Keine Zeit für Müßiggang

Nach 21 Jahren DZG: Bruno Bayer geht in den Ruhestand

Bruno Bayer DZG LL
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21 Jahre lang war Bruno Bayer der Schulleiter des Dominikus-Zimmermann-Gymnasiums. Das Foto ist im Schulgarten entstanden, der von ‚seinen‘ Schülern angelegt wurde.
  • Ulrike Osman
    VonUlrike Osman
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Landsberg – Fragt man Bruno Bayer, was er machen wird, wenn er seine Bürotür am Ende dieser Woche das letzte Mal hinter sich zuzieht, antwortet er wie die Bundeskanzlerin: „Fragen Sie mich das in ein paar Wochen oder Monaten noch mal.“ Vorläufig kommt er noch jeden Tag gerne hierher, ans Dominikus-Zimmermann-Gymnasium (DZG), das er 21 Jahre lang geleitet hat. Die Freude an seinem Beruf konnte ihm nicht mal die Corona-Zeit verderben.

Dass das DZG während des ersten Lockdowns schnell in der Lage war, zu seinen Schülern digital Kontakt aufzunehmen, war nicht zuletzt Bayer zu verdanken, der die Digitalisierung der Schule jahrelang vorangetrieben hatte. Ein Internetportal, über das Stoff und Arbeitsaufträge verschickt werden konnten, gab es bereits. Den Digitalisierungsschub auf breiter Front sieht Bayer als eine der positiven Folgen der Krise. Nun werde es darum gehen, die neuen Möglichkeiten gewinnbringend zu nutzen, ohne das, was sich analog bewährt habe, zu verbannen.

Bayer, gebürtig aus Rain am Lech, hatte schon als Schüler mit Computern zu tun. Er erinnert sich an ein riesenhaftes Gerät, an dem er als Mitglied der Computer-AG in der Oberstufe erste Programmierungen machen konnte – und daran, wie man sich freute, wenn das gelang. Sein Berufswunsch stand damals schon fest, seine Fächer auch – Mathe und Physik. Nach dem Studium in Regensburg und Stationen am Carl-Spitzweg-Gymnasium in Germering, am Wissenschaftsministerium in München und am Christoph-Probst-Gymnasium in Gilching kam der Vater zweier Töchter im Jahr 2000 nach Landsberg.

„So ein herzlicher Empfang“ sei ihm hier bereitet worden, erzählt Bayer. Damals habe er gewusst: Hier kann es schön werden. Ein „schönstes Erlebnis“ aus all den Jahren kann er nicht nennen. Dazu sind es zu viele – zu viele gelungene Veranstaltungen, Projekte, Fahrten, SMV-Aktionen. Noch wichtiger waren ihm immer die kleinen Momente im Schulalltag, die persönlichen Begegnungen und Gespräche mit Schülern, aus denen er schließen durfte, dass es ihnen gut ging am DZG.

Seiner Nachfolgerin Mechthild Wand, bis dato Mitarbeiterin des Direktorats am Ignaz-Kögler-Gymnasium, übergibt Bayer ein gut bestelltes Haus, auch wenn er im Bereich der individuellen Förderung noch viel Luft nach oben sieht. Das ist allerdings kein Thema, das nur das DZG betrifft. „Es bräuchte mehr Zeit, mehr Lehrkräfte, mehr Betreuungspersonal“, so Bayer. Letztlich müsse die Gesellschaft entscheiden, ob sie die erforderlichen Ressourcen und Kapazitäten zur Verfügung stellen wolle.

Ein bisschen verrät der dreifache Großvater und Besitzer eines Labrador Retrievers dann doch, wie sein Ruhestand aussehen könnte. Er freut sich auf mehr Zeit – „für anderes, für die Familie, für mich selber“. Zeit, die er sicher nicht mit Müßiggang füllen wird („ich bin kein Liegestuhl-Lieger“), sondern mit Ausflügen, Radtouren, Wanderungen, mit Schwimmen und viel Zeit draußen im Freien. Er mag es, Hitze und Kälte auf der Haut zu spüren, sogar den Regen, der ins Gesicht klatscht - „da spürt man, dass man lebendig ist“.

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