein "Schandfleck"

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Unter dem Schuppen mit der braunen Tür fließt der Mühlbach hindurch. Darüber, ob die private Bachüberbauung entfernt werden sollte, diskutierte der Bauausschuss in seiner letzten Sitzung im Jahr 2014.

Dießen – Im Rahmen der Sanierung der Mühlstraße soll auch der vom Mühlbach flankierte Untermüllerplatz ein Schmuckstück mit hohem Aufenthaltswert werden. Gemeinderatsmitglied Alban Vetterl (CSU) hat deshalb etwas genauer hingeguckt und festgestellt, dass ein kleiner Schuppen zwischen dem Lokal „Essen´s Art“ und einem Versicherungsbüro die angestrebte Idylle stören könnte. Der Schuppen wurde vor Jahrzehnten als Bachüberbauung errichtet. Eine Baugenehmigung liegt nicht vor.

In der jüngsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses schlug Vetterl deshalb vor, die Entfernung des Schuppens anzustreben. Dass, so Vetterl, würde den Bachverlauf deutlicher ins Blickfeld rücken und die Qualität des Untermüllerplatzes erhöhen. Auch die Bachauskehr, würde dadurch erleichtert werden, weil niemand mehr unter der Bodenplatte der Hütte herumkriechen müsse. 

Bürgermeister Herbert Kirsch (DB) sah in diesem Zusammenhang gleich mehrere Probleme: Erstens sei die Gemeinde nicht Eigentümerin des besagten Grundstücks das eine eigene Flurnummer besitzt, und könnte deshalb nicht über einen Abbruch entscheiden. Sollten die Eigentümer zustimmen, sah er die Gemeinde finanziell in der Pflicht, denn die Gemeinde trägt die Baulast am Mühlbach als künstlichem Gewässer Dritter Ordnung: „Da kann man schnell mal bei einem sechsstelligen Betrag landen“, befürchtete der Bürgermeister. 

Schließlich müssten bei einer Bachöffnung auch Versorgungsleitungen, die jetzt im Schuppen untergebracht sind, verlegt und angrenzende Wände gesichert werden. Und vor allem, so Kirschs dringliches Anliegen, wo sollen die Müll- und Wertstoffcontainer der Eigentümer, die derzeit im Schuppen gut untergebracht sind, zukünftig untergestellt werden? Schützenhilfe bekam Vetterl von Michael Hofmann (Bayernpartei): „Oben am Mühlbach machen wir alles neu und hier sollen wir einen Schandfleck stehen lassen“. Dem pflichtete auch Franz Kubat (DB) bei. Er wies nochmals darauf hin, dass es sich bei dem Schuppen um einen Schwarzbau handle für dessen Entfernung die Eigentümer zuständig seien. 

Bauamtsleiterin Johanna Schäffert hielt allerdings dagegen, dass die Bauverordnungen vor Jahrzehnten noch andere gewesen seien. Der Vorschlag zur Güte kam von Peter Fastl (FW). Der Zweite Bürgermeister schlug vor, die Angelegenheit vorab mit den Eigentümern des 13 Quadratmeter-Grundstücks zu besprechen. Darüber wie es anschließend weitergehen könne, so die Anweisung von Kirsch, sollen sich die Gemeinderatsmitglieder zwischen den Jahren Gedanken machen.

Ursula Nagl

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