Knappes Ja für "Die Liegende" am See

Nach anonymer Spende: Schondorf greift bei Liegender zu

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"Die Liegende" bleibt in den Schondorfer Seeanlagen. Der Gemeinderat billigte den Ankauf der lebensgroßen Bronze-Skulptur von Matthias Rodach, nachdem sich ein anonymer Spender zur Hälfte an den Kosten beteiligt.

Schondorf – Die Kunstsinnigen im Schondorfer Gemeinderat haben sich durchgesetzt. Mit knapper Mehrheit von 9 zu 7 Stimmen wurde der Ankauf der Bronze-Skulptur "Die Liegende" in den Seeanlagen durchgeboxt. Aber auch nur, weil ein anonymer Spender die Hälfte des Kaufpreises von 19.848 Euro locker macht. Die andere Hälfte wird im kommenden Haushalt der Gemeinde eingestellt.

Die hüllenlose Lady war Teil des Schondorfer Skulpturenweges, der sich von den Seeanlagen durch den Wald von Benedikt Freiherr von Perfall bis nach Eching schlängelte. Die Kunstwerke beiderseits des Weges wurden inzwischen abgebaut - bis auf die drei am See stehenden "Durchblick", "Großer Fadenschein" und eben "Die Liegende". Die lebensgroße Skulptur des in Dießen lebenden Bildhauers Matthias Rodach wollte Schondorfs Bürgermeister Alexander Herrmann gerne ankaufen und stellte dies bei der vorletzten Gemeinderatssitzung zur Diskussion. Grundsätzlich war der Ratstisch sehr angetan von der Idee, weil alle "Die Liegende" ins Herz geschlossen haben.

Aber als Bürgermeister Alexander Herrmann den Kaufpreis nannte, war die Euphorie bei der Mehrheit der Gemeinderäte verflogen. Knapp 20.000 Euro sollte die Bronze-Figur kosten. Nur weil man jetzt dank des Verkaufs des Prix-Geländes Geld im Gemeindesäckel habe, sei das noch lange kein Füllhorn, war eines der Bedenken. Trotzdem würde "Die Liegende" als Kunstobjekt am jetzigen oder an einem anderen Standort gut zur Gemeinde passen, plädierten die Befürworter eines Ankaufs. Allerdings nicht zum geforderten Preis.

Jetzt sprang ein weiterer, allerdings anonymer "Liebhaber" der "Liegenden" in die Bresche und übernahm die Hälfte des Kaufpreises. Und er ging sogar noch weiter. Würde die Gemeinde ein zusätzliches Objekt wie "Durchblick" oder "Großer Fadenschein" ankaufen, gäbe der Kunstfreund nochmals 5.000 Euro dazu. Dieses großzügige Angebot fand leider keine Zustimmung, so dass künftig allein "Die Liegende" die Besucher in den Seeanlagen erfreuen wird.

Damit hat Bildhauer Matthias Rodach jetzt zwei Ammersee-Gemeinden seinen künstlerischen Stempel aufgedrückt. In Dießen begrüßt "Der Diez" am Untermüllerplatz kurz vor dem Seezugang die Besucher. Der Mann mit dem goldenen Fisch auf einem sechs Meter hohen Eichenpfahl erinnert an den alten Fischerort "Diezen", dem ursprünglichen Namen der Gemeinde. In Schondorf müssen die Besucher der Seeanlagen nicht nach oben schauen. Sie laufen genau auf die lasziv auf einem Granitblock ruhende Bronze-Lady zu.
Dieter Roettig

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